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Porto Jofré

In Porto Jofré direkt am Nordufer des Rio Cuiabá (auf manchen Karten heißt dieser Flussabschnitt auch Rio São Lourenço) endet nach 145 Kilometern die Transpantaneira. Außer ein paar Häusern, einem einfachen Campingplatz, Anlegestellen für Boote und natürlich dem riesigen Gelände des Hotel Pantanal Norte gibt es hier nicht viel zu sehen. Auf dem Fluss dümpeln ein paar Hausboote am gegegnüber liegenden Ufer. Sie fahren zahlende Gäste direkt ins Herz des Jaguar Gebietes, sind aber teuer.

Am Ende des Transpantaneira ändert sich die Landschaft, die Vegetation wird spärlicher, grüner, Wasser ist überall ganzjährig vorhanden. Die überschwemmte Ebene Campo Jofré erinnert an das Okavango Delta in Afrika. Hier gibt es eine große Konzentration von Wildtieren wie Kaimane, Wasserschweine, Vögel und auch Anakondas und Jaguare. Manch ein Besucher hat hier schon die schönen Katzen direkt an der Transpantaneira beobachten können.

Die meisten müssen dafür aber ein Boot besteigen und tief in die Tasche greifen. Früher kamen nur Angler hierher, seit der Amerikaner Charles Munn von Southwild die Region mit Jaguar-Sichtungsgarantie vermarktet hat, kann man mehr Geld mit Fernsehteams und reichen Touristen verdienen, die fast jeden Betrag zahlen, um die schönen Katzen live zu sehen.

Dazu fährt man von Porto Jofré aus meistens flussabwärts zum Parque Estadual Encontro das Águas. Laut einem Managementplan aus dem Jahr 2012 sollte der Park eigentlich technisch ganz für den Tourismus geschlossen werden. Er wurde jedoch noch nicht umgesetzt und Touristen, Guides und Wissenschaftler kommen täglich hierher um die Jaguare vom Boot aus am Ufer zu beobachten. Ein Problem für die Umwelt, es gibt keine Toiletten, die Jaguare werden scheuer, wenn plötzlich viele Boote mit Menschen vor ihnen auftauchen.

Der 1.081 km² große State Park wird im Norden vom Rio Caçanje begrenzt, der in den Rio Cuiabá mündet. Weiter im Süden fließt der Rio Alegre durch den Park, er mündet in den Rio Caçanje und beide enden widerum im Rio Cuiabá, der die östliche Grenze des Parks markiert. Aus östlicher Richtung münden zwei weitere Flüsse in den Rio Cuiabá, der São Lourenço und der Rio Pingara. Im Süden am Rio Piquirí befindet sich nicht nur die Parkgrenze, hier beginnt auch der Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Bei dem Wirrwarr der vielen mäandernden Flüsse in diesem Überschwemmungsland ist es schwierig, immer den Überblick zu behalten. Das ist wie am Amazonas, da ist auch nicht immer klar, ob man jetzt auf einem Nebenarm oder auf dem Hauptfluss herumschippert.

Gegründet wurde der Park am 22.Dezember 2004 und ab zwei Kilometer vor dem Park ist das Fischen verboten. Das gilt aber nur im Bundesstaat Mato Grosso, nicht am Rio Piquiri in Mato Grosso do Sul, was für ca. 40 Fischerfamilien am Flussufer, die davon leben, ein Problem ist.

In der Region befindet sich auch das teure Flotel, ein Hausboot von Southwild, auf dem man mitten im Jaguargebiet wohnen kann. Wenn man keinen Jaguar sieht, dann bekommt man hier vom Buchungspreis 1.000 US$ zurück.

Früher gab es auch ein Jaguar Camp am Ufer des Piquiri River, das aber laut Gerichtsbeschluss 2009 wieder geschlossen wurden. Also baute der amerikanische Besitzer auf der anderen Seite am Ufer des Rio Piquiri in Mato Grosso do Sul neu. 2011 kam dann heraus, dass dies ohne Genehmigung der zuständigen Umweltbehörde erfolgte und es gab auch den Verdacht, dass die Katzen hier mit Ködern angelockt wurden, um die zahlende Kundschaft zufrieden zu stellen. Hier ein Artikel zum Thema leider in Portugisisch.

Auf der anderen Seite liegt der Parque Nacional do Pantanal Matogrossense, der noch schwerer zu erreichen ist. Hier noch ein interessantes PDF zum Thema in Portugisisch.

Wir bekamen nach unserer Ankunft in Porto Jofré den Tipp, dass in einem kleinen Resort einen Kilometer links vom Bootsanleger am Flussufer auch Benzin verkauft wird. Es wird hier in Fässern gelagert und in der gewünschten Menge in Kanister umgepumpt. Wir haben uns dann 20 Liter zum mehr als doppelten Preis wie sonst gegönnt. So waren wir dann wieder etwas flexibler mit eigenen Ausfahrten und am Ende haben wir es auch gebraucht. Die nächste Tankstelle befindet sich nämlich im 145 Kilometer entfernten Poconé, was den Preis durchaus rechtfertigt. Wir waren überrascht, hier überhaupt etwas zu bekommen, denn überall steht geschrieben und es wurde uns sogar von Einheimischen gesagt, dass man an der Transpantaneira nicht tanken kann. Bei dem horrenden Verbrauch unseres Renault Duster von bis zu 15 Liter/100km hätten wir es ohne Nachtanken nicht wieder zurück geschafft!





Hotel Pantanal Norte

Das Hotel Porto Jofré oder auch Hotel Pantanal Norte liegt am Ende der Transpantaneira und ist seit dem Jahr 1984 von Mai bis Oktober zu buchen. Wir hatten angefragt, denn ursprünglich wollten wir hier zwei Nächte verbringen, aber es war schon ein Jahr zuvor komplett ausgebucht. Hätten wir doch später noch einmal nachgefragt, denn als wir ankamen herrschte hier am Ende der Saison Ruhe, viele Touristen trafen wir am späten Vormittag nicht an. Die waren entweder alle unterwegs oder gar nicht erst gekommen, denn auf Grund des Zika-Virus hatten viele Gruppen abgesagt. Vor allem amerikanische Reisegruppen, wir hätten also kurzfristig durchaus noch eine Chance gehabt. Aber dafür den ganzen Urlaub wieder umbuchen? Es hat nicht sein sollen, so müssen wir wohl irgendwann noch einmal wiederkommen.

Das Hotel ist sehr weitläufig und bietet 28 schön eingerichtete Apartments in Bungalowform mit Veranda und Hängematte. Es werden Bootstouren entlang des Rio Cuiabá, Rio Tres Irmãos, Rio São Lourenço und Rio Piquiri zur Jaguar-Safari angeboten. Die Brasilianer kommen hierher in erster Linie zum Angeln. Für Sportfischer ist das gesamte Equipement im Hotel verfügbar. Vor dem Hotel befindet sich eine Landepiste für Kleinflugzeuge, so dass das Hotel auch per Flugzeug ab Poconé in etwa 1 Stunde erreicht werden kann. Teuer ist es hier schon und Monate im Vorraus von meist grösseren Gruppen ausgebucht. Die exklusive Lage lässt sich der Besitzer Jamil Rodrigues da Costa entsprechend bezahlen, er selbst wohnt weiter nördlich auf einer Fazenda mit weiß gestrichenen Zaunpfählen an der Transpantaneira. Für die Übernachtung im Doppelzimmer mit Vollpension zahlt man nur 786 R$, aber was den Aufenthalt so teuer macht sind die organisierte Anfahrt und die Aktivitäten vor Ort. Anbieter für den Transport mit Kleinbussen ist zum Beispiel Miranda aus Cuiabá.

Wir sind ein bisschen durch die das Gelände gelaufen, es gibt viele blühende Bäume und dem entsprechnd auch gut zu beobachtende Vögel auf der Anlage. Ein großer Teich mit Viktoria-Seerosen befindet sich hinter dem schönen Pool und ein Restaurant liegt im Zentrum. Ein riesiger blauer Plastik-Ara sorgt für ein weiteres Fotomotiv, das Duschwasser am Pool kommt aus einem Jabiru aus Plastik.

An der Rezeption plauderten wir mit Roger, der sehr gut Englisch spricht. Hier haben wir dann auch die Preise für Bootstouren erfahren, wenn man auf eigene Faust anreist. Die waren weit entfernt von den unverschämten 600 US$ pro Person, die man uns in der Fazenda Tereza genannt hatte. Bleibt zu erwähnen, dass man hier nicht mit Kreditkarte zahlen kann und somit genug Bargeld mitbringen muss.

Noch preiswerter wird es, wenn man zum Bootsanleger um die Ecke fährt und einen der Einheimischen am Flussufer anspricht. Andere Deutsche haben eine 3 Stunden Fahrt für 450 R$ gemacht und zwei Jaguare gesehen. Die Boote vom Hotel sind aber schneller, haben Schattendächer und Schwimmwesten und eine größere Reichweite. Hier muss man, je nach Motorisierung und Bootsgröße, mit Preisen um die 180 Real pro Stunde rechnen.






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