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DER NORDEN
     Das ultimative Surferparadies der ganzen Welt liegt im Norden Oahus, am so genannten "Northshore".
     Wenn die Winterstürme im Nordpazifik die Wellen an der Nordküste auftürmen, dann beginnt zwischen Haleiwa und Sunset Beach die Hochsaison. Manchmal, an besonders stürmischen Tagen, wird der Highway gesperrt, weil die gewaltigen Brecher bis an die Straße kommen. Von Honolulu her strömen mit Surfbrettern vollgepackte Pickups nach Norden, in denen sonnengegerbte Beachboys sitzen. Sie kreuzen dann an der Küste auf und ab und beobachten die Dünung. An den Stränden stehen die Fans mit Ferngläsern und und die Fotografen mit ihren Super-Tele-Objektiven und verfolgen damit ihre Idole.
     Am schnellsten kommt man von Honolulu aus auf dem Freeway 2 quer durch die Mitte der Insel in den Norden. Am Ende des Freeway bei Wahiawa schneidet man mit über den Highway 80 ein Stück ab und landet schließlich auf dem Highway 99 nach Haleiwa. An der Küste selbst führt die einzige Straße durch viele kleine Orte und hat fast überall ein speed limit von 30 oder 50 Meilen pro Stunde. So ist man von Waikiki aus entlang der Ostküste mehrere Stunden länger unterwegs als auf der beschriebenen direkten Route, obwohl die Strecke nach der Karte nur etwa eineinhalb mal so lang ist.
 
Der Ritt in der Röhre
     Das "Bodysurfen" ohne Brett war in ganz Polynesien bekannt. Als artistischer Sport, bei dem die höchsten Wellenberge gemeistert werden, ist das Surfen aber erst in Hawaii entstanden.
     Für die alten Hawaiianer war das Surfen immer mehr als eine reine Freizeitgestaltung. Von der Auswahl des Baumes bis zum ersten Wasserkontakt war bei der Herstellung des Surfbretts alles von religiösen Zeremonien begleitet. Nach ihrer Ankunft um 1820 schafften es die christlichen Missionare, diesen Sport fast völlig verschwinden zu lassen. Für die Gottesmänner war es reine Zeitverschwendung. Erst in unserm Jahrhundert wurde der Sport wieder populär, vor allem durch Duke Kahanamoku. Er machte den Sport überall auf der Welt bekannt und begeisterte damit Tausende auf dem Kontinent und sogar in Australien.
     1968 starteten die ersten Wettbewerbe und auch heute gilt das hawaiianische "Professional Championship" als das große Finale nach einer Vielzahl internationaler Wettbewerbe. Die drei großen Meisterschaften finden meist in der Zeit von Ende November bis Mitte Dezember hier an der Nordküste von Oahu statt, die Triple Crown of Surfing. Dann sorgen die Winterstürme für große Wellen und beständige Surfbedingungen.
     Ich war zum ersten Mal im September da, das Wasser war glatt und weit und breit waren kaum Wellen zu sehen. Schwer vorstellbar dass hier, an den besten Surfstränden der Welt, die Wellen mit solcher Urgewalt ankommen können. Im November hatten wir Glück, die Wellen waren ausreichend hoch, wenn auch nicht gewaltig. Die besten Surfbilder, die dort entstanden sind, sind in meiner Fotogalerie "Surfer" zu sehen. Noch eine Woche vorher meldete der Wetterbericht dank eines Sturmtiefs vor Alaska doppelt so hohe Wellen wie auf meinen Bildern.
     Die Namen der Strände sind Musik in den Ohren eines jeden Surf-Freaks: (Von Norden) Alii, Haleiwa, Waialua, Papailoa, Laniakea, Chuns Reef, Kapealoa, Waimea Bay, Pupukea, Banzai, Ehukai, Sunset und Kaunala. Einfach zu finden sind sie nicht, da keinerlei Beschilderung existiert. Am besten, man orientiert sich an den parkenden Pickups der Einheimischen. Wenn man die in größeren Gruppen am Straßenrand entdeckt, dann befindet sich dort meist zwischen den Häusern ein Zugang zum Strand und nach wenigen Metern schon steht man an einem der berühmtesten Surfstrände der Welt. Dort, wo die meisten Fotografen ihre Stative aufgebaut haben ist mit Sicherheit auch die beste Stelle, um die meiste Aktion zu sehen.
     An manchen Tagen wird es hier auch erfahrenen Profis zu gefährlich, dann türmen sich die Brecher hoch wie Wohnblocks und hüllen die Autos auf dem Highway in einen Nebel aus Salzspray. Surfen wird an solchen Tagen ein Spiel mit dem Tod.
     Am nächsten ist man dem Geschehen als Zuschauer beim Ehukai Beach Park, denn dort bilden sich die riesigen Wasseröhren erst kurz vor dem Strand, was den Sport dort aber auch besonders gefährlich macht. Die Wassermassen werden hochgesaugt, bevor sie auf das Riff donnern, so dass sich in diesem Moment kaum noch Wasser über dem Grund befindet. Nur sehr geübte Surfer dürfen sich in diese pure Naturgewalt wagen. Ungebrochen von vorgelagerten Inseln oder Riffen türmen sich die Wellen, nachdem sie ungehindert Hunderte von Seemeilen übers offene Meer gekommen sind. Richtige Monsterwellen. Anfänger schwimmen besser auf der anderen Seite der Insel, dort ist das Meer wesentlich ruhiger.

Haleiwa
     Die Küste um Haleiwa besteht aus einer Kette von Sandstränden, die nur von ein paar Felsvorsprüngen unterbrochen werden. Haleiwa selbst ist ein kleiner Ort im Westernstil, wo es außer mehreren Surfboard- und T-Shirts-Shops auch kleinere Supermärkte, Restaurants und Galerien gibt. Der Ort lebt von der Surfkultur. Das ich mir an einem hier gekauften eisigen Bananenmilchshake ganz fürchterlich den Magen verdorben habe trübt meine Erinnerung an das nette Städtchen doch erheblich.
     Hier ist alles sehr lässig und relaxed, wie fast überall an der Northshore von Oahu, die dünn besiedelt ist. Das liegt an den rauhen Wetterverhältnissen im Winter und dem Mangel an Hotels und Arbeitsplätzen. Der größte Teil der Bevölkerung setzt sich hier aus jungen Surfern, Esoterikern, Aussteigern und Künstlern zusammen - ein bunt gemischtes Völkchen.

Sonstiges im Norden
     In Waimea kann man den Waimea Falls Park besichtigen, den Eintritt habe ich mir aber geschenkt. Man sieht Pflanzen, Überreste von Kultstätten und Kunstspringer springen am Wasserfall in einen Pool. Toll. Ach ja, ich vergass, eine Hula Show gibt es ja auch noch.
     Westlich von Haleiwa findet man die letzten beiden, noch arbeitenden Zuckerrohrmühlen auf Oahu. Der 7 Meilen lange und einsame Mokuleia Beach ist allein schon eine Fahrt hierher wert, wenn man dem Trubel von Honolulu mal so richtig entkommen will.
     Der Keana Point hinter dem Ende des Highway 930 ist der westlichste Punkt, nach einer alten Legende sollen hier die Seelen der Toten ihre Reise ins Jenseits antreten. Die Fahrt dahin dauert lange, und hinter dem Dillingham Airfield, wo man auch Rundflüge mit Segelflugzeugen buchen kann, geht es noch ein paar Kilometer zu Fuß weiter. Im Winter erreichen die Surfs hier bis zu 12 Meter Höhe und erfahrene Surfer lassen sich vom Helikopter mit Tauchgerät ab.
 

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