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BALINISISCHE TÄNZE
     Die wohlhabenden Touristen, die ins Land kommen, möchten zusammen mit der Hotelübernachtung das schnelle, möglichst spektakuläre "Kulturpaket" kaufen. Da die "touristische" Kunst nur für die Ausländer gedacht ist und sogar auf nationaler Ebene gelenkt wird, kann man die Darbietungen in Hotels und Restaurants durchaus als balinesische Kunst bezeichnen.
     Diese Unterhaltung unterliegt einigen Kriterien: sie muss traditionell sein, sie darf nicht sakral sein, sie muss kurz und attraktiv sein und die Wunschvorstellungen der Touristen nach fremder Exotik befriedigen. Dazu kommen möglichst prächtige und farbige Kostüme. Der Tourist hat wenig Zeit, will aber die Illusion mit nach Hause nehmen, viel für sein Geld gesehen zu haben. Fast jeden Abend kann man beim Essen durchaus geschmackvolle Tanzdarbietungen umsonst genießen.
     Das diese Tänze nicht sehr ursprünglich sind, stört die Touristen und die Tänzer wenig. In Hotels und Restaurants wird meist ein Legong, der Froschtanz und einige Auszüge aus dem Ramayada-Epos getanzt. Andere Tänze werden zentral für alle Touristen in Batubulan aufgeführt. Einige Aufführungen, wie das Schattenspiel, sind schon wesentlich schwerer zu finden.
Legong
     Das Hofballett Legong ist eine sehr kunstvolle Tanzform. Die Körperhaltung ist exakt vorgegeben, die Schrittfolge sehr kompliziert und muss bereits früh erlernt werden. Wegen der vorgeschriebenen Reinheit war der Legong früher nur Mädchen vor der Pupertät vorbehalten. Nach jahrelangem Training traten sie im Alter von 8-12 Jahren dann auf. Da die Legongtänzerinnen die schönsten Mädchen des Dorfes waren, gehörten sie dem Fürsten, der unter ihnen nach Beendigung der Tanzkarriere häufig seine Konkubinen wählte.
     Das Repertoire des Legong erzählt viele Geschichten. Oft sieht man zwei Mädchen in Trance, beseelt vom Geist himmlischer Nympfen, perfekt synchronisiert tanzen. Diese Legong Zwillingspärchen sind bei guten Aufführungen wirklich fast perfekt aufeinander abgestimmt. Das Kostüm ist prächtig und markant mit der goldenen Haube. Auf dem Bild sieht man eine der touristischen Legong Aufführungen, wie sie in sehr vielen Restaurants am Abend ohne Mehrkosten für die Gäste aufgeführt wird.
Kechak
     Ebenfalls in Batubulan, am Abend und an einem anderen Aufführungsort, findet der Kecak-Tanz statt. Er wird oft auch fälschlicherweise der "Tanz der Affen" oder "Affentanz" genannt. Vor malerischer Kulisse im Fackel und Scheinwerferlicht sitzen 50 Männer in einer Runde. Dieser chak-Chor imitiert die Rhytmusinstrumente des Gamelan. Das hört sich sehr beeindruckend an. Innerhalb dieser Runde wird eine Choreographie aus dem Ramayada getanzt, mit Rama, Sita, Hanuman dem Affenkönig und dem goldenen Hirschen. Danach wird noch ein Legong und ein Trancetanz aufgeführt.
     Am Ende der Vorstellung bringt der Tempelpriester einige sakrale Opfer. Er besprengt die Tänzer mit heiligem Wasser, um sie aus ihrem Trancezustand zu lösen.
 
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