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WALDWANDERUNG

Direkt von der Zufahrt zwischen Transpantaneira und deb Gebäuden der Pouso Alegre Lodge aus führen an vielen Stellen Pfade in den Wald, mal gut sichtbar, mal versteckt. Der erste Fußweg beginnt schon ein kurzes Stück hinter dem Eingangstor und bildet im Wald eine Schleife. Espinheiro nennt sich die Region und der Roça trail, führt durch dichte Vegetation mit vielen unterschiedlichen Pflanzen. Hier konnten wir einige der kleineren Vogelarten beobachten, wenn auch nicht immer fotografieren. Bei dem schwülen und heißen Klima ist selbst ein Spaziergang im schattigen Wald schon recht anstrengend und fällt nicht unbedingt unter den Begriff Freizeitvergnügen, denn man schwitzt dabei sehr. Im Wald braucht man zwar keinen Hut zu tragen, die Krempe sorgt aber auf der anderen Seite dafür, dass einem der Schweiß nicht in die Augen läuft. Die schwere Kamera und die Wasserflasche werden beim Rundgang schnell zur Last.

Wir konnten unser Auto direkt am Anfang des Weges auf der Zufahrt parken. Hier halten ab und zu auch mal die Guides mit ihren Gästen, wir waren hier aber zwei Mal ganz alleine unterwegs. Der Trail ist nicht sehr lang, aber schwierig zu laufen. Man muss ständig auf Wurzeln auf dem Weg achten, damit man nicht stolpert, während man suchend in die Bäume schaut. Insgesamt ist der Pfad aber gut erkennbar und fast völlig frei von Ästen, Zweigen und Blättern.

Hier konnten wir auch viele Ameisen beoachten, ihre Straßen führen über den Weg und dann in den dichten Wald oder die Bäume hinauf. Ungefähr eine Stunde sollte man für diesen Rundweg einrechnen. Um die dicken Bäume herum wachsen diverse Pflanzen wie die Würgefeige. Ein fieses Gewächs, das andere Bäume umarmt und buchstäblich zu Tode erdrückt. Es gibt kleine, eher unscheinbare helle Orchideen und Bromelien in leuchtetem Orange-Rot am Wegrand. Hier im Wald gedeihen auch auch Lilien, Philodendren, Orchideen, Wachsblumen und wir sahen allerlei für uns unbekannte Sträucher und Bäume, die wir leider nicht benennen können. Hier ist eine Liste aller Pflanzenarten, die auf Alegre wachsen.

Fotomotive gibt es auf so einem Rundgang auf jeden Fall genug, auch wenn die Tierdichte hier nicht sehr hoch war. Da haben wir in dem Wald am Fluss, beim Spaziergang mit Luis, mehr Arten gesehen. Andere Vögel, einen Tamandua und eine ganz andere Sorte Wald.






Affenbande

Schön ist auch der dichte Wald, der ein paar Kilometer weiter rechts und links an der Zufahrt liegt. Hier ist der Weg ein wenig verbreitert, so dass man dort parken kann ohne im Weg zu stehen. Direkt an der Parkbucht befindet sich ein großer Baum, in dem ein Buntfalke nistet. Leider haben wir den hübschen bunten Vogel nicht gesehen, obwohl wir jedes Mal dort gesucht haben, wenn wir vorbei gekommen sind.

Nachdem wir ihm unser GPS auf dem Smartphone gezeigt haben hat Luis uns hier Anfang eines versteckten, schönen Waldwegs gezeigt, der allerdings nicht sehr gepflegt war. Es ist viel Arbeit, diese Wege von Ästen und Bewuchs frei zu machen, und dieser Weg dient eigentlich nur zur Kontrolle einiger Schlangenfallen. Dafür waren wir hier ganz alleine unterwegs und schon nach wenigen Schritten von der Straße, vorbei an pieksenden Bromelien, steht man mitten in einem dichten Urwald. In diesem Teil des Waldes haben wir jedes Mal Kapuzineraffen gesehen.

Die tagsüber aktiven Baumbewohner kommen nur gelegentlich herunter auf den Boden. Meist turnen sie in den Baumkronen herum, was das Fotografieren erschwert. 3,5 Kilo Kamera wollen dann über einen längeren Zeitraum nach oben gehalten werden, für ein Stativ wechseln die flinken Affen viel zu schnell ihre Positionen. Bei unserer ersten Wanderung in diesem Wald sahen wir nur ein paar Tiere, die neugierig zu uns herunter schauten und versuchten, uns mit einigen Drohgebärden zu verscheuchen. Ein ausgewachsener männlicher Kapuzineraffe wiegt um die 3,5 kg, ein Weibchen zwischen 2,5 und 3,0 kg.

Nach dem Zusammentreffen mit den Affen wurde uns schnell klar, warum uns Louis nicht ohne GPS in den Wald gelassen hatte. Wir hatten uns auf der Suche nach den Tieren mehrmals um uns selbst gedreht, waren einem Pfad oder etwas, was so aussah, ein Stück durch den Wald gefolgt, und schon hatten wir die Orientierung verloren. In der festen Überzeugung, die richtige Richtung zu kennen, liefen wir weiter, ein Blick auf das Smartphone belehrte uns schnell eines Besseren. Wir waren fast genau in die falsche Richtung unterwegs, ohne GPS wären wir sicher ein oder zwei Stunden planlos herumgeirrt. So standen wir dank guter Führung nach 15 Minuten wieder auf der Zufahrt, nur ein paar Meter von unserem Auto entfernt.

An einem anderen Morgen stoppten wir wieder hier und gingen die nun schon bekannten Wege durch den Dschungel. In der Nacht hatte es leicht geregnet und Wasser tropfte von den Bäumen auf uns herab. Das war wie eine sanfte Regenwalddusche, bei dem Klima sehr angenehm. Dann kam wieder eine Gruppe Kapuziner, diesmal waren es viele Tiere mit ihrem Nachwuchs. Sie leben in Gruppen von bis zu 20 Exemplaren, die von einem alten, erfahrenen Männchen geführt werden.

Dieses Männchen war natürlich besonders an uns Eindringlingen interessiert und turnte genau auf den Bäumen über uns herum. Vom Schütteln an den Ästen rieselte das Wasser wie Regen auf uns herab, zusammen mit Blättern und dünnen Ästchen. Was das Fotografieren nach oben nicht gerade einfacher machte.

Aber ab und zu zeigte sich ein Affe auch mal auf einem relativ freien Platz in der Sonne, das musste man dann gleich ausnutzen. Die Bilder unten entstanden alle bei diesem Spaziergang im Wald.





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