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BALINESISCHE MUSIK
     Gamelan ist die traditionelle Musik Indonesiens, besonders auf Java und Bali. Am Morgen sitzen meist zwei Musiker beim Frühstücksbuffet und untermalen das Schlemmen mit balinesischer Tischmusik. Am Abend im Restauraunt, bei Tanzvorführungen - nirgendwo ist man vor dieser Musik sicher. Wer sie nicht mag, hat schlechte Karten. Ich finde sie angenehm, vor allem im Land selbst passt sie hervorragend zur Stimmung. Gamelan Musik ist ungewohnt für unsere Ohren, hat jedoch einen unglaublichen Rhythmus.
     Faszinierend, aber in seiner Form nicht klar nachzuvollziehen. Dies liegt unter daran, daß das Equipment mit seiner Stimmung nicht dem uns bekannten Tonsystem gleicht. Es entsteht ein uns vollkommen fremdes Klangbild.
     Wenn man einmal ein Gamelan-Orchester gehört hat, dann wird man diese Klänge immer wiedererkennen. Folgt man auf Bali den Klängen der Musik, wird man bestimmt zu sehenswerten Ereignissen geleitet: eine Tempelzeremonie, eine religiöse Prozession, oder eine Familienfeier. Jede dieser Feierlichkeiten, wird von Gamelan Musik begleitet.
     In Bali sind Tempelfeste oder Zeremonien ohne Huldigungen der Götter nämlich nicht denkbar und die Tempel-Geburtstage geben Gelegenheit zu Drama und Tanzaufführungen, die manchmal bis zum frühen Morgen andauern. Und bei jeder Vorstellungen gibt es das örtliche Gamelan-Orchester, das aus verschiedenen Blechinstrumenten wie Metallophone, Gongs, Becken und Maultrommeln besteht, sein Bestes. Die Instrumente sind groß und teuer, deshalb gehören sie der Dorfgemeinschaft und werden im Banjar, dem Gemeindesaal des Dorfes aufbewahrt.
     Die balinesische Musik wurde nicht niedergeschrieben oder aufgenommen, sondern immer von Generation zu Generation mündlich überliefert.
Gamelanorchester
     Das Wort Gamelan stammt aus Java, ist aber heute der Begriff für ein Orchester von Schlaginstrumenten. Ein Gamelanorchester besteht hauptsächlich aus Instrumenten wie Gongs, Metallophonen und Glockenspielen. Diese Instrumente werden mit hammerförmigen Holz-Stößeln, einige davon mit Stoff umwickelt, gespielt.
     Die Instrumente sind aus Bronze gefertigt und erzeugen einen speziellen, weit tragenden Ton. Zur Anreicherung des Musikvolumens werden die Klangkörper immer paarweise gefertigt und von den Spezialisten in der Metallgiesserei mit einem ganz geringen Unterschied gestimmt. Da die Instrumentenpaare immer synchron gespielt werden, entwickelt sich ein reiches Spekturm an Obertönen und Schwebungen.
     Die höherliegenden Töne werden öfter angeschlagen, als die tieferen Töne. Die verschieden großen Gongs und Metallophone bestimmen das Spiel, die anderen Instrumente tragen zur Ausgestaltung bei. Im Mittelpunkt stehen zwei Trommeln, eine "männliche" und eine "weibliche", und die Trommler bestimmen das Tempo.
          Bei Theateraufführungen (Schattenspielen, Puppenspielen und Tanztheatern) ist Gamelan ist ein wichtiger Progranmmteil. Die Musik betont die Stimmung der Figuren, die Götter oder Dämonen darstellen, und erklärt ihre Aktionen. Die Figuren haben untrennbare Verbindungen mit speziellen Melodien, so dass das Publikum Figuren und Aktionen im Voraus erkennen kann.
     Gamelan-Musik ist eine ausgesprochene Gruppenmusik, ein gut ausgestattetes Orchester arbeitet mit mindestens ca. 20 Spielern. Kollektive Spielfreude und vor allem Spass am differenzierten Zusammenspiel sind für diese Art des Musizierens Vorraussetzung. Eine weitere Besonderheit vieler Gamelan-Stile ist die schon erwähnte Verbindung zum Tanz: jede Bewegung, jede Geste spiegelt sich in der Musik und umgekehrt. Beide Ausdrucksformen ergeben ein Ganzes.
     Bei offiziellen Anlässen sind die Gamelanspieler (noch) alle männlich, Frauen werden nicht zugelassen. Mancherorts, wie zum Beispiel in Sanur, kann man abends im Banjar auch mal eine Frauengruppe unter der Anleitung eines erfahrenen Gamelanspielers auf den gemeinschaftlichen Instrumenten üben sehen und hören. Vor dem Banjar warten einige der Ehemänner und Brüder, um diejenigen der Damen, die nicht selbst Moped fahren, wieder nach Hause zu bringen. Schwung und Spielfreude der Frauengruppe waren beeindruckend.
     Im Restaurant oder in der Lobby des Hotels bekommt man meistens ein Mini-Gamelan zu hören: Zwei Männer spielen äußerst routiniert und synchron klassische Gamelan-Melodien auf zwei kleinen Xylophonen aus Bambus. Manchmal - zum Glück recht selten - werden sie noch von einem Flötenspieler begleitet.
     Auch europäische Komponisten beschäftigten sich mit dieser Musik: Debussy, Ravel, Britten, Stockhausen und viele mehr. In den USA und Europa wurden in den letzten Jahrzehnten viele Gamelan-Gruppen gegründet.
 
    Hier ein passender Link zum Thema: "Mira" und die Stimmung des Bremer Gamelan. Ein künstlerisch-wissenschaftliches Forschungsvorhaben im Fachbereich 2 der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg.
 
Hier ist noch eine interessante Seite zum Thema:
Die Pracht der tönenden Bronze – Musik auf Bali
 

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