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DORFGEMEINSCHAFTEN
     Bali ist eine von 37 indonesischen Provinzen und wird von einem Gouverneur regiert. Administrativ ist Bali in acht Regierungsbezirke, die etwa den Machtsphären der einstigen lokalen Fürsten entsprechen, 51 Kreise und 575 Gemeinden unterteilt. Diese Gemeinden bestehen aus insgesamt 3.508 Teilorten.
     Das Dorf (Desa) ist unterteilt in Desa Dinas (die kleinste Verwaltungseinheit unter dem Landkreis) und Desa Adat (die soziale Gemeinde), diese beiden Einheiten sind selten deckungsgleich. Jedes traditionelle Dorf ist nach einem genauen Layout abgelegt, das wichtigste Element ist die räumliche Aufteilung, die bergwärts (kaja) und meerwärts (kelod) ausgerichtet ist. Wenn man auf Touren im Landesinneren durch die zahlreichen kleinen Dörfer kommt, dann kann man das System schon vom Auto aus erkennen. Die Straßen führen schnurgerade durch die Dörfer und immer bergauf. Kurven gibt es nicht. Balinesen benutzen den Begriff kaja auch für Norden und kelod für Süden, ist man allerdings nördlich der Berge unetwegs, werden die Begriffe genau umgekehrt angewendet.
     Gemeinschaftsland gehört ausschließlich der sozialen Gemeinde, dem Banjar. Deren Aufgabe es auch ist religiöse Aktivitäten zu organisieren. Die Verwaltungseinheit befasst sich eher mit staatlichen Aufgaben. Territorium bzw. Länderein und Gebietsansprüche der Desa Adat sind fest auf eine bestimmtes Gebiet beschränkt, Verwaltungseinheiten können sich mit der politischen Lage auch verändern.
     Schon immer war die balinesische Gesellschaft meist agrarisch strukturiert. Auch heute noch leben über 90% aller Balinesen in Dorfverbänden auf dem Lande. Doch beim Herumreisen fallen Unterschiede zwischen den Regionen auf. In der Ebene sieht man die gut erschlossene und reiche Dörfer, um die herum vornehmlich Nassreis mit Bewässerungsystemen angebaut wird. Die Bevölkerung ist dort in Kasten gegliedert und hierarchisch strukturiert.
     In einer Übergangszone von der Ebene zum Bergland nimmt die Bevölkerungsdichte ab und man trifft meist auf Trockenfeldbau.
     Im Bergland sind Kaffeeplantagen, Obst- und Gemüsegärten und Gewürznelkenhaine vorherrschend. Hier leben hauptsächlich die Bali-Aga-Gemeinden ohne Kastenbildung.
 
Die Subak
     Ganze Generationen von balinesischen Bauern haben Wälder gerodet und Bewässerungskanäle und Terrassen angelegt um dort Reis anzubauen. Dieses komplexe Bewässerungssystem basiert auf den Subak, das sind Genossenschaften. Jedes Feld ist mit einem kleinen Erdwall eingedämmt und wenn es bewässert wurde, wird das Wasser auf das nächste weitergeleitet. Jeder Besitzer auch nur eines Feldes muss sich dem Subak anschließen. Dem gehören alle Bauern an, deren Wasserversorgung von der selben Quelle abhängt. Es gibt tausende von Subak auf Bali, manche Dörfer besitzen mehrere, je nachdem wie die örtliche Wasserversorgung strukturiert ist. Mit diesem ausgeklüngelten und über Jahrzehnte bewährten System sind die Balinesen erfolgreiche Bauern geworden.
     Die Organisation ist demokratisch, die Mitglieder treffen sich regelmäßig, um die Arbeiten zu koordinieren und um Probleme wie Neubau und Unterhalt der Wasserkanäle zu diskutieren. Ausserdem werden Opferfeste organisiert und die Wasserverteilung kontrolliert. Probleme um das Bewässerungsystem, wie Veränderungen an den trockenen Felder, oder Überschneidungen mit einem anderen Subak, muss der regionale Wasserrat beraten. Letzte Instanz ist Jero Gede, Hauptpriester von Pura Ulun Danu Batur, dessen Entscheidung abschließend ist. Alle zum Pura Ulun Danu Batur gehörigen Subak tragen zum Unterhalt des Tempels bei.
     In jedem Subak findet man neben den zahlreichen Bewässerungskanälen eine Vielzahl von kleinen Tempeln und Altären.
     Die Bewässerung ist ziemlich kompliziert, ein Reisfeld kann als Vorbereitung zur Pflanzung der Setzlinge überschwemmt sein, während ein anderes nebenan schon erntereif ist. Die Bauern führen ihre Enten auf die Felder, um Ungeziefer zu vertilgen. Als Nebenprodukt bildet der Entenmist einen hevorragenden Dünger. Kleine Prachtfinken, die Reisvögel, suchen in Schwärmen ernetereife Felder heim. Sie werden mit Plastiktüten, Bändern und mit dem lärmenden Einsatz von Kindern wärend der Erntezeit vertrieben.

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