FLORAAm Anfang war das Wasser, so sagt eine alte balinesische Legende. Die Götter schufen die Schildkröte und setzten sie auf das Meer. Auf ihrem Rücken entstand Bali. Im Himmel wohnen die Ahnen, in der Tiefe des Meeres hausen Dämonen, dazwischen leben die Menschen. Und über allem herrschen die Götter. Balinesen betrachten ihre Heimat als Leihgabe der Götter, als Modell des Universums. Leider sind heute auch die schlechten Zeichen des Fortschritts überall spürbar. Grandiose Aussichten werden rücksichtslos und ohne Gefühl für die Landschaft verbaut, generationen alte Reisterrassen verfallen, Verkehr drängelt sich mit viel Krach im Schneckentempo durch die abgasgeschwängerten Straßen. Doch abseits der Ferienzentren und Hauptstraßen findet man noch viel Ursprünglichkeit in Fauna und Flora. Fast ganz Bali ist vulkanischen Ursprungs. Die jüngsten Vulkane befinden sich im Osten der Insel, im Westen sind die Überreste der Vulkane eine Million Jahre alt. Der Vulkanismus hat die Insel geprägt, er gab ihr die Form und die fruchtbaren Böden. Der letzte Ausbruch war 1963 und die Vulkane sind den Balinesen heilig. Trotz hoher Bevölkerungsdichte und intensiver Agrarwirtschaft gibt es auf Bali noch große Flächen mit ausgedehnten Wäldern, vor allem im Westen, dort liegt auch der größte Nationalpark. Er ist schwer zugänglich. Vier Waldtypen kann man unterscheiden: die Savanne, die tropischen Regenwälder des Tieflandes, kleine Zonen mit laubabwerfendem Monsunwald und Bergwald. Früher gab es in den Wäldern sogar Tiger, der letzte Balitiger wurde leider 1937 erschossen und die Art ist somit für alle Zeiten ausgerottet. Hier ist noch ein interessanter Link zum Thema: Center for International Forestry Research (CIFOR) in Indonesien. |


