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DER NORDEN
     Die Rundfahrt um die Norspitze von Big Island ist eine Tagestour. Hinter Waimea fährt man die Kohala Mountains entlang zum ältesten Teil der Insel, der Kohala Peninsula. Wie ein dicker Daumen ragt die Halbinsel nach Nordnordwestins Meer und nur eine 45 km breite Meerenge trennt diesen Teil Hawaiis von der Nachbarinsel Maui.
     Eigentlich liegt North Kohala abseits der von Touristen befahrenen Strecken. Wer nur wenige Tage hier ist, der sollte auf eine Fahrt hierher verzichten, um mehr Zeit für die spektakuläreren Sehenswürdigkeiten zu haben. Trotzdem lohnt sich ein Abstecher in diese abwechslungsreiche, ruhige Landschaft.
 
Historical Sites
     Von Hapuna Beach kommend fährt man den einsamen Highway 270 in Richtung Norden. Hier, auf der Leeseite der Berge, ist die Landschaft kahl und karg, es herrschen weite, goldbraune Grasflächen vor. Man hat schöne Ausblicke hinüber nach Maui.
     Eine Abzweigung führt zum Lapakahi State Historical Park, hier wurde ein über 600 Jahre altes Fischerdorf originalgetreu mit Hütten und Tarofeldern rekonstruiert. Ein Rundgang durch den archäologischen Park führt entgegen dem Uhrzeigersinn entlang von nummerierten Stationen. Tafeln erklären auch die einheimischen Bäume und Sträucher. Dies dürfte eine der am besten erhaltenen polynesischen Dorfanlagen auf Hawaii sein. Am Strand findet man hervorragende Schnorchelbedingungen.
     Vorbei an weiteren Abzweigungen zu Stränden wie Mahukona Beach, Kapaa Beach und Holona Bay kommt man schließlich bei Meile 20 zu einer Abzweigung zum Mookini Heiau. Die Straße führt auch zum selten benutzten Upolo Airport, hier fährt man links ab und folgt der Küste zu "Kamehamehas Birth Place".
     Wegen der schlechten Straße wäre es besser, die 3 km zu Fuß zu gehen. Dann sieht man die 80 Meter langen und 10 Meter hohen Steinwälle des alten, polynesischen Tempels. Der Sage nach wurde er an einem Tag erbaut, indem 20.000 Krieger eine Kette bis zum 20 Km entfernten Pololu Valley bildeten, um die Steine für den Bau zu transportieren. Etwas weiter runter zur Küste sind Überreste eines weiteren Steinbaus zu sehen, hier soll König Kamehameha geboren worden sein.
 
Kapaau
     Von Hawi zweigt eine Straße ab nach Kapaau und weiter zum malerischen Pololu Valley an der Küste. Dieser 8 Meilen lange Abstecher lohnt sich, ist aber eine Sackgasse und man muss die gleiche Strecke wieder zurück. Zuerst fährt man durch eine Reihe kleiner Siedlungen. Kapaau wirkt schläfrig und ein bisschen wie das Ende der Welt. Hierher kommen wenige Touristen, es gibt allerdings einige Geschäfte und Galerien. Früher baute man hier Zuckerrohr an, heute sind es vorwiegend Macadamianüsse.
     Die Hauptattraktion des kleinen Ortes ist die drei Meter hohe Statue von King Kamehamea, die vor dem Gemeindehaus steht. Sie ist das Original der bekannten Statue vor dem Gerichtsgebäude in Honolulu und hat schon einige Abenteuer hinter sich. Ein in Italien lebender amerikanischer Bildhauer bekam von Kamehameha den Auftrag für die Statue. Sie wurde in Paris gegossen und per Schiff verschickt, das vor den Falklandinseln sank. Der Bildhauer fertigte eine neue an, die steht jetzt in Honolulu. Das verloren geglaubte Exemplar wurde allerdings aus dem Südatlantik geborgen und hier in der Heimatregion des Regenten aufgestellt.
     Dann erreicht man die klippenreiche Nordwestküste. Am Ende ist ein Parkplatz und von hier wird man mit einen schönen Blick ins Pololu Valley, sowie zu den steilen Klippen der Ostküste belohnt. Schließlich geht es den gleichen Weg zurück bis Hawi. In diesem Städtchen erinnern nur noch einige verlassene Fabrikanlagen an den früheren Zuckerboom.
 
Waimea
     Waimea wird auch postalisch Kamulea (hawaiianisch für Samuel) genannt, um Verwechslungen mit dem gleichnamingen Ort auf Kauai zu vermeiden. Übersetzt bedeutet Waimea "Rotes Wasser" - was bei dem eisenhaltigen Boden aller Hawaii-Inseln keine Seltenheit ist. Es ist die Stadt der Cowboys und Astronomen und von der Kulisse erinnert es sehr an eine Westernstadt inmitten grüner Hügel. Auf einer Hochebene zwischen den Kohala Mountains und dem Mauna Kea in knapp 1.000 Metern Höhe gelegen ist die kleine Stadt umgeben von Ranchland. Weit verstreut liegen riesige Grundstücke mit beeindruckenden Ranchhäusern. Viele reiche Siedler haben sich hier im angenehmen Klima der Hochebene niedergelassen. Auch viele Astronomen, die in den Observatorien auf dem Mauna Kea oder Mauna Loa arbeiten, leben in Waimea. Da sich hier viele Köche selbstständig gemacht haben, gibt es eine Vielzahl hervorragender Restaurants wie das Edelweiß oder das Merriman's.

Parker Ranch
     1809 landete der junge Seefahrer John Palmer Parker auf Hawaii und er wurde einer der erfolgreichsten Geschäftsleute seiner Zeit und der Begründer einer noch heute bestehenden Familie. Dem liegt eine längere Geschichte zugrunde: Die ersten Rinder wurden 1793 als Geschenke für die Hawaiianischen Könige vom britischen Captain Vancouver mitgebracht und König Kamehameha stellte die Tiere unter seinen Schutz. Dank Schlachtverbot vermehrten sie sich rasch und man musste die wild streunenden Tiere einfangen und in Herden halten.
     John Parker sah seine Chance zum Reichtum und begann, die ankommmenden Schiffe mit Fleisch zu versorgen. Parker überzeugte die Könige, Hilfe aus Kalifornien und Mexico einzuführen, um den Hawaiianern den Umgang mit Rindern und Pferden beizubringen. Durch die Heirat einer der Töchter des Königs durfte er Land erwerben und seine eigenen Herden züchten. Die Hawaiianer lernten schnell und es entstand die Tradition der so genannten Paniolos, der Hawaiianischen Cowboys.
     Am 4. Juli veranstaltet die Parker Ranch, mittlerweile die drittgrößte Privatranch der USA und um etwa ein fünftel größer als Hamburg, das größte Rodeo auf Hawaii. Bullenreiten, Lassowerfen und Rennen ohne Sattel, Live–Musik und das beliebte Wettmelken der Kühe werden geboten. Wer also um diese Zeit auf Hawaii weilt, sollte mal vorbeischauen. Die Parker Ranch umfasst 90.000 Hektar Weideland, hat 50.000 Rinder und beschäftigt 100 Cowboys.
     Es gibt einen Parker Shopping Complex mit über 35 Geschäften und Restaurants, das Parker Ranch Visitor Center, den Parker Square, die Historic Homes und das John Palmer Parker Ranch Museum zu besichtigen. Und natürlich die offizielle Webseite der Parker Ranch.
 
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