Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2000
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TRANSPORT? TRANSPORT!
     "Transport? Transport?" Diese Rufe verfolgen jeden Touristen auf Schritt und Tritt in Bali. An jeder Ecke bieten Männer ihre fahrbaren Vehikel an, ob professioneller Taxifahrer oder Familienvater, der einen kleinen Nebenverdienst wittert. Allerdings dürfen in letzter Zeit Touristen nur noch mit versicherten Leihwagen befördert werden, Transport mit Privatwagen gegen Bezahlung ist verboten. Die korrupte Polizei kontrolliert häufig und wenn der Fahrer nichts zahlt, versucht man es bei den Touristen auf dem Rücksitz.
     Egal mit welchem Verkehrsmittel man unterwegs ist, es herrscht Linksverkehr, jederzeit kann ein Fußgänger oder ein Tier auf die Fahrbahn kommen und die Einheimischen fahren wie die wilde Wutz. Vorfahrtsregeln werden kaum beachtet, man überholt auch links, kürzt beim Rechtsabbiegen über die Gegenfahrbahn ab, schaltet nachts kein Licht an und verhüllt den Nachfolgeverkehr mit schwarzen Dieselwolken. Die Hupe wird überall laut und ausgiebig genutzt, vor Kurven oft auch sinnvoll eingesetzt. Auf eigen Faust herumzufahren ist gefährlich, vor allem von Fahrten dem Motorrad ist dringend abzuraten.
     War es vor 10 Jahren vielleicht noch möglich, wie auf Phuket oder Koh Samui ein kleines Moped zu mieten, so ist dies in Anbetracht des stark gestiegenen Verkehrsaufkommens heute auf Bali eher eine Tortour. Beim Überholen zählen entgegenkommende Motorräder nichts, sie haben in den Graben auszuweichen.
    Ausser in abgelegenen Gegenden der Nordküste und der Gebirgsdörfer sind die touristisch erschlossenen Gebiete und die Hauptstraße in Richtung Java voller Autos und rasender LKW. Man hat den Eindruck, die Balinesen müssten im Verkehr die hinduistischen Kasten zum Ausdruck bringen. In den letzten Jahren hat sich die Situation vor allem im Süden verschlimmert, die Straßendörfer gehen gesichts- und nahtlos ineinander über und der Verkehr hat enorm zugenommen.
     Die übelsten Raser waren bei unseren Besuchen übrigens die starken, rot-weißen LKW, welche auf Termin das Benzin zu den Tankstellen brachten. In Deckung, die rollende Bombe naht...

Mietwagen mit Fahrer
     Alles in allem sollte man seine Neven schonen und für Tagesausflüge keinen Leihwagen nehmen, sondern gleich einen Fahrer mit Auto mieten. Macht man das am Hotelcounter, ist es teurer und man bekommt oft auch noch einen Guide mit dazu. Der läuft dann immer hinterher, während der Fahrer im Auto wartet, und erklärt alle Sehenswürdigkeiten. Der Guide spricht meistens sehr gut Englisch.
     Auf dem freien Markt jenseits der Hotellobby gibt es eine Fülle an Angeboten, mit Handeln kann man hier viel erreichen. Zwischen 30 und 50 US$ zahlt man für einen ganzen Tag, je nach Fahrzeug und Verhandlungsgeschick. Der Fahrer ist meist auch Guide, bleibt auch mal im Auto und fährt nach Wunsch, spricht jedoch oft schlechter Englisch. Man bestimmt die gesamte Route selbst, kann auch alleine durch die Tempel stromern und anhalten wo man möchte. Eine sehr schöne und erholsame Art, Land und Leute kennenzulernen.
    Zu preiswerte Angebote sollte man mit Vorsicht genießen, denn dann landet man mit Sicherheit in irgendwelchen Shops in denen der fahrer Provision bekommt. Wenn man Shoppingtouren nicht möchte, sollte man es gleich am Anfang klarstellen.
     Man sollte sich aber für die selbstorganisierten Touren nicht zu viel für einen Tag vornehmen, sonst werden die letzten Stunden der Rückfahrt im Dunkeln echt stressig.... Der Fahrer wird bei der Vorbesprechung nur in Extremfällen Bedenken anmelden, sein Stolz auf seine fahrerischen Fähigkeiten lässt fast jede Strecke schrumpfen. Aber am Ende fehlt dann vielleicht die Ruhe.
 
     Wir hatten Glück und trafen im ersten Urlaub auf Bali in "Mades Restaurant" in Sanur auf Ayub, der uns auf Anhieb sympathisch war. Ausserdem war er im Besitz eines sehr bequemen und klimatisierten Land-Cruisers. Damit machten Ausflüge Spass. Auch für kleinere Fahrten nach Batubulan oder Denpasar hat er sich angeboten. Beim zweiten Besuch auf Bali bin ich natürlich sofort wieder zu Ayub gegangen, ebenso beim dritten Aufenthalt. Jetzt musste er uns allerdings mit einem etwas schlechteren Leihwagen fahren, was seinen Verdienst schmälert. Deshalb lässt er sich auch nicht auf die Dumpingpreise der Konkurrenz ein, unter 30 Dollar für einen Tag geht er nicht und das ist auch o.K.
     Ayub ist vor vielen Jahren aus Ost-Timor eingewandert, also kein Balinese, aber mittlerweile mit einer Balinesin verheiratet mit der er auch zwei Kinder hat, regina und Ronald. Er trägt als einer der wenigen Männer auf Bali einen Bart und ist Christ, kennt sich aber in seiner Wahlheimat bestens aus. Seine Frau kocht in dem einfachen, kleinen Restaurant leckere Sachen und macht die beste Erdnusssauce. Im Mai 2000 war schon ganz stolz, denn einige Schweizer kamen mit meiner ausgedruckten Webseite zu ihm und buchten eine Fahrt. Wir haben ihn dann mal mit in ein Internetcafe genommen und ihm diese Seite hier gezeigt. Er war sehr stolz, falls also jemand nach Sanur kommt - bitte Ayub von Ingrid und Michael grüssen...
 
Nachtrag vom September 2008 - Mail von Kurt:Sehr geehrte Frau Bunse, mit Interesse und Freude habe ich Ihren Reisebericht über Bali verfolgt. Meine Frau und ich waren vom 1.9.2008 – 12.9.2009 auf Bali. Traumhaft!
Leider haben wir vergeblich nach Ayub gesucht. Wir sind nach der von Ihnen ins Internet gestellten Visitkarte vorgegangen. Da Restaurant hat noch existiert, jedoch war nie jemand im Lokal zu sehen. Auf die Frage wo ich Ayub finden kann wurde mir von einer Balinesin mit Kleinkind erklärt, dass Ayub sie verlassen hätte und sie nicht wüsste, wo er sich aufhält. Telefonisch war Ayub leider auch nicht zu erreichen. Es war trotzdem ein traumhafter Urlaub und möchten Ihnen danken für die Anregungen auf Ihrer Webside.

Bemos
     Neben Bussen, die nicht nach Fahrplan verkehren und Taxen, die relativ teuer sind, gibt es auf Bali auch noch die Bemos. Das sind meist umgebaute Datsun-Pick-Ups mit zwei gegenüberliegenden Bänken auf der Ladefläche. Heute gibt es auch Minubusse, die sind beliebter.
     Bemos sind heiß, staubig und ständig in Dieselschwaden gehüllt und bieten beste Gelegenheit zu Kontakt mit den Einheimischen. Für Touristen sind sie eher für kurze Strecken zu empfehlen. Der Fahrpreis ist am Fahrzeug angeschlagen und die Bemos halten überall auf der festgelegten Strecke. Man muss nur laut "Stop!" rufen, wenn man aussteigen will.
 
Allerlei Schlepperei
     Wenn man in Bali die Augen aufmacht, sieht man am Wegesrand oft die lustigsten Arten, sperrige Gegenstände zu transportieren. Hier einige nette Beispiele:
 


 

 
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