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WILDE KÜSTE

Da es im nördlichen Teil des Leeuwin-Naturaliste National Park rund um Cape Naturaliste keinen offiziellen Campingplatz gibt, beschlossen wir die Nacht im weiter südlich gelegenen Yallingup zu verbringen. Die kleine Ortschaft hat nur eine Zufahrtstraße und die ist quasi eine Sackgasse. Der Name stammt aus der Sprache der lokalen Aborigines und bedeutet so viel wie "Platz der Liebe". Yallingup liegt umgeben von Abschnitten des Leeuwin-Naturaliste Nationalparks und ist ein so genanntes Get-away-from-it-all, ein kleines Paradies 264 Kilometer von der Großstadt Perth entfernt.

Die Küste rund um den Ort ist atemberaubend schön und direkt vor den Ferienhäusern befindet sich ein hübscher Badestrand aus feinem Sand, an dem man vor den ganz großen Wellen geschützt schwimmen kann. Er ist gesäumt mit Wildblumen, Grün, hohen Dünen und dunklen Klippen aus Granit. Von einem Aussichtspunkt hoch auf den Klippen überblickt man die Bucht und den Ort. Wir bekamen einen Stellplatz auf dem zentral gelegenen Yallingup Beach Caravan Park, direkt gegenüber vom Strand. Für einen Top-Tourist Park war die Ausstattung nicht außergewöhnlich gut, dafür waren es aber die Preise: es war mit über 30 AU$ der teuerste Stellplatz unserer Reise. Der Ort wird meist von Surfern, Anglern und Ruhesuchenden bevölkert, viel zu sehen gibt es hier nicht. Auch fanden wir kein Geschäft außer der Tankstelle an der letzten Straßenkreuzung weit vor dem Ort im Wald.

Leider bewölkte es sich gegen Abend immer mehr und beim Abendspaziergang fielen die ersten Tropfen. Das Essen nahmen wir unter der Markise ein. In der Nacht wurden wir auch durch Regen und ein Unwetter mit Blitz und Donner wach, aber am nächsten Morgen schien wieder die Sonne und wir fuhren weiter in Richtung Margaret River.

Südlich von Yallingup findet man viele Leute mit alternativem Lebensstil, daneben Farmen mit Viehzucht, Ackerbau und Winzer. Auf der Fahrt von Yallingup nach Margaret River kommt man auch zu einigen kleinen Bier-Brauereien, die zum Probieren einladen und zu vielen Holz-Kunstgalerien. Hier wird das Holz der Umgebung verarbeitet. Ein Aboriginal Center nahe Yallingup bietet den Besuchern auf drei verschiedenen Trails einen Einblick in das Leben der Ureinwohner. Ob Bushtucker, Werkzeuge oder Herstellung und Gebrauch von Speer und Boomerang, die Ureinwohner erklären dem Besucher ihren Alltag. Auch die Yallingup Caves sollen einen Besuch wert sein, wir haben sie leider nicht geschafft und uns für die größeren Höhlen weiter im Süden entschieden.


Canal Rocks

Ein weiteres Highlight and der Küste südlich von Yallingup sind die Canal Rocks. Zu diesen Felsen führt eine asphaltierte Strasse direkt zu einem Parkplatz. Von dort sind es nur ein paar Meter zu laufen und man steht auf einem hölzernen Steg über der bewegten See. Die Felsen sind durch Wind und Wasser über die Jahrhunderte ausgewaschen und geschliffen. Der Wind blies bei unserem Besuch recht mäßig, aber die Wellen schossen durch die anlaufende Brandung schon mit lautem Getöse recht beeindruckend durch den engen Kanal. Bei Sturm oder auch starker Dünung muß das Spiel aus Wasser, Wind und Gischt im wahrsten Wortsinn umwerfend sein.

Mit etwas Vorsicht kann man die Felsen gut begehen und so auch mal "um die Ecke" gucken, jedoch sollte man auf der Hut vor Brechern sein. Überall wird vor diesen Freak Waves gewarnt und wer länger die Brandung beobachtet, der kann auch öfters einmal besonders sehen, wie sich eine Wellengruppe mal ganz besonders hoch auftürmt..

Ähnliche felsige Küstenabschnitte finden sich immer wieder in der Region, meist von der Brandung umtobt wie der weiter nördlich gelegene Sugarloaf Rock.


Hamelin Bay

Hamelin Bay liegt im südlichen Teil des Leeuwin-Naturaliste National Park und ist über eine Sackgasse namens Hamelin Bay Road, südlich von Karridale und 30 km von Margaret River entfernt zu erreichen. Der Ort wurde nach dem französischen Entdecker Jacques Félix Emmanuel Hamelin benannt, der hier im Jahr 1801 vorbeisegelte. Er besteht heute hauptsächlich aus dem Hamelin Bay Caravan Park. Hier geht es ruhig und beschaulich zu, am Pier werden die Boote zu Wasser gelassen und Angeln, Tauchen und Baden sind die Hauptbeschäftigung. Gefischt werden Crayfish, Abalone, Whiting, Skippy und Hering. Den Strand darf man leider, wie fast überall an der Küste, auch mit Allradwagen befahren. Die Bucht hier ist bekannt für das hohe Aufkommen von Stachelrochen, leider haben wir keinen gesichtet. Vor dem Festland befinden sich einige Inselchen.

Am Pier beginnt ein kleiner Rundweg, der uns schattenlos durch die Hitze führte. Der helle Untergrund reflektiert gleißendes Licht, am Ende gibt es ein Holzpier mit schöner Aussicht auf die Bucht. Die Klippen sind aus Kalkstein und Sand und daher sehr brüchig. Es wird davor gewarnt, nicht zu nahe an den Rand zu gehen, ausserdem ist hier alles Schutzgebiet und die Dünen sind neu bepflanzt worden. Der heftige Wind trieb uns schnell wieder weg.

Hamlin Bay war einst ein bedeutender Holzhafen. Im Jahr 1882 wurde ein 549 Meter langes Holzpier gebaut, von dem heute nur noch rudimentäre Reste zu sehen sind. Denn die Bucht ist offen und so kommen die Stürme bis ans Ufer. In einer Sturmnacht im Juli 1900 sanken hier gleich drei Schiffe, die am Pier lagen: die Katinka, die Lovespring und die Danish Norweste. Zahlreiche Seeleute ertranken und der Anker der Katinka steht heute als Mahnmahl am Carpark. Es gibt noch weitere Wracks und in Hamelin Bay existiert der unegwöhnlichste Heritage Trail von Western Australien: für den Hamelin Bay Wreck Trail braucht man ein Boot und Tauchausrüstung.



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