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UNTERIRDISCH
     Feuchtes Klima und dichter Tropenwald bestimmen das Landschaftsbild im östlichen Teil des Crater Rim Drive. Wenn man vom Eingang nicht geradeaus fährt, sondern links abbiegt, dann erreicht man den feuchtesten Teil des Nationalparks. Hier regnet es oft, vor allem am Vormittag läuft man oft durch leichten Nieselregen, der die Sicht vom Aussichtspunkt zum Krater Kilauea Iki nimmt und das Kameraobjektiv betröpfelt. Man läuft an dieser Stelle quasi durch die Wolken. Trotzdem rate ich allen, die im Volcano House oder im nahen Volcano Village übernachten, so früh wie möglich hierher zu kommen.
     Das Ziel liegt nämlich unterirdisch: Die Thurston Lava Tube. Am späten Vormittag halten hier die Busse der Tagesausflügler, dann geht man gemeinsam mit Horden durch den Tunnel und auf dem 0,5 Km langen Rundweg. Fotografieren und Vogelbeobachtung ist dann nicht mehr möglich.

Lavatunnel
     Ein Lavatunnel entsteht, wenn sich oben auf einem Lavastrom, der durch eine Schlucht, ein Bachbett oder sonst eine Senke in der Landschaft strömt, durch Abkühlung eine Kruste bildet. Unter der Kruste kann die Lava dann noch sehr lange weiterfließen, sie wird stellenweise dann auch noch sichtbar, wenn Teile der erkalteten Decke einstürzen. Wenn die Lavazufuhr aufhört, entleert sich der Lavatunnel.
     Ein Rundweg, in etwa 20 Minuten zu bewältigen, führt erst über Stufen bergab, dann durch den Tunnel und zurück zum Parkplatz. Der Lavatunnel wurde von den Hawaiianern Nahuka genannt, später wurde er nach Lorrie A. Thurston (1864-1931) benannt, ein Nachfahr der ersten Missionare auf Hawaii. Er war als ehemaliger Botschafter der Republik Hawaii in den USA und Herausgeber der Zeitung Honolulu Advertiser massgeblich an der Gründung des Nationalparks und des Hawaiian Volcano Observatory beteiligt.
     Der kühle, bemooste Tunnel ist über eine kleine Brücke zu erreichen und sieht fast so gleichmäßig aus wie von Menschenhand geschaffen. 150 Meter ist der beleuchtete Teil lang und trotz einger enger Passagen sehr einfach zu begehen. Wer gut ausgerüstet ist, mit starker Tschenlampe und festen Schuhen, der kann noch einen weiteren, unbeleuchteten Teil auf eigene Faust erkunden. Am Ende des Tunnels führen Stufen wider herauf ins Licht, dort befindet sich ein ein angelehntes Gittertor, durch das man die absolut dunkle Fortsetzung des Tunnels betreten kann.

Ohia Farnwald
     Der Hin- und Rückweg zum den Tunnel führt durch einen tiefen Einschnitt mit herrlichem kalten Regenwald, in dem Farne und so genannte Ohi'a-Bäume vorherrschen. Der Ohi'a Lehua ist der am häufigsten vertretene einheimische Baum im Park, denn er gedeiht in allen Höhenlagen zwischen dem Meerespiegel und 2.750 m. Auffallend sind seine leuchtendroten, fedrigen Blüten. Da die winzigen Samen leicht vom Wind transportiert werden können, ist der Ohi'a Lehua meist eines der ersten Holzgewächse, das auf frischen Lavaschichten Wurzeln schlägt.
     Dis buschigen Farne, die links und rechts am Wegrand wachsen, sind fast alle auf Hawaii endemisch. Allein drei verschiedene Baumfarn-Arten sind hier vertreten, darunter der so genannte Hapu'u der über l0 m hoch werden kann. Farne finden hier in diesem Teil des Nationalparks ein ideales Klima, die durchschnittlich 2,5 m Niederschlag im Jahr sorgen für ideale Wachstumsbedingungen. Man glaubt schon, das Moos auf der Regenjacke wachsen zu sehen, siehe unten...
     Wenn man leise ist, kann man unzählige Vogelstimmen unterscheiden, zu sehen ist im dichten Buschwerk kaum einer der kleinen Bewohner. Viele geschützte Vogelarten haben hier ihre letzte Rückzugsstätte.

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