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DAS KIMBERLEY

"The Kimberley" liegt im Nordewesten des australischen Kontinents. Die Region wird nach Osten vom Northern Territory nach Süden von der Pilbara Region in Western Australia begrenzt. Benannt wurde sie nach dem Earl of Kimberley. Das Gebiet ist mit 320.000 km² um 30% größer als Deutschland, aber nur ca. 15.000 Menschen leben hier in kleinen Orten in Küstennähe und auf riesigen Rinderfarmen.

Früher galt die Gegend hier als unzugängliches Pionierland und auch heute hat die Reise durch diese tropische Region noch weitgehend den Hauch von Freiheit und Abenteuer. Selbst für australische Verhältnisse ist die Kimberley Region ein ziemlich weißer Fleck auf der Landkarte und in weiten Teilen noch einsam und unerforscht. Auch einige Nationalparks wie der Drysdale River Nationalpark und das Prince Regent Nature Reserve haben keine offizielle Zufahrt in Form einer Straße.

Ein Viertel der australischen Aborigines leben hier in Gebieten, für die man ein permit braucht, wenn man hindurchfahren möchte. Die communities sind meist aus ehemaligen Missionsstationen entstanden und liegen sehr isoliert. Alkohol ist hier verboten.

Da es nur wenige Straßen gibt, die auch zum größten Teil nur in der Trockenzeit zwischen Mai und Oktober befahrbar sind, konzentriert sich hier auch der Besucherstrom. Das Innere des Kimberley und der äußerste Norden bestehen aus undurchdringlicher Wildnis, die nur mit Geländewagen oder mit dem Boot zu bezwingen ist. Wenn überhaupt. Das Kimberley mit seinem Mythos von Einsamkeit und Wildheit lockte in den letzten Jahren immer mehr Camper, australische Touristen, Reisegruppen und Individualreisende an. Die Rinderfarmen entlang der wenigen Straßen wie Gibb River Road oder Great Northern Highway haben sich längst darauf eingestellt und bieten dem Reisenden Unterkünfte, Essen, Benzin, organisierte Ausflüge und Helikopterrundflüge an.

Wer also Ruhe und Einsamkeit sucht, der muss schon mit dem Geländwagen sehr weit abseits der großen Verbindungswege unterwegs sein. Touristische Highlights sind auch hier gut besucht, so richtig einsam ist es leider nur noch selten. Ein Australier, der früher schon dort reiste, drückte sein Empfinden gegenüber der Gibb River Road so aus: "Every 50 kays a pit toilet".

Allerlei

Geologisch gehört das Kimberley zu den ältesten Gebieten der Welt, die Felsformationen werden auf ein Alter von 2,5 Milliarden Jahre geschätzt. Zur Zeit den Devon war dort, wo heute Landmasse ist, ein tropisches Meer mit zahlreichen Korallenriffen. Die Kalksteinberge, die man heute in den Nationalparks wie Windjana Gorge und Geikie Gorge findet, sind fossile Überreste dieser Korallen.

Die Küste der Region ist abgeschieden und einsam, kein Wunder, denn in der Regenzeit steht hier alles 10 Meter unter Wasser. Viele Naturschönheiten verbergen sich hier, einigen dürfte die Landschaft hier aus den Filmen von Malcom MacDouglas bekannt sein, die im Fernsehen öfter mal wiederholt werden.

Horizontale Wasserfälle, einsame Buchten, alte Felsmalereien, Fisch- und krokodilreiche Gewässer sind nur für Abenteurer mit Booten zugänglich. Gut betuchte Touristen bezahlen viel Geld, um in einem der wenigen Camps an der Küste zu übernachten. Dort kommt man natürlich nur per Helikopter hin, zum Beispiel zum Kimberley Coastal Camp oder zur Faraway Bay. Um hier Urlaub zu machen muss man sich aber schon sehr fürs Angeln von Barramundis interessieren. Die Reise geht meist von Broome nach Darwin oder bis zum Mitchell Plateau und mit dem Flugzeug zurück nach Broome.

Auch mit einem Schiff lassen sich die verborgenen Schönheiten der kimberley coast erforschen. Dazu braucht man allerdings ausreichend Zeit und Geld. Besonderes Kennzeichen der Küste ist ein gewaltige Tidenhub, der im Normalfall zwischen 8 und 12 Metern beträgt. Bei Springfluten kann der Wasserspiegel bis zu 14 Metern ansteigen. Deshalb ist es besonders gefährlich, sich ohne genaue Ebbe- und Flutkenntnisse in Küstennähe aufzuhalten oder an Flussufern zu übernachten. An den großen Flüssen wie dem Prince Regent River werden bei Flut gewaltige Wassermassen in den Fluss hinein bis weit ins Hinterland gedrückt.

Wirtschaftlich lebt die riesige Region hauptsächlich von der Rinderzucht, deshalb werde das Kimberley auch Cattle Country genannt. Riesige Rinderfarmen gibt es hier, meist liegen die Wohnhäuser nochmals 50-100 km abseits der Straßen und sind nur über unbefestigte Pisten zu erreichen. In der Regenzeit kommt man auf dem Landweg gar nicht dorthin. Zwei Drittel der gesamten Region sind auf 99 Farmen aufgeteilt.

Wenn es hier regnet, dann tagelang und die zahlreichen Flüsse treten dann über die Ufer und überschwemmen weite Landesteile. Der längste Fluss der Region ist der Fitzroy, in der Trockenzeit nur ein dünnes Rinnsal und während der von Dezember bis März andauernden Regenzeit ein gewaltiger Strom. Auf den Landkarten sind weite Bereiche rechts und links des Flusses als Überflutungsgebiet gekennzeichnet, mehrere Dutzend Kilometer breit. Die Luftfeuchtigkeit ist in dieser Zeit extrem hoch und Wirbelstürme keine Seltenheit. Keine gute Zeit für Reisende, dann aber zeigt sich das Kimberley wirklich von seiner wilden, unnahbaren Seite.

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Kimberley


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