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SITTICHE

Den Pennantsittich (Crimson rosella) mit einer Länge von 33-36 cm trifft man sehr häufig in den etwas feuchteren Regionen Australiens, wobei er in den Wäldern und Bergen der Great Dividing Range und der Küstengebirge bis in etwa 2.000 m Höhe gesichtet wird. Bei der nordöstliche Unterart P. e. nigrescens ist das Rot des Gefieders ebenso wie die schwarze Zeichnung auf der Decke kräftiger ausgeprät. Die Jungvögel dieser Art bekommen bereits in der Nisthöhle die roten Federn der Erwachsenen.

Bei der südöstlichen Unterart P. e. elegans haben die Jungvögel eine hauptsächlich olivgrüne Tarnfarbe und bekommen erst mit 1 bis 1 1/2 Jahren das leuchtend rote Erwachsenenkleid, allerdings etwas weniger kräftig als ihre im Norden lebenden Verwandten. Auf dem Bild hier links vom Mt.Buffalo kann man gerade den Anfang des Übergangs sehen. Wir haben bei den ersten Begegnungen immer gedacht, es wären zwei unterschiedliche Arten. Ein erwachsenes Exemplar ist auf der Portalseite und auf der Seite von Wilsons Prom zu sehen.

Pennantsittiche leben und bevorzugen Wälder und Waldrandgebiete. Sie fliegen gerne in die Obstplantagen ein, um Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Kirschen und anderen Früchten zu fressen und sind deshalb bei den Farmern nicht sehr beliebt. Insektenlarven stehen ebenfalls auf dem Speiseplan. Rosellas vertreiben mit ihrem agressivem Verhalten andere Vögel oder Kleinbeutler aus ihren Nestern und werden in einigen Nationalparks, wie in den Flinders Ranges durch Schreckschüsse vertrieben.

Wellensittiche

Im australischen Hinterland leben die Vorfahren eines der beliebtsten europäischen Haustiere: die Wellensittiche (melopsittacus undulatus). Sie sind in Australien weit verbreitet und bewohnen Trockengebiete ebenso wie Eukalyptuswälder. Als Nomaden ohne Revier ziehen sie dem Regen und damit dem frischen Grass hinterher. Am liebsten fressen sie halbreife Samen, auch unsere zwei Hausgenossen stürzen sich eifrig auf grüne Reishalme. Bei sehr gutem Nahrungsangebot beginnt das Brutgeschäft in Baum- oder auch Erdhöhlen, die Jungen sind nach ca. 3 Wochen ausgebütet und 2 Wochen später flügge.

1840 wurden die ersten Vögel nach Europa gebracht und eroberten schnell die Herzen von Kindern und Erwachsenen. Deshalb wurden sie mit Erfolg gezüchtet. Aufgrund der kommerziellen Züchtung traten 1870 die ersten Farbmutationen auf. Neben den hellgrünen Wildformen entstanden die uns heute gut bekannten blauen, grauen und weißen Zuchtformen.

Die wilden Verwandten von Hansi und Pucki haben hier in freier Wildbahn alle ein hellgrünes Gefieder und sind an ein Leben unter extremen Bedingungen angepaßt. Wellensittiche müssen manchmal Hunderte von Kilometern fliegen um an Wasserstellen zu gelangen, dabei erreichen sie wie unsere Schwalben Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h. Mit bis zu 18 Jahren werden sie auch deutlich älter als die evolutionär verkümmerten Haustiere bei uns.

Wir haben auf den ersten zwei Reisen im Süden Australiens nur ein einziges Mal einen Schwarm mit ungefähr 40 Tieren gesehen. Es war sehr schwierig, die flinken Flieger mit der Kamera zu verfolgen, trotzdem kann ich zwei gelungene Fotos auf diese Seite setzen. Die anderen Fotos enstanden beim der dritten Reise im Norden, dort sind die grünen Gesellen weit häufiger zu sehen. In der Hochebene um Top Springs haben wir mehrere Schwärme gesehen, und am Campingplatz in Fitzroy Crossing waren einige Exemplare besonders zutraulich. Insgesamt waren es drei Begegnungen in 11 Wochen, wir hatten also großes Glück.

Bei unserer fünften Reise haben wir dann im Davenport National Park an zwei Tagen am Old Policestation Waterhole und auf dem Weg durch den Busch mehrmals kleinere Schwärme und Gruppen beobachten können. Wir konnten sie immer eher hören als sehen, weil die kleinen Quatschköpfe nie den Schnabel halten können.

Ihr einheitliches Aussehen und die grüne Farbe ist für die Wellensittiche in freier Natur ein guter Schutz. So können sie in den großen Schwärmen verschwinden und Raubvögel haben es schwer, sich für ein bestimmtes Beutetier zu entscheiden. Der englische Name für den Wellensittich (Budgerigar oder Budgie) leitet sich von betcherrygah ab. Dieser Begriff der Aborigines bedeutet soviel wie "gutes Futter". Damit ist vermutlich nicht der Vogel an sich gemeint, sondern das Vorkommen an Sämereien, welches am aktuellen Standort der Tiere zu erwarten war.

Nymphensittiche

Die uns Deutschen aus der Tierhandlung bekannten Nymphensittiche ziehen im trockenen Outback Australiens in unterschiedlich großen Gruppen und Schwärmen umher, immer auf der Suche nach Wasserstellen und Nahrung. Entsprechend dieser Notwendigkeiten erbringen sie außerordentliche Flugleistungen und gelten sie als die schnellsten Vögel Australiens. Wie viele andere Sitticharten - zum Beispiel Halsbandsittiche - halten sie beim Fliegen durch lautes Rufen Kontakt zu ihren Schwarmgenossen.

Die Männchen haben einen gelben Kopf, der bei den Weibchen eher gelblich grau ist. Außerdem ist der Ohrfleck der Weibchen kleiner. Einschließlich Schwanz erreicht ein Vogel ca. 30 cm Länge und lebt etwa 18 Jahre.

Nymphensittiche sind Schwarmvögel, sie suchen gemeinsam Nahrung, trinken, rasten und baden gemeinsam. An sehr vereinzelten Wasserstellen in extrem trockenen Gegenden kommen dann schon einige hundert Vögel zusammen. Wir haben bis jetzt leider nur ein paar Exemplare in der Nähe von Top Springs an der Victoria River Downs Road gesehen. Leider waren sie scheu und bei Annäherung schnell verschwunden, so gelang nur ein schlechter Video-Snapshot zur Dokumentation.

Die ersten Nymphensittiche kamen um 1845 über den langen und verlustreichen Seeweg nach Europa. Bald begann man, diese Vögel hier zu züchten und heute ist der Nymphensittich neben dem Wellensittich der beliebteste Käfig-Australier. Die erste erfolgreiche Zucht in Deutschland gelang um 1856. Die Australische Regierung erließ dann 1894 ein Ausfuhrverbot für alle einheimischen Tiere.

Nymphensittiche ernähren sich in Australien hauptsächlich aus trockenen und nach Regenfällen aufgequollenen Samen verschiedener Pflanzen. Erst wenn nach einer längeren und ergiebigen Regenperiode die trockenen Sämereien im Grasland zu keimen beginnen und ausreichend frisches Grünfutter zu erwarten ist erwacht unabhängig von der Jahreszeit wie bei den Wellensittichen die Brutlust. Im unwirtlichen ariden Lebensraum Outback können durchaus mehrere Jahre vergehen bis die Bedingungen wieder zum Brüten geeignet sind.

Zum Brüten zerstreuen sich die Tiere und suchen nach geeigneten Nistplätzen in der Nähe des frischen Grüns. Nymphensittiche sind Höhlenbrüter und bauen ihre Nester in den Astlöchern alter Bäume. Etwa eine Woche nach der Paarung legt das Weibchen im Abstand von 2 Tagen 4 bis 6 Eier, manchmal auch mehr. Die Eier werden von beiden Elternteilen in Arbeitsteilung bebrütet und nach etwa 17 bis 22 Tagen schlüpfen die ersten Küken.

Das Vogelleben findet immer in der Gruppe statt, da daß Brutgeschäft je nach Nahrungsangebot nicht regelmäßig erfolgen kann. Trotzdem finden sich bereits nach neun Monaten Jungvögel zu Paaren zusammen, die ein Leben lang monogam vereint bleiben und auch innerhalb des Schwarms etwas mehr miteinander beschäftigen.

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