| Weltreisen | Kanada | British Columbia | Wells Gray P.P. | Site-Map | HOME |

| Ray Farm | Campingplätze |

ALLGEMEINES

Nach dem Besuch des Jasper National Park führen wir bei strömenden Regen vorbei am nicht sichtbaren Mount Robson. Dahinter ging es auf dem Yellowhead Highway No.5 weiter durch ein Tal nach Süden in Richtung Kamloops. Tagesziel war der kleine Ort Clearwater. Dort besuchten wir erst einmal das örtliche Informationszentrum direkt am Highway an der Abzweigung zum nahen Wells Gray Provincial Park, um uns Informationen zu holen, Ausgerüstet mit Kartenmaterial und Tourtipps machten wir uns dann auf den Weg in die Wildnis im Westen der Caribou Mountain Range.

Der Park wirbt mit dem Slogan: "The canada you expected" und dem können wir voll und ganz zustimmen. Die 535.000 ha Wildnis sind ursprünglich und im Gegensatz zu den berühmten Nationalparks nicht überlaufen. Alpine Wanderwege führen auf den Trophy Mountain, den Table Mountain und den Battle Mountain. Hier kann man tagelang im Backcountry wandern und Kanu fahren, ohne einen anderen Menschen zu treffen.

Aber auch die bekannten Sehenswürdigkeiten sind nicht das Ziel der Massen, so wie in den bekannten Nationalparks von Jasper oder Banff. Vor allem im Herbst war es hier überall sehr ruhig. Im Norden schließt sich der Cariboo Mountains Provincial Park an, dahinter folgt dann der Bowron Lake Provincial Park sowie mehrere weitere kleine Provinzparks. Zusammen bilden diese Schutzgebiete somit ein geschlossenes und über 810.000 Hektar großes Naturschutzgebiet in den Cariboo Mountains. Der Wells Gray Provincial Park wurde offiziell am 28. November 1939 eingerichtet und zu Ehren von Arthur Wellsley Gray, Minister of Lands von British Columbia in den Jahren 1933 bis 1941, benannt.

Berühmt ist der Park vor allem für seine schönen Wasserfälle, die einsame und unberührte Natur und die vielen Wanderwege. Auch Tiere soll es hier zahlreich geben, wobei wir im Herbst hier leider wenig Glück mit einer Sichtung von Elchen oder Bären hatten. Ab Mai fressen die Schwarzbären junges Gras und Löwenzahn entlang der Parkstrasse, das ist die beste Zeit, um sie zu beobachten. Das touristisch wenig erschlossene Gebiet des Wells Gray ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für Maultierhirsche, Elche, Weißwedelhirsche, Schwarzbären, Koyoten und Dachse.

Der Weg in die Wildnis führt unmittelbar nach dem Eingang über eine etwa 10 Kilometer lange Strasse namens Clearwater Valley Road, die zu den Parkplätzen an zwei Wasserfällen und zu zwei Campingplätzen führt und am Clearwater Lake endet. Die Asphaltdecke endet an den Dawson Falls, etwa auf halber Strecke zwischen der Stadt Clearwater am Yellowhead Highway 5 und dem See. Die letzten gut 30 km sind aber gut ausgebaut und auch mit dem PKW oder Camper zu bewältigen. Ansonsten ist der große Park bis heute noch weitgehend unerschlossene Wildnis, die man mit viel Zeit erwandern und erpaddeln muss.

In den warmen Sommermonaten sollte man sich in Clearwater eine Flasche Anti-Mückenmittel besorgen, falls noch nicht vorhanden. Die lokalen Moskitoschwärme im Park sollen sehr lästig sein und ihre Stiche gehen teilweise durch die Kleidung und jucken noch tagelang höllisch. Im September haben wir von diesem Problem allerdings fast nirgends mehr etwas bemerkt.



Ray Farm

Ein Parkplatz mit Hinweisschildern weist auf die Ray Farm hin. Hierbei handelt es sich um die Reste der ältesten im Park liegenden und einzigen Ansiedlung, in der Kinder aufgewachsen sind. Außer ein paar alten Holzhütten ist davon nicht mehr viel zu sehen, aber ein kurzer Stopp und ein Spaziergang lohnt sich auf jeden Fall. Nahe dem alten Bauernhaus befinden sich Grabstätten des Farmers John Ray und seiner Frau Alice, die hier lange gelebt haben.

Das Tal des Clearwater River ist reich an Zeugnissen des vulkanischen Erbes der Region. Kissenlava, Säulenbasalt und Lavaströme sind an einzelnen Stellen sichtbar. Hier bei Ray Farm gibt es mineralhaltige Quellen, zu denen hölzerne Stege mit Bänken führen. Die Mineralien haben den Boden hier orange gefärbt. Weil es hier immer genug Wasser gibt, kann man in der Umgebung viele Vögel beobachten. Und hier überfielen uns die Mücken mit Macht: die heißen Quellen sorgten auch im kalten Herbstwetter für genug warme und feuchte Übernachtungsplätze im Gras, das die Stechbiester länger im Jahr lebhaft bleiben können.

Das Tal ist auch ein bedeutendes Überwinterungsgebiet für Elche, die hier in der Nähe der Farm die einzigen Wiesen im Park finden. Denn hier wurde der Wald gerodet, so hat sich ein einzigartiges Ökosystem gebildet. Hirsche und Elche kommen gerne zum Grasen hierher, leider hatten wir mit einer Sichtung kein Glück.

Wer wandern möchte der kann den Ray Farm Loop mit dem Mineral Spring Trail kombinieren. Die 6 Kilometer lange Wanderung ist leicht und beginnt hinter den Blockhäusern der Ray Farm, der Weg führt entlang des Alice Lake zu einer weiteren Mineralquelle. Wir sind nur ein kleines Stück davon gelaufen.



Campingplätze

Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Campingplatz am nördlichen Ende der Straße auf dem Falls Creek Campground kurz vor dem Clearwater Lake. Hier war nicht viel los und wir fuhren die Zufahrtsschleife fast bis zum Ende durch und sicherten uns einen sehr schönen Stellplatz mit Blick auf den Fluss. Angestellte der Parkverwaltung kamen dann sogar am Abend vorbei, um die Campgebühr zu kassieren. Da es immer noch sehr feucht war und von den Bäumen tropfte, fielen an diesem Abend das Sitzen im Freien und das Lagerfeuer aus.

Weil es uns im Wells Gray so gut gefallen hat und wir noch ein paar Wanderungen machen wollten verbrachten wir die zweite Nacht dann auf dem anderen Campingplatz weiter südlich nahe der Helmcken Falls. Das Wetter hatte sich gebessert und es war etwas sonnig geworden. Von dort aus konnten wir dann am nächsten Tag bequem die letzten Wasserfälle besuchen und den Park dann in Richtung Kamloops und Shuswap verlassen.

Der Pyramid Campground war um diese Jahreszeit schon zur Hälfte geschlossen und ein Teil der Zufahrtsschleifen war durch Baumstämme abgesperrt. Auf diesem Platz sind die Stellplätze offener als am Falls Creek und er ist nicht ganz so schön gelegen. Hier kommt auch niemand vorbei, es gibt eine Self-Registration.

Dafür war es am Abend trocken und etwas wärmer und wir konnten endlich unser erstes Lagerfeuer entzünden, für das es in den Nationalparks der Rockies einfach viel zu kalt war. Hier genossen wir den lauen Abend mit einem Cocktail aus Grasovka-Vodka, Sprite und frischen Limetten. Danach konnten wir sogar noch im Freien zu Abend essen, bevor es draußen trotz Feuer zu ungemütlich wurde. Ein schöner Tag ging zu Ende.



Video zum Thema

Google Map zum Thema

Wells Gray


Größere Kartenansicht

| Weltreisen | Kanada | British Columbia | Wells Gray P.P. | Site-Map | HOME |

Social Bookmarks
wong twitter_de facebook Google