DIE ERSTEN HAWAIIANERDie Geschichte der ersten Siedler auf den Hawaii Inseln und das Wissen um ihr Gesellschaftssystem und die Kastenstrukturen, ihre Götter und Mythen lassen auch heute noch viele Dinge auf Hawaii in einem anderen Licht erscheinen. Da Hawaii die abgelegenste Inselgruppe der Welt ist, gab es dort vor Ankunft der Menschen zum Beispiel keinerlei Landsäugetiere , mit Ausnahme von Fledermäusen, und einen hohen Anteil an endemischen Pflanzen- und Tierarten. Nach den ersten polynesischen Siedlern kamen weiße Missionare, Händler und Walfänger in Hawaii an. Für den Zuckerroh-und Ananasanbau wurden chinesische und japanische Arbeitskräfte angeworben, die ihre Kultur mitbrachten. Die Menschen von Hawaii entstanden aus der Durchmischung der polynesischen mit den asiatischen Einwanderern. Ich möchte nicht die ganze Hawaiianische Geschichte erzählen, dazu gibt es bestimmt besser Quellen in der Literatur. Interessierten kann ich hierzu auch das Buch "Hawaii" von James A. Michener empfehlen. Ganz kurz möchte ich allerdings hier auf dieser Seite nur einen kleinen Überblick der Besiedlung und der Strukturen im alten Hawaii geben. |
SiedlerHundertausende von Jahren lagen die Vulkaninseln menschenleer in der Weite des pazifischen Ozeans. Woher die ersten Bewohner der Inseln zwischen 400-650 nach Christus kamen, ist nicht genau geklärt. Verschiedene Theorien und Legenden ranken sich um diese ersten Hawaiianer, die wohl ursprünglich aus dem polynesischen Raum kamen. Durch Ihre Geschicklichkeit im Segeln auf dem offenen Meer konnten auch weiter entfernte Inseln von Ihnen gefunden wurden. Zu dieser Zeit steckte in Europa die Schiffahrt noch in den Anfängen, die Völkerwanderung war im Gange und selbst die Wikinger trauten sich noch nicht weit aufs offene Meer hinaus. Um so besser kann man in diesem Zusammenhand die seefahrerischen Leistungen der Polynesier betrachten. Thor Heyerdal beschreibt in seinen Büchern "Kon Tiki" und "Das Geheimnis der Osterinsel" die andere Theorie, nach der die Polynesier Abkömmlinge der Südamerikanischen Inkas sind, die es in den Pazifik verschlug. Sie ist jedoch wissenschaftlich nicht sehr anerkannt, wenngleich nach der Fahrt der Kon Tiki Teile diese Theorie nicht mehr als "unmöglich" abgetan werden konnten. Hier ist ein Link über Kanus, die nachgebaut wurden, um nachzuweisen, das es möglich war, die weite Strecke mit damaligen Mitteln zu überbrücken: Makalií, Hawaiiloa, Eala und das bekannteste - Hokulea.
Die harte Reise auf solchen riesigen Flössen über den Ozean dauerte Generationen, unterwegs kamen viele Menschen um. Nach einer Legende wurde der letzte und erfolgreichste Abschnitt dieser Reise von einem direkten Abkömmling des Halbgottes Maui geleitet.Die meisterlich gebauten Doppelrumpf-Kanus mit einem enorm tragfähigen Zwischenteil waren 20-40m lang und bestanden aus Holz und Kokosfasern. Sie hatten geflochtene, dreieckige Segel und trugen bis zu 60 Menschen, inclusive Vorräte und Trinkwasser, Nutzpflanzen wie Kokosnuß, Taro, Brotfrucht, Süßkartoffel, Banane und Zuckerrohr, aber auch andere Pflanzen, die für medizinische oder kosmetische Zwecke benötigt wurden, Samen und Tiere. Auf den Inseln entstanden die Siedlungen ausschließlich an der Küste, wo man künstlich bewässerte Terrassen anlegte, auf denen die mitgebrachten Pflanzen kultiviert wurden. Das Meer bot zusätzliche Nahrung. Die wichtigste Pflanze war die Taro-Knolle, deren stärkehaltige Fasern gegart und anschließend zu einem Brei verarbeitet wurden. Leicht vergoren wurde daraus dann Poi, ein Hauptnahrungsmittel zu allen Mahlzeiten. |
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Kasten Das soziale System, das die Hawaiianer nach ihrer Ankunft entwickelten, war ein strenges Kastensystem, dem seine Mitglieder durch Geburt angehörten und von dem es keine Ausnahmen gab. Die oberste Kaste war die Häuptlingsaristrokratie, die Ali`i, deren Abstammung sich bis zu den Göttern zurückverfolgen ließ. Sie hatten viel Mana - Macht. Laut Gesetz in diesem feudalistischen System durften nur gleichrangige Partner Kinder zeugen. Auch Geschwisterehe war durchaus üblich. Das Volk war Tributpflichtig und der Wille der Ali`i war Gesetz. ![]() Ein Kahuna war ein begabter Heiler und Weiser, dessen Rat vor wichtigen Entscheidungen gesucht wurde und dessen Mana benfalls bedeutend war. Es gab Kahunas für die Könige und solche, die das einfache Volk mit Rat versorgten. Kahuna waren im alten Hawaii sehr gefürchtet, sie beherrschten die Schwarze Magie und konnten den Tod herbeiführen. Kahunas waren Ahnenforscher, Medizinmänner, Berater, Hüter der Legenden, und sie wachten über die Einhaltung der Moralgesetze. Damit hatten sie die eigentliche Macht, denn kein Ali`i konnte ohne seinen Stab von Kahunas regieren. Das einfache Volk wurde Makaainana genannt (die Leute des Landes), und es waren Bauern, Jäger und Fischer. Alle lebten in Großfamilien, so genannten Ohanas, und bewohnten das gleiche Stück Land. Farmer im Inland teilten ihre Erträge mit den Fischern und umgekehrt, so das alle gut von der Vielfalt des Landes und Meeres leben konnten. Hunger war fast unbekannt. In Kriegszeiten dienten sie als Soldaten. Die Ali`i konnten Kapus verhängen, strenge Taburegeln, Bann- und Schutzbestimmungen, die das ganze Zusammenleben regelten. Kapus waren Ordungsmittel und Ausdruck von Macht und Willkür. Frauen durften nicht zusammen mit Männern essen. Kapus bestimmten, wann gejagt und gefischt wurde. Während der Steuereintreibung waren keine kriegerischen Handlungen erlaubt. Auf einen Ali`i durfte kein Schatten fallen - usw.... Wer gegen ein Kapu verstiess, musste mit dem Tod rechnen. Es gab auch Zufluchtstätten für Gesetzesbrecher, die Pu'uhonua. Am besten auf Big Island zu besichtigen sind die Pu'uhonua o Honaunau. Das Kapu-System wurde erst im Jahr 1819 von König Kamehameha II. abgeschafft. |