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JOHNSTON CANYON

Nach 17,5 Kilometern Fahrt auf dem Bow Valley Parkway ab Banff erreichten wir einen Campingplatz, der direkt gegenüber vom Johnston Canyon liegt. Wir hatten Glück, denn nur einen Tag später wurde der Platz bis zum nächsten Frühjahr geschlossen. Es gibt keinen Stromanschluss hier, daher waren auch nicht mehr viele Camper anwesend und die Dusche funktionierte leider auch nicht wegen Stromausfall. Ein Platz kostet $27.40 per pro Nacht; ein Fire Permit extra noch einmal $8.80.

Trotzdem fanden wir es hier sehr schön, konnte man doch durch den Wald an einem klaren Fluss entlang bis zur Straße spazieren, diese überqueren und schon stand man am Ausgangspunkt zu einem beliebten Wanderweg.

Dieser führt durch den Johnston Canyon und der Parkplatz am Parkway ist immer sehr gut gefüllt. Da wir schon am Nachmittag angekommen waren, gingen wir ein wenig spazieren. Und da plötzlich die Sonne herauskam, entschlossen wir uns während des Rundgangs spontan trotz fortgeschrittener Stunde zu einem Abstecher in die Schlucht.

Der Wanderweg startet am Johnston Canyon Resort, das mit seinen kleinen Blockhütten mitten im Wald liegt. Der Beginn des Weges in der Schlucht ist asphaltiert und sehr gut begehbar. Teilweise führen hölzerne Stege an den Felsen entlang. Im Gegensatz zu den anderen Canyons in der Region wie Mistaya Canon oder Maligne Canyon, blickt man hier nicht von oben herab auf das Wasser. Hier läuft man unten fast am Boden der Schlucht auf so geanannten Catwalks daran entlang. Einen guten Kilometer geht man bis zu den Lower Falls, einem ca. 10 Meter hohem Wasserfall.

Um sie zu erreichen mussten wir aber mit der reinsten Völkerwanderung zusammen laufen, es kamen uns zu der späten Stunde zwar auch viele Leute entgegen, genau so viele waren aber auch noch in die Schlucht hinein auf den schmalen Hängestegen unterwegs. Eine Wanderung im Johnston Canyon zählt nun mal zu den beliebtesten Wanderungen im Banff National Park und ist leider alles andere als ein Geheimtipp. Doch trotz regen Besucherverkehrs sollte man sich den Canyon mit seinen Wasserfällen aber dennoch nicht entgehen lassen, weil er in der Region etwas Besonderes ist.

Manche liefen hier mit Bärenglöckchen am Rucksack, was wir in Anbetracht der Menschenmassen aber ziemlich albern fanden. Einige rannten uns entgegen, so dass die Holzplanken wackelten. Jogger am Abend? Nach einer Weile kamen wir drauf: Das war die Gruppe "Der Bus fährt gleich!". So ein Verkehr zur Nebensaison, wie mag es hier erst im Sommer aussehen? Oder im Winter, wenn es hier einen Ice-Walk durch ein Winterwunderland mit gefrorenen Eissäulen zu sehen gibt?

Die Schlucht selbst ist sehr schön und beeindruckt mit steilen Felswänden. Die in Alberta sehr seltenen schwarzen Mauersegler (Black Swift) nisten hier im Canyon.




Lower Falls

Wir folgten dem Catwalk, der hier am Fels zu kleben scheint. Ab und und zu muss man den Kopf einziehen, da der Fels so niedrig überhängt. Die Klippen sind aus festem Kalkstein. Die Lower Falls sind schön, besonders weil man durch einen kleinen Tunnel in eine Nische bis ganz nah ans Wasser kommen kann. Der Wasserfall zieht sich im Lauf der Jahrzehnte langsam zurück, die Oberschicht besteht hier aus hartem Dolomit, der die weichere Kalsteinfelschicht überlagert. Das kalte, fleißende Wasser löst den untenliegenden Kalkstein auf und irgendwann ist die Dolomitkappe unterspült und bricht ab. Die Wasser und die Schuttmassen wirken wie eine Bohrmaschine und haben einen runden Plunge Pool geschaffen.

Bis hierher und zurück sollte man mit Fotostopps eine gute Stunde rechnen. Wir mussten nur ein wenig an der Brücke warten, bis andere Besucher weg waren, denn viel Platz ist direkt am Wasserfall nicht. Im Inneren der engen, offenen Höhle ist es sehr laut und dahinter ist es natürlich auch ziemlich nass. Wir haben schnell ein Foto gemacht und sind dann dem Pfad noch ein wenig weiter nach oben gefolgt. Von dort aus hat man noch einmal einen schönen Blick hinunter auf den Pool.

Nach weiteren 2,7 Kilometern gelangt man zu den Upper Falls, die wesentlich beeindruckender aussehen sollen und ca. 30 Meter hoch sind. Drei Stunden braucht man für den Weg. Hier sind Bilder und ein Bericht. Dorthin waren dann auch nur noch wenige Leute unterwegs, die meisten laufen nur bis zu den Lower Falls. Weitere 5,8 Kilometer sind es dann noch zu den Ink Pots, eine Tagestour mit 5 Stunden Zeitaufwand für Hin-und Rückweg.

Zum zweiten Wasserfall wären wir auch sehr gerne noch gelaufen, leider wurde es schon langsam dunkel und wir bekamen Hunger. So beschlossen wir, zum Campingplatz zurück zu gehen und den Weg am nächsten Morgen bei schönem Wetter noch einmal zu gehen und dann weiter bis zum zweiten Wasserfall. Leider regnete es am nächsten Morgen und hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. So konnten wir uns doppelt über den spontanen Einfall freuen, doch noch am Abend in die Schlucht zu laufen. Sonst hätten wir das Ganze nur im Dunkeln und mit Regen gesehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück verließ uns angesichts des Wetters spontan die Lust auf eine weitere Wanderung und wir fuhren über den Rest des Bow Valley Parkway nach Lake Louise.



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