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LEBENDE RASENMÄHER

Das Capybara oder Wasserschwein (Hydrochoerus hydrochaeris) ist eine Säugetierart aus der Familie der Meerschweinchen. Rund um die Fazenda Tereza fühlen sich die Tiere so wohl, dass man hier auf grössere Gruppen trifft. Die Lebensbedingungen sind ideal. Da das Wasserschwein semiaquatisch lebt, hält es sich immer in unmittelbarer Nähe zu Gewässern auf. Das ist hier in diesem Fall der ruhig dahin fließende Rio Pixaim, an dessen Ufern die Fazenda liegt und der den natürlichen Lebenraum der großen Nager bildet. Im Wasser können sie spielen, sich in den dichten Büscheln der treibenden Wasserpflanzen verstecken und am Ufer dösen.

Nicht ganz so natürlich ist der schöne Rasen, den man rund um die Fazenda gepflanzt hat. Die Capybaras lieben das grüne Gras und betätigen sich hier gerne als lebende Rasenmäher. Über 30 Tiere haben wir gezählt, die sich hier am Abend friedlich grasend versammeln. Capybaras sind vorwiegend dämmerungsaktiv und verbringen die Hitze des Tages lieber im Schatten düösend, in Schlammlöchern oder im seichtem Wasser. So ist der Rasen am frühen Morgen oder am Abend besonders bevölkert.

Das Geschlecht dieser Tiere ist nicht leicht zu bestimmen, da sich ihre Geschlechtsorgane im Körperinneren befinden und kein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus besteht. Für uns Menschen sehen also alle ziemlich gleich aus, man kann nur die Größen unterscheiden. Ein Capybara erreicht Kopf-Rumpf-Längen von bis zu 130 Zentimetern und bringt ein Gewicht von bis zu 65 Kilogramm auf die Waage, wobei die Weibchen größer und schwerer sind als die Männchen. Die Lebenserwartung beträgt 10 Jahre, der Lebensraum kann eine Größe von bis zu 200 Hektar haben, die sie mit Duftmarken abgrenzen.

Sieht man eine kleine Herde, dann besteht sie meist aus einem einzigen Männchen, mehreren Weibchen und Jungtieren. Männchen die keinen Familienverband gegründet haben leben auch als Einzelgänger. Die Herdengröße ist auch von der Jahreszeit und dem Lebensraum abhängig. In der Regenzeit breiten sich Capybaras über ein großes Gebiet aus, wodurch die Gruppengröße abnimmt. In der Trockenzeit versammeln sich viele Tiere um die größeren Flüsse und Seen, wobei es zur Bildung größerer Gruppen kommt, so wie wir es hier im Oktober erlebt haben.

Die Capybaras hier sind an die Besucher gewöhnt und zeigen wenig Scheu vor Menschen. Nur wenn man zu nah heran kommt, laufen sie unaufgeregt und eher widerwillig ein Stückchen weg. Fühlen sie sich bedroht, dann flüchten sie immer ins Wasser. Was sie gerne im Wasser machen, das könnt Ihr in schönen Bildern auf der Seite Bank am Flussufer sehen. Wenn man am Pool sitzt, dann hat man oft auch ein Wasserschein neben sich liegen. Auch nachts muss man aufpassen, nicht in der Dunkelheit über eins zu stolpern oder in ihre Hinterlassenschaften auf dem Rasen zu treten.





Rund ums Haus

Da der Begriff Wasserschwein zu der falschen Annahme verleiten könnte, das Tier sei mit den Schweinen verwandt, wird eher das neutrale Capybara bevorzugt. Im portugiesischsprachigen Brasilien heißt es Capivara. Dieses ist abgeleitet von kapi'yva aus der Indiosprache Guaraní und bedeutet übersetzt "Herr der Gräser", weil die Tiere zu den größten Grasfressern des Kontinents zählten.

Viele Capybaras fallen Kaimanen, Ozelots und Jaguaren zum Opfer, Jungtiere werden auch von größeren Greifvögeln erbeutet. Dazu werden sie vom Menschen intensiv gejagt, besonders in Regionen im Konflikt mit Landwirtschaft. Sie fallen vor allem während der Trockenzeit oft in landwirtschaftliche Plantagen ein und verwüsten dort die Ernte.

Aus ihrem Leder werden Sättel, zaumzeug, Gürtel und Taschen hergestellt, Capybara-Leder wird besonders in Argentinien geschätzt. Es ist hellbraun und mit helleren kleinen Flecken übersät. Das Fleisch der Capybaras wird nur in wenigen Region verarbeitet, da der Geruch als streng empfunden wird.

Hier im Pantanal auf privatem Grund leben sie noch friedlich nur mit ihren natürlichen Feinden. Tagsüber, wenn es sehr heiß ist und das Thermometer an die 40°C zeigt, dann liegen sie natürlich genau so wie wir gerne im Schatten. Beliebt sind Bäume, die sie auch gerne mal von unten anknabbern. Daher waren alle herunter hängenden Zweige der alten Bäume rund um die Fazenda auf erreichbarer Wasserschein-Höhe angeknabbert.

Auch unser Auto, das einzige, das hier direkt vor dem Zaum parkte, war sehr bleiebt als Schattenspender. Unten auf dem letzten Foto stehen zwei Kleine darunter.





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