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WAIPIO VALLEY
     Der Highway 19 führt von Kailua-Kona kommend entlang des Mauna Kea Nordhanges durch weite Zuckerrohrfelder. Wenn man den Ort Waimea passiert hat, dann kommt im Ort Honokaa auf der linken Seite eine Abzweigung, die zum Waipio Valley führt - der Highway 240.
     Honokaa ist ein Ort mit ca. 2.200 Einwohnern und war Anfang des 20. Jahrhunderts eine der größten Städte auf Hawaii, das Zentrum von Zuckerrohr und Viehzucht. Das ist Vergangenheit, seit 1994 die größte Plantage, die Hamakua Sugar Co. dicht gemacht hat. Heute wächst Zuckerrohr hier nur noch wild und die Gegend ist von riesigen Macadamia-Nussbaumplantagen umgeben, was Honokaa den Beinamen "Macadamia Nut Capitol of the World" einbrachte.
     Highway 240 ist eine Einbahnstraße, zurück muss man die gleiche Strecke zurück nach Honokaa nehmen. So kann man auch den großen Lavatunnel nicht verpasssen, der bei der Hinfahrt auf der linken Seite liegt. Hereingehen kann man allerdings ohne nötige Ausrüstung nicht.
     Am Ende des Highways erreicht meinen einen Ausguck ins Waipio Valley, das die zerklüfteten Kahala Mountains des Nordens von der Hamaua Küste trennt. Das Waipio Valley wird auch "Valley of the Kings" genannt, da hier die mächtigsten Könige der Insel residierten. Es war lange Zeit politisches und kulturelles Zentrum von Hawaii.

Lookout
     Die normale Straße endet plötzlich und man kann am Straßenrand parken. Vom hoch über dem Tal liegenden Lookout blickt man auf ein weites Tal, das zum Meer hin von einem 1,5 Km langen, schwarzen Lavastrand begrenzt wird. Die Brandung kann hier gewaltige Höhen erreichen, hohe Sanddünen schließen das Tal zur Ozeanseite hin ab. Dahinter sind Tarofelder und einige Hütten zu sehen, Pferde leben hier noch wild.
     An der dem Ausguck gegenüberliegenden Felswand und auf meinem Bild unten sieht man die Wasserfälle tief herabstürzen. Weiter hinten im Tal findet man die Hiilawe Falls, mit 375 Metern Hawaiis höchster freifallender Wasserfall. Es gibt einen kleinen Trail vom Lookout hinunter ins Tal und auf der gegenüberliegenden Klippe kann man einen steilen Pfad erkennen, der sich in Serpentinen hinaufwindet und über den man einige Kilometer weit ins benachbarte Waimanu Valley gelangt.
     Die Straße, die die vom Lookout ins Tal hinabführt, ist steil, eng, und nur mit Geländewagen zu befahren. 25% Gefälle wollen bewältigt werden. Es werden aber auch fast stündlich organisierte Abfahrten angeboten, mit Geländefahrzeugen oder mit von Maultieren gezogenen Wagen.
     Man kann auch im Tal übernachten, im No Name Hotel. Kein Bad, keine Elektrizität, und die Gäste müssen alles selbst mitbringen, wie zum Beispiel Essen und Moskitoschutz. Kerosinlampen, ein Gemeinschaftsbad und eine Küche sind vorhanden. Reservierungen müssen im Vorraus gebucht werden bei: Tom Araki, 25 Malana Pl, Hilo, HI 96720.
     Im Waipio Valley wurden Teile von Kevin Costners Film "Waterworld" gedreht, es gehört heute zu 60% dem Bishop Museum von Honolulu.
 
Einige Ansichten von Wasserfällen im Waipio Tal.
Die Waipio Valley Shuttle Tour
Waipio Valley Wagon Tours.
Ein tolles Luftbild von Waipio und Waimanu Valley.

Geschichte
     Waipio Valley ist ein bedeutender Ort. Das Tal ist seit über 1.000 Jahren bewohnt und spielt eine große Rolle in der hawaiianischenr Mythologie. Schon Wakea, der Schöpfer der Inseln, hatte eine Vorliebe für diese Region. Auch die Götter Kane und Kanaloa hielten sich hier gerne auf und berauschten sich mit Awa, einem Getränk welches aus Rauschpfeffer (Piper methysticum) gewonnen wird. Der Halbgott Maui soll der Sage nach hier im Tal sein Ende gefunden haben als er versuchte, gebratene Bananen von den berauschten Göttern zu stehlen.
     Viele Könige sollen im Waipio Valley begraben sein. Einst war hier das kulturelle Zentrum und ca. 40.000 Menschen lebten im Tal. König Kamehameha der Große verbrachte seine Jugend hier und zog sich nach großen Schlachten an die Stätte seiner Kindheit zurück.
     Nach Eintreffen der Weißen sank die Bevölkerungszahl in Hundert Jahren rapide auf 600. Um die Jahrhundertwende ließen sich Chinesen und Japaner im Tal nieder, um hier Taro und Reis anzubauen. Mit Beginn des 2. Weltkriegs verließen viele das Tal, um moderner zu leben und im Jahr 1946 riss eine 17 Meter hohe Flutwelle fast alle Häuser weg. Daraufhin verließen die meisten Menschen das Tal. Einige Hippies kamen zurück, die aber von einer Springflut 1960 vertrieben wurden.
     1989 ertrank das Tal in Regen, worauf wieder viele von dort wegzogen. Heute leben hier ca. 40 Menschen, abseits der Zivilisation. Im Oktober 2006 gab es ein Erdbeben vor der Küste von Hawaii, es hatte eine Stärke von 6,6 und das zweite eine Stärke von 5,8. Das Epizentrum lokalisierten die Experten 19 Kilometer vor Kailua und auch im Waipio Valley gab es Erdrutsche. Das letzte Beben mit einer Stärke von mehr als 6 wurde 1986 registriert.
 
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