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BESAKIH
     Die Balinesen verehren ihn, es ist die größte und heiligste Tempelanlage und liegt auf 950 m Höhe an der Südwestflanke des heiligen Vulkans Gunung Agung. Der Vulkan wird als Sitz der Götter und als symbolischer Mittelpunkt des Universums angesehen. Pura Besakih wird als Muttertempel aller Tempel auf Bali verehrt.
     Eigentlich ist es kein einzelner Tempel, sondern ein Sammelbegriff für eine riesige, in Terrassenform erbaute Anlage von mehr als 30 Einzelkomplexen mit über 200 verschiedenen Hallen, Pagoden und anderen Bauten. Jedes der alten Fürstengeschlechter, jede Zunft und alle balinesischen Dorfgemeinschaften unterhalten hier einen eigenen Tempelbezirk mit Schreinen und Altären.
     Die Ursprünge dieses Bezirks reichen bis in die prähinduistische Epoche zurück. Die Legende berichtet von einem Priester, der hier bereits im 8. Jahrhundert nach Christus eine hinduistische Kultstätte gegründet haben soll. Dokumentiert sind hinduistische Rituale im 11. Jahrhundert.
     In den nächsten Jahrhunderten wurde das Areal dann immer weiter vergrößert und bebaut, so dass man heute einen grandiosen und imposanten Tempelkomplex vorfindet, durch den man herrlich spazieren kann. Ein Rundweg führt bis in die oberen Regionen der Anlage, über niedere Mauern kann man von der Seite in die Höfe hereinschauen.
     Der größte und wichtigste Tempel ist der Pura Penataran Agung, der alleine aus rund sechzig Einzelbauwerken besteht, die sich auf sieben übereinanderliegende Terrassen verteilen. Der Innenbereich ist für alle Nicht-Gläubigen gesperrt, wie überall auf Bali. Angeblich wird man gegen Bezahlung hier herumgeführt, darauf sollte man aber nicht hereinfallen. In diesem Teil befindet sich der wichtigste Schrein von Besakih, ein dreisitziger Lotosthron.
     Zwei weitere Haupttempel gibt es noch: Der westlich liegenden Pura Batu Madeg ist Vishnu geweiht, der östlich liegende Pura Dangin Kretag ehrt Brahma.
     Im Pura Besakih wird - neben dem jährlichen Tempelgeburtstag, dem Odalan-Fest - das nur alle hundert Jahre stattfindende Tempelfest, das Eka Dasa Rundra, gefeiert. Dieses ist das wichtigste und heiligste aller balinesischen Opferrituale zur symbolischen Reinigung des gesamten Universums.
     Beim letzten Fest passierte es dann: Durch politischem Druck wurde das Fest in das Jahr 1963 verschoben - nach balinesischem Kalender vor den Ablauf der üblichen Frist von 100 Jahren. Die Vorbereitungen waren schon in vollem Gange, da zürnten die Götter: Es kam zum letzten großen Ausbruch des Vulkans Gunung Agung! Glühende Lava wältze sich den Hang herab und es kamen damals über 2.500 Menschen ums Leben. Weite Landstriche wurden verwüstet, aber der Pura Besakih blieb weitgehend verschont.
     Da der Vulkan als erloschen galt, sahen es die Gläubigen als Zeichen und wurden so in ihrem Glauben gestärkt.
     Zum ersten Mal war ich dort im November und es hat geschüttet wie aus Eimern. Im Mai hatten wir etwas mehr Glück, Wolken sind hier aber oft die Regel. Man muss schon sehr früh aufstehen, wenn man den Vulkan sehen will. Meist wird er von Wolken verhüllt.
Nepper und Schlepper
    Besakih ist bei Touristen vor allem wegen der dort allgemein praktizierten Abzocke bekannt. Immer wieder fallen viele darauf herein und zahlen eine Menge Geld für Eintritt und selbsternannte Führer. Das fängt schon am Parkplatz an, der einen kleinen Obulus kostet. Diese Parkgebühr sollte jedoch der gemietete Fahrer zahlen, auf keinen Fall der Tourist.
    Am Eingang wird man dann zu einer Art Kassenhäuschen gedrängt und hier soll man nun Eintritt zahlen. Unsummen von 10 oder 20 US$ werden gefordert, leider bezahlen viele Touristen die auch. Dabei steht dort nur ein Schild mit der Aufschrift "Donation", denn Besakih kostet keinen Eintritt, nur eine Spende wird gerechterweise verlangt. Wir haben für 2 Personen 10.000 Rupies (Mai 2000 ca. 2,50 DM) gespendet, das ist ca. das doppelte bis fünfache von dem, was in anderen Tempeln als Eintritt verlangt wurde und vollkommen ausreichend.
     Dann wird man sofort belagert und belabert. Der Weg zum Tempel ist lang und aufsteigend, die Straße ist gesäumt von unzähligen Shops, die sich in nichts von denen in den Touristenorten unterscheiden. Zuerst bieten mehr oder weniger freundliche Herren an, die Touristen mit dem Moped die ca. 2 km hochzufahren - zu abosoluten Fantasiepreisen versteht sich. Wenn man Fotoausrüstung oder Videokamera trägt, wird am Eingang eine Gebühr verlangt. Wir hatten die Ausrüstung im Fotorucksack, daraufhin hat uns also niemand angesprochen.
     Sehr lästig war allerdings der Guide, der uns dann in nahezu unverständlichen Englisch erzählte, jeder Tourist müsse mit einem Mann aus dem nahelegenen Dorf den Tempel besichtigen, sonst komme man nirgends hinein. Unser Verfolger war allerdings etwas älter und wir konnten ihn mit Ignoranz und forschen Schritten schon nach einigen Metern abhängen. Dann folgen die Rufe der Shopinhaber: "Come in my shop", "Looki, Looki", "Madam, cheap price for you". Das hat sich meines Erachtens in den letzten Jahren aber etwas gebessert.
     Wenn man dann am ersten Tempel ankommt und die ersten Stufen hinaufgeht, ist man sogleich wieder von einer Schar Guides umringt. Ein deutschsprachiger Führer findet sich fast immer, man wird auch sofort als Deutscher erkannt. Grundtenor der Anmache: Nur mit Guide kommt man in den Tempel, kann nur mit ihm zu den wichtigsten Sachen und heute ist auch eine besonderer Zeremonie, die man nur mit Guide zu sehen bekommt. Wer dem glaubt und sich entführen lässt, sollte unbedingt vorher den Preis aushandeln, denn am Ende werden astronomischge Summen verlangt.
     Nötig ist das nicht, denn a.) es finden in Besakih eigentlich immer Zeremonien statt, b.) kommt man als Tourist ins heilige Innere sowieso nicht herein, und c.) kann man die ganze Anlage als solche auch von außen überblicken. Dazu geht man am besten an der Treppe nach rechts und folgt dann dem Weg entlang der Mauer bis ganz nach oben. Auf der anderen Seite kann man dann heruntergehen und auf diesem Rundweg hat man dann auch von außen so ziemlich alles Sehenswerte mitbekommen. Achtung, wenn man am Hauptkomplex vorbeigekraxelt ist, führt ein Weg noch ca. 150 Meter weiter nach oben zu einem zweiten größeren Tempel. Hier sind im Gegensatz zu den meisten anderen Anlagen fast alle Gebäude aus Stein errichtet und reich verziert (siehe Titelbild).

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