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KRATERBLICK
     Entlang des Crater Rim Drive hat man viele Aussichtpunkte mit Ausblick auf die Caldera des Kilauea, des Kilauea Iki und des Halmaumau. Hier befindet man sich auf dem Gipfel eines der aktivsten Vulkane der Welt. Anstelle einer schroffen Spitze hat der Kilauea an seiner höchsten Stelle ein abgerundetes Plateau mit einer von Felsen begrenzten Einbuchtung darin, der so genannten Caldera.
     Diese ist zwischen 3 und 5 km breit und an der Nordseite etwa 122 m tief. Entstanden ist dieser gewaltige Krater nicht durch langsames Absinken, weil der Lavadruck von unten nachließ, sondern infolge von plötzlichen Einbrüchen, die von schweren Erdbeben und Steinschlägen begleitet wurden. Der Kraterboden sank dabei mehrmals innerhalb von wenigen Wochen um mehr als l00 m ab. Dann folgten Jahrhunderte, in deren Verlauf sich die abgesunkene Caldera wieder auffüllte, der letzte große Einsturz am Kilauea ereignete sich 1790.
     Seitdem gibt es hier zwar spektakuläre, jedoch recht ruhig fließende Lavaströme, zu deren Beobachtung sich stetig wachsende Besucherströme einfinden. Als der Missionar William Ellis 1823 den Kilauea als erster Nicht-Hawaiianer besichtigte, war der Krater des Vulkans noch doppelt so tief wie heute. Ellis wie auch andere verwegene Reisende, die im 19.Jahrhundert noch zu Fuß oder zu Pferde hierher kamen, staunten über den See brodelnder, rot-glühender Lava, der die Caldera allmählich auffüllte und ließen sich quasi direkt neben den sprudelnden Lavaquellen zeichnen oder - ganz modern - fotografieren.
     Hawaii ist einer der wenigen Flecken der Erde, wo sich auch heute Vulkanausbrüche aus nächster Nähe und mit relativ geringem Risiko verfolgen lassen. Atemberaubende Filme, die Vulkanologen inmitten glühender Lavaströme zeigen, haben den Eindruck entstehen lassen, es sähe hier immer so aus. Leider muss man sehr großes Glück haben, überhaupt flüssige Lava zu sehen. Am Boden des Kraters raucht es zwar, das sind aber meist schon alle Anzeichen vulkanischer Aktivität, die mit blossem Auge zu sehen sind.

Ausblicke
     Der günstigste Ausgangspunkt für eine Tour ist das Informationszentrum am Parkeingang. Gegenüber liegt das Volcano House, von dessen Terrasse man den ersten Blick in den rauchenden Kilauea-Krater werfen kann. Unterhalb des Aussichtspunktes verläuft ein Wanderweg, der Earthquake-Trail. Er beginnt am Ausgang des Parkplatzes beim Volcano House und führt entlang der zerstörten Straße nach Waldron Ledge. Hin- und Rückweg betragen knapp 1 Km.
     Fährt man weiter auf dem Crater Rim Drive, so kommt man an weiteren Aussichtspunkten vorbei, von denen man verschiedene Einblicke in den gewaltigen Krater hat. Das Volcano House klebt wie ein Schwalbennest am oberen Rand der Caldera.
     Manchmal kann man einen anmutigen Vogel über dem Krater aufsteigen sehen, dessen weißes Gefieder in Kontrast zur schwazen Bodenfläche der Kilauea-Caldera und des Halemaumau steht. Es ist ein so genannten Weißschwänziger Tropenvogel (White-tailed Tropicbird), der von den Einheimischen auch "Kratervogel" oder Koa'e genannt wird. Der Vogel mit seinen charakteristischen langen weißen Schwanzfedern und einer Flügelspannweite von über 90 cm ist häufig am Himmel über dem Kilauea zu sichten, allerdings auch mit 400 mm Brennweite schwer zu fotografieren, siehe kleines Bild.
     Weitere, kleine Krater säumen die Straße, jeweils beschildert und mit Parkplatz und Aussichtspunkt versehen:
     Der Keanakako'i, sein Name bedeutet soviel wie "Höhle der Äxte", ist ein weiterer Kesselkrater an der Straße. Die jüngeren Lavaschichten, die diese Region überlagern, brachen 1974 aus Schloten zu beiden Seiten der Straße aus. An klaren Tagen hat man von hier aus eine herrliche Panoramasicht auf den Mauna Loa.
     Am Kilaue Iki-Aussichtspunkt blickt man auf eine glatte schwarze Fläche herab. Dies ist die Kruste eines Lavasees. Noch Ende November 1959 konnte man hier den unglaublichen Anblick eines kochenden Sees aus geschmolzener Lava erleben. Haushohe Fontänen dünnflüssiger Lava liesen etliche Hektar Regenwald unter dichtem Ascheregen absterben, direkt neben dem Krater bildete sich ein spitzer Aschekegel. 1988, fast dreißig Jahre nach der Entstehung des Sees, stieß man bei Bohrungen in 70 m Tiefe auf einen Kern noch immer flüssiger Lava.
     Der Kilauea-lki-Krater, übersetzt "Kleiner Kilauea", entstand genau wie die Caldera des Kilauea infolge von Einbrüchen.

Halemaumau
Wer sich dem Krater des Halemaumau nähert, der sollte nicht an Asthma, Atemwegserkrankungen oder Herzbeschwerden leiden. Wegen der konzentrierten Schwefeldämpfe ist es für solche Menschen hier sehr gefährlich. Tatsächlich stinkt es nach faulen Eiern, überall am Wegrand um den Krater dampft es und gelbe Schwefelkristalle lagern sich an der Oberfläche ab. Obgleich ein kurzer Kontakt mit den vulkanischen Gasen gesunde Personen nicht gefährdet, sollte man sich nicht stundenlang hier aufzuhalten.
     Der Halemaumau-Krater ist der Wohnsitz von Pele, der Göttin der hawaiianischen Vulkane. Hier bringen Hawaiianer auch heute noch Opfergaben an den Rand der Caldera. Während der alljährlichen Aloha-Week werden auf dem Kraterrand formelle Kultfeiern mit traditionellen Hula-Tänzen und Gesängen abgehalten. Wenn man Ende September/Anfang Oktober hier ist, kann man dieses Schauspiel erleben.
     Ein Blick in den Krater vom Aussichtspunkt zeigt viel Rauch und gelbes Gestein. Der Durchmesser beträgt 914 m, seine Tiefe wurde 1992 mit 85 m gemessen. Allerdings haben sich die Ausmaße des Halemaumau im Verlauf der letzten sechzig oder siebzig Jahre verändert. 1924 war der 457 m breite Krater fast vollständig von einem See geschmolzener Lava ausgefüllt, die mit Temperaturen von ca. 1.149 Grad Celsius vor sich hin brodelte.
     Innerhalb von 3 Monaten floss der Lavasee auf Grund von Erdverschiebungen ab. Erhitztes Grundwasser drang in den so entstandenen Leerraum ein, was auf dem Grund des Kraters zu einer Reihe von gewaltigen Wasserdampfexplosionen führte. Gesteinsbrocken wurden aus dem Krater geschleudert und ein neugieriger Fotograf, der sich zu nah an das Schauspiel herangewagt hatte, wurde während einer solchen Detonation von einem herabstürzenden Felsen tödlich getroffen. Das war der einzige bekannte Todesfall seit 1790, der in ursächlichem Zusammenhang mit einem Vulkanausbruch auf Hawaii stand.

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