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HILO BIS SATTEL
     Wir haben die Saddle Road nach einem Tagesausflug zum Waipio Valley und zu den Akaka Falls befahren. Eine Alternativroute zurück zu unserem Hotel in Kailua Kona gibt es außer der Saddle Road ab Hilo nicht. Der Weg im Süden über den Volcanoes Nationalpark ist viel zu weit. Also fahren ängstliche Gemüter, die sich von Verboten der Leihwagenfirmen abschrecken lassen, besser die gleiche Strecke im Norden zurück, die sie gekommen sind. Über die Saddle Road ist man nicht schneller, da die Wegstrecke genauso lang ist wie der Highway 19 entlang der Küste, man sieht aber eine einmalige Landschaft.
     Die Straße ist durchgehend asphaltiert, nur teilweise gibt es schlechte Abschnitte. Allerdings sollte man schon vorher den Wetterbericht studieren, denn nicht eine schlechte Straße macht das Befahren der Strecke schwierig, sondern plötzliche Wetterumschwünge, Nebel und Schneetreiben oben auf dem Sattel. Unvorbereitete Fahrer, die liegenbleiben, können hier nicht mit Versicherungsschutz rechnen, man fährt also auf eigene Gefahr.
     Die Entfernung von Hilo nach Waimea beträgt 96 Km und führt über den Sattel, der die majestätischen Vulkane Mauna Loa und Mauna Kea trennt. Auf diesen 96 Kilometern gibt es weder Tankstellen noch irgendwelche touristischen Einrichtungen. Deshalb auf jeden Fall vorher in Hilo tanken. Das ist sowieso ratsam, denn in Hilo gibt es das billigste Benzin von Big Island.
 
Kaumana Caves
Ab Hilo fährt man auf dem Kaumana Drive aus der Stadt heraus. Man passiert den öffentlichen Golfplatz und die Straße wird zum Highway 200. Nach ca. 8 Km liegen auf der rechten Seite die gut ausgeschilderten Kaumana Caves.
1881 wurde hier mit gewaltiger Energie ein Lavastrom erzeugt, der unter seiner festen Decke einen Tunnel entstehen ließ. Die Reste dieses Tunnels sind die heutigen Kumana Caves und ein gutes Ende kann man auch ohne Taschenlampe hereingehen. Wer weiter hinein will benötigt eine starke Lampe. Der Boden wurde mit Beton begehbarer gemacht und im Inneren der Höhle ist kein Laut zu hören. Ein großes Loch ist über eine Treppe zu erreichen, rundum wuchert üppiger Pflanzenwuchs und weitere Löcher sind mit Geländern gesichert.

Am Sattel
     Die Saddle Road ist auf der Seite von Hilo aus ein recht breiter, gut zu befahrender Highway, etwas kurvig, aber übersichtlich. Es herrscht steter Verkehr, alleine ist man hier meist nicht. Die Straße schraubt sich immer weiter durch alte Lavafelder in höhere Gefilde.
     Wenn man hier unterwegs aussteigt, dann kann man zahlreiche Vogelstimmen hören, zu sehen sind die kleinen Biester sehr schwer. Dazu muss man wohl eher am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang auf die Pirsch gehen, mir kam jedenfalls keiner dieser kleinen Pieper vor die Linse, obwohl sie stets zu hören waren. Im Lavastrom wachsen Farne aus den Spalten und zahlreiche Blüten sind am Wegesrand zu sehen.
     Weiter geht es in Richtung Sattel. Etwa bei Milemarker 28 erreicht man einen Parkplatz bei einem kleinen Hügel namens Koa Kipuka. Hier gibt es noch ein unverändertes Ökosystem, denn der Hügel wurde vom umfließenden Lavastrom verschont, und ein Vogelschutzgebiet entstand. Über hunderte von Jahren konnte sich die einheimische Flora und Fauna hier ungestört entwickeln. Ein 1,6 Km langer Rundweg führt vom Parkplatz aus durch die üppige Vegetation des 40ha großen Schutzgebietes.

Mauna Loa Road
     Kurz vorher biegt zwischen Milemarker 27 und 28 ohne ein Hinweißchild die Straße zum Mauna Loa Observatory ab. Da aber dort weit und breit nur diese eine Abzweigung ist, kann man die Observatory Road nicht verfehlen. Sie ist 17 Meilen lang, schmal und etwas holperig zu befahren, und führt hinauf auf 3.399 m.ü.M. zum Wetter- und Atmosphären-Observatorium kurz unterhalb des Gipfels. Der Zustand ist aber durchaus o.K. und auch ohne Allrad zu befahren, auf dem zweiten Bild oben ist sie schön zu sehen.
     Damit man im Dunkeln und bei Nebel die Straße auf den dunklen Lavafeldern nicht verliert, ist auf der Mitte ein Streifen aus reflektierender Farbe aufgetragen. Selten kommt ein Fahrzeug entgegen, dann wird es allerdings etwas eng, bei Gegenverkehr muss man in einen der vielen Turnouts abbiegen, um Platz zu machen...
     Wir sind nur ein paar Kilometer gefahren, bis wir einen breiteren Abschnitt zum Wenden fanden. Es lohnt sich, denn von hier aus hat man einen wunderbaren Blick zurück auf den Mauna Kea und die Observatorien, das obere Bild entstand vom gleichen Standort wie das untere Bild, allerdings mit 400er Objektiv + 2-fach Telekonverter.
     Bei der Planung zu beachten ist, dass die Straße nur an Wochenenden für den Publikumsverkehr offen ist. In der Woche ist sie, wegen der empfindlichen Geräte des Observatoriums, gesperrt. Nur Wanderer haben dann Zugang. Da wir keine Schranke oder so etwas gesehen haben, ist die Sperrung wohl erst ziehmlich weit oben. Vom Parkplatz dort oben hat man dann nur noch ein paar Kilometer bis zum Krater des Mauna Loa, braucht man aber viel länger als man denkt, weil man als untrainierter Tourist in 4000 Meter Höhe einfach nicht mehr genug Sauerstoff zum Klettern bekommt.
     Weiter geht es auf der Saddle Road wieder bergab in Richting Waimea.

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