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BALINESISCHE TEXTILIEN
     Wenn man durch Balis Einkaufsstraßen schlendert, sieht man eine ganze Menge Textilien. Das ist meist importierte Billigware, die allerdings sehr preiswert verkauft wird. Die T-Shirts und Herrenhemden haben durchaus eine akzeptable Qualität. Für unter 10 DM bekommt man bei uns kaum ein Unterhemd. Auch Strandkleidung, allem voran die beliebten Sarongs, ist überall zu haben. Aber auf Bali werden auch noch Stoffe verkauft, die traditionell in Handarbeit auf Webstühlen hergestellt werden.
     Hier ist sogar noch eine uralte Stofftradition lebendig, in der alles Gewebte mehr ist als blosse Kleidung. Die Herstellung ist kein handwerklicher Vorgang, sondern eher ein Ritual.
     Früher durften nur die Frauen weben, Männer waren für Hilfsdienste wie etwa Färben zugelassen. Nur an ganz bestimmten Tagen wurden die Fäden in den Webstuhl gespannt, bei Vollmond oder bei Flut. Bei der Herstellung mussten eine Menge Regeln befolgt werden. Den fertigen Erzeugnissen wurden besondere Kräfte zugesprochen, sie konnten zum Beispiel vor Unglück bewahren. Die Muster bildeten eine geheime Formensprache, bestimmte waren den Fürsten und Priestern vorbehalten - andere verdeutlichten als Vorläufer einer Uniform die hierarchische Position des Trägers.
 
Ikat
     Das Wort Ikat bedeutet "knüpfen". Unterschieden werden, je nachdem, welche Fäden geknüpft werden, Kettfäden-Ikats und Schussfäden-Ikats. Kettfäden sind die Fäden, die fest auf den Webstuhl gespannt werden, und Schussfäden sind die, die mit dem Schiffchen zwischen den Kettfäden hin und hergeführt werden. Das Einfärben mit Naturfarben ist ein langwieriger und komplizierter Vorgang. Es erfolgt durch Abbinden der Stellen des Fadens, der keine Farbe annehmen soll, und nachträgliches Färben.
     Die Stoffe, die in Bali an Touristen verkauft werdem, sind meist chemisch gefärbte Massenware. Solche Leuchtfarben kann man mit Naturmaterialien auch gar nicht herstellen.
     Allerdings kann man an vielen Orten Frauen bei der Arbeit am Webstuhl beobachten. Schussfäden-Ikats sind meist aus Seide hergestellt und oft noch mit dünnen Goldfäden durchwirkt.
 
Batik
     Batikstoffe kommen meist aus dem benachbarten Java, hier erreichte die komplizierte Technik ihre Vollendung. Heisses Wachs wird auf Seide oder Baumwollbatist an den Stellen aufgetragen, die ungefärbt bleiben sollen. Dazu benutzt man Pinsel, kleine Gefässe oder Stempel. Durch Risse, die beim Trocknen der Wachsschicht entstehen, gelangt zusätzliche Farbe in das Gewebe. Es entstehen Verästelungen, ähnlich dem Krakelee in der Keramikglasur - Farbsprenkel - denn Batik ist das malaiische Wort für "sprenkeln". Wie es weitergeht hat bestimmt jeder früher mal im Werkunterricht an der Schule gelernt: Stoff wird gefärbt, Wachs herausgewaschen, neue Wachsschicht aufgetragen, neu gefärbt...
     Diese komplizierte Technik wurde nicht mehr gepflegt, seit es billige Drucke mit diesem Effekt gab. Eine Batikfabrik in Jakarta hat ein Verfahren entwickelt, bei dem der bedruckte Stoff von echter Batik kaum mehr zu unterscheiden ist. Dieses Seidensiebdruckverfahren kostet natürlich nur einen Bruchteil der Handarbeit. Deshalb ist echte Batik in Indonesien nicht mehr leicht zu finden und sehr teuer. Was man in Bali angeboten bekomt, ist billiger Druck und hat mit echter Batik nichts zu tun.
Kleidung
     Zu Tempelfesten, wie auf meinem Bild, tragen die Balinesen besondere Kleidung. Das Bild ist allerdings eine Postkarte, so eine prächtige Prozession habe ich leider live noch nicht gesehen. Traditionelle Kleider unterstreichen, das der Körper (wie auch der Kosmos) von oben nach unten gegliedert ist. Stoffe haben symolische Bedeutung, oft sieht man schwarz-weiß gewürfelte Stoffe - auch um Statuen im Tempel. Das soll zum Beispiel den Gegensatz von Gut und Böse symbolisieren.
     Gewänder der Priester sind traditionell weiß. Im Tempelbereich muss man rituelle Gürtel tragen, sie binden symbolisch die Gelüste der unteren Körperpartien. Der Kopf, am nächsten zum Himmel, muss rein bleiben. Deshalb tragen alle Männer einen Turban.
     Die traditionelle Frauenkleidung ist die kebaya-Bluse, darunter waren früher nackte Brüste, heute schimmert ein BH durch. Die Haare sind lang und meist kunstvoll geknotet. An den meisten Frauenfesseln sieht man Fußkettchen.
     Offizielle Fremdenführer in Bali müssen traditionell gekleidet sein.
 
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