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WATERTON

In dem 528 km² großen Waterton Lakes National Park sollte man nicht ohne Reisepass längere Wanderungen planen, denn die werden schnell grenzüberschreitend. Aber alleine auf kanadischer Seite gibt es schon ein Netz aus Wanderwegen, das fast 200 Kilometer lang ist.

Nur ein kleines Stückchen des riesigen Schutzgebietes gehört zu Kanada und nur dieser Teil nennt sich Waterton Lakes National Park. Der weitaus größere Teil gehört zu den U.S.A. und die Grenze verläuft hier quer durch den Park. Auf der anderen Seite nennt man ihn Glacier National Park, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Nationalpark weiter im Norden in den Rockies auf der kanadischen Seite. Der Glacier National Park in Montana bildet zusammen mit dem Waterton Lakes National Park seit 1932 den Waterton-Glacier-International Peace Park. 1995 erklärte die UNESCO den Waterton Lakes National Park zum Welterbe.

Das Besondere an diesem Nationalpark ist, dass mitten aus der flachen, weiten Prärie plötzlich gewaltige Berge steil aufragen. Dem entsprechend ist die Anfahrt aus dem Osten auch am beeindruckensten, wir kamen an diesem Tag aus dem Writing-on-Stone Provincial Park und waren schon viele Kilometer parallel zur Grenze in Richtung Westen gefahren. Die Landschaft hier ist flach und ländlich, die typischen großen roten Scheunen stehen auf den Farmen. Ab uns zu kamen wir an Gewässern vorbei, auf denen sich viele Enten und andere Wasservögel tummelten. Diese waren jedoch sehr scheu und flohen, sobald man den Camper stoppte. An Aussteigen und Fotografieren war gar nicht zu denken.

So näherten wir uns langsam nach einigen warmen Tagen in der weiten Prärie wieder der beeindruckenden Bergkette der Rocky Mountains. Die Felsen sind an dieser Stelle zum Teil sehr interessant gefärbt und vor allem bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang leuchten sie in den schönsten Farben. Der Herbst war mit Riesenschritten ins Land gekommen und die zahlreichen Laubbäume hatten sich in der letzten Woche zunehmend goldgelb verfärbt. Dort, wo sich mal ein Stück blauer Himmel zeigte war die Farbenpracht gigantisch, gold und grün die dominierenden Farben.

In diesem Teil der Berge lebten schon vor langer Zeit die Blackfoot und erst um das Jahr 1858 drangen die ersten Weißen in dieses Gebiet vor. Der höchste Berg des Waterton Lakes National Park ist der Mount Blakiston mit 2.920 Metern Höhe. Da der Park weit abseits der Durchgangsrouten liegt ist er selbst in der Hauptsaison der Sommermonate kaum überlaufen.



Im Ort

Der Ort Waterton befindet sich auf der kanadischen Seite und er ist das touristische Zentrum in der Region. Am Eingang thront auf einem Hügel das beeindruckende Prince of Wales Hotel Waterton, von der Lage her sicherlich eines der schönsten alten Hotels in den kanadischen Rockies.

Wir fuhren durch den kleinen Ort, in dem es alles gibt, was Touristen wünschen: zahlreiche Unterkünfte, Restaurants, take-aways und Geschäfte mit allerhand Kitsch und Krempel. Direkt am Seeufer befindet sich auch der große Town-Campingplatz, auf dem wir eine Nacht verbracht haben.

Am Wochenende vor unserer Ankunft hatte in Waterton gerade ein Wildlife-Weekend stattgefunden. Wir kamen am Sonntag gegen Mittag an, als die meisten Besucher gerade abreisten. Der heftige Wind lud ja auch nicht gerade zum Bleiben ein. Auf dem Campground konnten wir uns dann ein Plätzchen aussuchen, leider gab es hier nichts Windgeschütztes. So stellten wir wenigstens neben ein paar größere Bäume und mit der schmalen Seite in den Wind, der heftig mit ca. 80 km/h vom See aus blies. Das von steilen hohen Bergen gesäumte Tal ist für die Luftströmungen eine breite Strasse ohne Hindernisse auf dem Weg nach Süden oder nach Norden, je nachdem. Wind und Seegang luden nicht gerade zu einer Bootstour ein.

Danach spazierten wir in den Ort und schauten uns ein wenig um. Auch die Rehe in der Stadt mochten den Wind nicht, zu unserer Überraschung fanden wir einige von ihnen in den Gärten im Windschatten der Häuser liegend. Die Geranienkästen vor den Fenstern wurden schon mit Drahtgittern vor den gefräßigen Mäulern geschützt. Am nächsten Morgen zogen die kleine Herde grasend über den Campingplatz.

Neben allerlei unterschiedlichen Unterkünften, von der Luxus-Lodge bis zum Chalet, säumten auch zahlreiche Geschäfte die gepflegten Straßen des kleinen Ortes. Hier wird allerhand Kitsch und Krempel angeboten, wie so oft meist "Made in China". Wer also immer schon mal eine Plüschjacke mit Wolfmotiv oder eine Mütze in Bärenform haben wollte, der ist hier richtig. In einem Laden hingen zur Dekoration eine Menge ausgestopfter Tiere an der Wand, so konnte man seltene Arten wenigstens mal aus der Nähe betrachten.

Dem besten Kaffee gibt es bei der Waterton Bagel&Coffee Co. im Theater an der Ecke Windflower Ave. und Cameron Falls Drive. Das Geschäft ist von 7:00-21:30 Uhr geöffnet und die Auswahl an gutem Kaffee ist wunderbar. Wir beschlossen, hier am nächsten Morgen zu frühstücken, mussten uns aber von den glücklichen Besitzern erklären lassen dies sei ihr letzter Tag für dieses Jahr. Sie hätten von April bis heute, Ende September, durchgearbeitet und hätten nun Winterpause. Eine Reise nach Europa stand auf dem Programm, unten auf dem Bild freuen sich die beiden darauf. Schade für uns.

Im Informationszentrum kauften wir ein Bestimmungsbuch für Vögel und Wildtiere und beschlossen, am Abend nach dem Ausflug zum Red Canyon im viel gerühmten Pizzashop eine Pizza zu holen und diese im Camper zu verspeisen. Mal nicht am Abend selber kochen, die übrigen Restaurants in der Stadt reizten uns nicht so sehr. Auch unser Reiseführer empfahl Pizza of Waterton in der Fountain Avenue, geöffnet von 12:00-24:00 Uhr. Als wir vom Red Rock Parkway aus wieder in den Ort fuhren, machte man gerade bei unserer Ankunft die Türe zu und reagierte auch nicht mehr auf klopfen. Um 19:45 Uhr hatte man wohl einfach beschlossen, es kämen keine Kunden mehr und uns die Türe quasi vor der Nase zugemacht. Wahrscheinlich machten die dann auch bis April dicht. Da freut man sich den ganzen Tag auf die Pizza am Abend und dann das. Wir haben dann in einem Restaurant an der Parallelstrasse in Richtung See eine Pizza gekauft, die hat uns aber leider gar nicht geschmeckt.




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