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PORONGURUP

Nach dem Besuch der Stirlings Ranges beschlossen wir am gleichen Tag noch einige Kilometer weiter in Richtung Süden zu fahren. Der Campground am Rangers Office im Stirling Range National Park hatte uns gar nicht gefallen und es war erst früher Nachmittag. Das nächste, attraktive Ziel ist der 25.11 km² große Porongurup National Park, noch 40 km von Albany entfernt via Chester Pass Road und Porongurup Road. Der Gebirgszug erstreckt sich 15 km von Ost nach West und der höchste Gipfel ist der Devils Slide mit 670 Metern. Unter Schutz gestellt und zum Nationalpark erklärt wurde die Region im Jahr 1971.

Der Name stammt vom ursprünglichen Aboriginalnamen Purringorep, nur ein wenig anders ausgesprochen. Der Gebirgszug weist inmitten von Weideland und ebener Fläche eine große Walddichte auf und ist somit ein wichtiges Rückzugsgebiet für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Die Winter sind hier bitterkalt und die Böden karg. Die Felsen sind 1.100 Millionen Jahre alt und ihre Höhenzüge sind mit großen Karribäumen (Eucalyptus diversicolor) bewachsen, die ein Minimum von 700 Millimeter Regen im Jahr zum Wachstum benötigen. Fossilienfunde im Umland belegen, dass es auch dort einst Karriwälder gab. Aber das Klima wurde trockener und nur die Porongurup Range ragt heute wie eine grüne Insel aus den überwiegend trockenen Landesteilen empor. Man zählte 750 Pflanzen-Spezies in der Region, davon 10 endemische. Es gibt auch Jarrah und Marri-Bäume, verschiedene Proteensorten und Banksien und alleine 55 von den 71 Orchideenarten, die im Südwesten wachsen.

Dieser Reichtum zieht auch Tiere an, so trifft man im Park auf Western Grey Kängurus und Wallabies, die meisten einheimischen Tierarten sind allerdings nachtaktiv. Dazu kommen zahlreiche Vogelarten, wie der laute Kookaburra oder schwarze Kakadus. 2006 setzte man 8 Exemplare des seltenen Noisy Scrub-bird hier aus, um die vom Aussterben bedrohte Art weiter zu verbreiten.

Die beiden Hauptattraktionen im Park, zu denen Wanderwege führen, heissen Balanced Rock und Castle Rock. In den Außenbereichen des Nationalparks findet man einige Winzer. In dem kühlen Klima von Porongurup wachsen vor allem feine Rieslinge und Cabernet Sauvignon Trauben. Die Böden werden hier, wie die Bäume, karri loam genannt. Es handelt sich dabei um Lehmboden, der aus Granit entstanden ist.


Buschfeuer

Wir hatten uns so auf eine Waldwanderung im Porongurup National Park gefreut, aber als wir die Mount Barker-Porongurup Road entlangfuhren sahen wir schon die ersten Anzeichen eines Waldbrandes. Das wurde immer schlimmer, schwarze Baumskelette, bis in die Spitzen verbrannt, säumten die Strasse. Nur die Grasbäume schlugen schon wieder mit frischem Grün aus und setzten einige farbliche Akzente. Sonst war der Wald komplett schwarz und braun. An jeder Zufahrt zum Nationalpark stand ein Schild "Closed", so konnten wir leider nicht mal bis zum Castle Rock fahren.

Der Brand war erst einige Wochen her. Das Feuer entstand auf einem privaten Grundstück in der nordwestlichen Ecke des Parks, 8 km von Porongurup Village entfernt. Es breitete sich dann schnell auch im Nationalpark aus. Auf diesem Satellitenbild vom 12. Februar 2007 ist die Rauchwolke gut zu sehen.

Ein Privathaus und einige Ställe brannten ab, andere Gebäude wurden schwer beschädigt. Hunderte Feuerwehrleute kämpften mit Unterstützung von 6 Wasserbomben werfenden Flugzeugen und bekamen den Brand erst Tage später unter Kontrolle. Da waren schon 95% des Nationalparks abgebrannt und die Farmer und Winzer der Umgebung hatten schweren materiellen Schaden erlitten. Geräucherter Wein aus geräucherten Trauben hat noch keinen Marktwert.

Es war das schlimmste Feuer in der Region seit den 60er Jahren, wann der Nationalpark wieder eröffnet wird ist ungewiss. Zurzeit war es zu gefährlich, denn nach einem Buschbrand brechen oft noch Monate später dicke Äste ohne Vorwarnung ab.

Schon die kurze Fahrt auf der Porongurup Road durch den verkohlten Wald macht traurig, unvorstellbar wie es wohl im Inneren des Parks aussieht und wie viele Tiere und Pflanzen die Hitze wohl nicht überlebt haben.


Porongurup Range Tourist Park

Es gibt in der Region einen Campground am Rande des Porongurup Village, zu dem wir dann schließlich fuhren, um die Nacht dort zu verbringen: den Porongurup Range Tourist Park. Das Gelände war vom Feuer verschont geblieben, nur ein paar hundert Meter vorher gab es noch verkohltes Buschwerk. Da der Nationalpark gesperrt ist und alles rundum verbrannt, gab es hier nur wenige Gäste und wir konnten uns einen Stellplatz nach Wahl aussuchen. Gleich bei unserer Ankunft durften wir vor dem Office die halbzahmen Koobaburras mit Hundefutter füttern, die kamen sogar auf die Hand. Das Muttertier war vor einigen Jahren verletzt aufgefunden und hier gesundgepflegt worden. Ein Jungtier verflog sich und landete bei Michael vor der Brust, unten auf dem Foto habe ich die Szene festgehalten, der Vogel erscheint durch die Bewegung wie ein Geisterschatten.

Die Einrichtung auf dem Campground ist sehr gepflegt und gemütlich, die Besitzer Cheryll und Les Reddall sind sehr nett und zum Abendessen und Frühstück wurden wir wunderbar vom Gesang der Familie Kookaburra unterhalten, die direkt im Baum über unserem Stellplatz lebte. Es gibt einen kleinen Pool und Campers Kitchen mit Fernseher und Literatur. Allerdings mußten wir mit Bargeld bezahlen, da es hier keine EFTPOS gibt. Wenn der Nationalpark geöffnet hätte, wären wir hier mit Sicherheit noch eine weitere Nacht geblieben um tagsüber in Ruhe einige Wanderungen zu unternehmen. Aber Ruhe war uns in diesem Urlaub scheinbar wenig vergönnt. So machten wir uns am nächsten Morgen dann auf den Weg ins nahe Albany.


Google Map zum Thema

Porongurup Range


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