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PEARL HARBOUR
     Die Umgebung von Waikiki und Honolulu lässt sich gut mit Bussen erkunden. Auch kommerzielle Touren fahren die Höhepunkte an, die sind zwar ganz bequem, aber man kommt dann immer in Horden irgendwo an und ist fremdbestimmt. Mein Tip ist "The Bus", bequem, preiswert und mit Lokalkolorit.
     Ein Muss ist der Besuch des Arizona Memorial in Pearl Harbour, dafür sollte man aber mindestens einen halben Tag Zeit einkalkulieren. Von Waikiki aus fährt alle halbe Stunde ein Shuttle Bus zum Visitor Center. Die Fahrt dauert ca. eine dreiviertel Stunde, das ist ungefähr eine halbe Stunde schneller als mit dem öffentlichen Bus.
     Der Besuch des Memorials ist kostenlos und vor allem für die japanischen Touristen ein wichtiger Programmpunkt. Je nach Andrang wartet man eine ganze Weile, wir hatten großes Glück, konnten gleich durch die Absperrung gehen und schon 10 Minuten später sassen wir im Kino.
 
Geschichte
7.12.1941: Es ist Sonntag auf Oahu. Die 130 Kriegsschiffe der US.Navy liegen nur teilweise bemannt vor Pearl Harbor. Zum Schutz vor Saboteuren liegen die größten Schiffe dicht an dicht in der Hafenmitte.
Einige Tage vorher stach die japanische Flotte mit 33 Kriegsschiffen, davon 6 Flugzeugträger, von Nordjapan aus Richtung Hawaii in See. Da die Flotte einen Kurs nimmt, der nördlich der üblichen Schiffsrouten verläuft, erreicht sie am Morgen des 7.Dezember 1941 unbemerkt die vorgesehene Angriffsposition 220 Meilen nördlich von Oahu.
6:00 Uhr: Die erste Welle mit 183 japanischen Angriffsfliegern hebt von den Flugzeugträgern ab. Die Flugzeit beträgt 2 Stunden. In der Nacht zuvor sind 5 Mini-U-Boote, mit je 2 Mann und 2 Torpedos besetzt, 10 Meilen vor der Hafeneinfahrt von großen U-Booten ausgesetzt worden. Der Auftrag ist, in den Hafen von Pearl Harbor einzudringen und nach Beginn des Luftangriffes möglichst viel Schaden anzurichten.
6:30 Uhr: Der vor Pearl Harbour auf Patrouillie fahrende Zerstörer USS Ward entdeckt eines der U-Boote und versenkt es. Der Flottenkommandeur wird alamiert, ein Alarm bleibt unverständlicherweise aus.
7:00 Uhr: Eine Radarstation auf Oahu bemerkt die aus Norden anfliegenden Flugzeuge. Der zuständige Offizier hält sie für ein amerikanisches B-17-Bomber-Geschwader, welches entweder vom Festland oder vom Flugzeugträger USS Enterprise unterwegs sein soll und gibt keinen Alarm.
7:48 Uhr: Die ersten japanischen Kampfbomber werfen ihre Bomben im Norden von Oahu auf den Militärflugplatz von Kanehoe.
7:55 Uhr: Die erste Angriffswelle erreicht völlig unbehelligt ihr Ziel und ihr Führer, Kommandant Mitsuo Fuchida, funkt die Botschaft: "To, To, To" und "Tora, Tora, Tora", um seine Flotte über den Angriffsbeginn und den gelungenen Überaschungseffekt zu informieren. In Pearl Harbour werden 3 amerikanische Kreuzer gleichzeitig von Torpedos getroffen.
8:05 Uhr: Die ersten Bomben fallen auf Honolulu. Der Angriff dehnt sich auf die Marineflughäfen Ford Island, Hickam, Kaneohe Bay Naval Air Station, Ewa Marine Corps Air Station, Wheeler und Bellows Field aus. Dort stehen die Flugzeuge zum besseren Schutz vor Sabotage zu Gruppen formiert zusammen und sind so ein leichtes Ziel für die japanischen Bomber.
8:50 Uhr: Die zweite Angriffswelle trifft ein. Ein Großteil der Flotte wird von Bomben und Torpedos getroffen. Der Hafen ist ein flammendes Inferno. Nur 11 von 394 auf Oahu stationierten Flugzeugen können zur Verteidigung aufsteigen, der Rest wird am Boden zerstört.
10:00 Uhr: Die letzten Flugzeuge der zweiten Angriffswelle drehen ab und kehren zu ihren Trägern zurück. 29 japanische Flugzeuge sind der geringe Verlust.

    Die traurige Bilanz: 3.435 Gefallene, 8 Schlachtschiffe, 3 Kreuzer, 3 Zerstörer und 7 Hilfsschiffe sind gesunken oder schwer beschädigt. Alleine auf der "USS Arizona" fallen 1.177 Mann Besatzung, auf der "USS Oklahoma" 400 Mann, das Schulschiff "USS Utah" sinkt mit 5 Mann, ebenso werden die "USS California" und die "USS West Virginia" versenkt. Die "USS Maryland", die "USS Nevada", die "USS Pensillvania" und die "USS Tenessee" sind schwer beschädigt. Die "USS Nevada" versucht noch, auf das offene Meer zu gelangen, muss aber gestrandet werden, damit sie nicht in der Hafeneinfahrt sinkt und diese blockiert. 164 Flugzeuge sind zerstört und 159 beschädigt.
     Der Angriff ist dennoch kein totaler Erfolg! Die US Pazifikflotte ist zwar zerstört, aber die Flugzeugträger sind zum Zeitpunkt des Angriffs nicht im Hafen. Diese Flugzeugträger werden dem Krieg in der Schlacht von Midway die Wende geben. Die Werften, Tankanlagen sowie der U-Boot-Stützpunkt in Pearl Harbor erleiden nur geringen Schaden. Vor allem aber ist sich das amerikanische Volk, das vorher noch geteilter Meinung über die Einmischung Amerikas in den 2. Weltkrieg war, jetzt einig darüber, gegen Japan und seine Verbündeten zu kämpfen.
 
Hier kann man, auf englisch, alles noch mal genau nachsehen: Pearl Harbor
 
Das Memorial
     Das Arizona Memorial ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Hawaiis. Direkt am Highway 90 und an der Pearl Harbor Naval Base liegt das Visitor Center, 13 km nordwestlich von Honolulu Harbor. Es existiert hier seit 1980.
     Zur Besichtigung gehört als zwingender Programmpunkt ein 20-minütiger Film. Während der Wartezeit besichtigt man das kleine Museum mit interessantem historischem Bildmaterial und einigen Modellen von der "USS Arizona" - eines zeigt das Schiff in seinem jetzigen Zustand unter Wasser mit der Gedenkstätte darüber. Nebenan legen die Boote ab, die zum Wrack der "USS Arizona" hinausfahren.
     Nach kurzer Ansprache eines Veteranen zeigt der Film den Angriff auf Pearl Harbor, den Untergang des Schlachtschiffs "USS Arizona" und kurz auch die Vorgeschichte des Krieges. Hier wurden viele interessante Originalaufnahmen sowohl von amerikanischer als auch japanischer Seite zusammengetragen. Der gut zu verstehende Beitext erschien uns für amerikanische Verhältnisse ziemlich unpatethisch und informativ. Der reinste Bildugnsurlaub. Nach dem Film geht es vom Ausgang des Kinos zur Anlegestelle der Boote.
     Wenn man am frühen Morgen hierherkommt, dann ist es noch nicht so voll. Man bekommt eine Nummer wie beim Ordnungsamt, die wird aufgerufen, wenn die zugeteilte Tour beginnt. Der Eintritt ist kostenlos, ordentliche Kleidung und repektvolles Benehmen wird aber erwartet!
     Quer über dem Wrack, das nur wenige Meter unter Wasser liegt, hat man ein 60 Meter langes, weißes Gebäude errichtet. Die "USS Arizona" sank damals in nur 9 Minuten, nachdem sie um 8:10 Uhr von einer panzerbrechenden 1.760-Pfund-Bombe getroffen worden wurde, die das Oberdeck durchschlug und die Munitionskammer zur Explosion brachte. Noch heute ist sie für 1.102 Besatzungsmitglieder die letzte Ruhestätte in 12 Metern Tiefe. Die Namen aller getöteten Soldaten sind auf einer großen Marmorwand am Kopfende des Memorials eingraviert. Ein komisches Gefühl, über so vielen Leichen zu stehen. Nach etwa 20 Minuten fährt das Boot wieder zurück zum Visitor Center.
     Das Schiff sitzt so fest im Schlamm des Hafenbeckens, dass man beschloss, es nicht zu heben, sondern eine Gedenkstätte daraus zu machen. Ein verrosteter Geschützturm ragt noch aus dem Wassen und man kann schemenhaft die Aufbauten und Umrisse des Schiffes erkennen. Es steigt immer noch Öl aus dem Maschinenraum und den Tanks. Der Aberglaube sagt, solange es noch einen der etwa 60 Überlebenden gibt, wird das so bleiben. Das erste Bild zeigt so eine kleine Öllache. Die vielen bunten Fische, die zwischen den Trümmern umherschwimmen, scheint das Öl in so kleinen Mengen aber nicht zu stören.

 
Sonstiges
     Im Souvenir-Shop des Memorials kann man diverse Andenken einkaufen. Wer hier etwas passendes findet - und wenn es nur Postkarten sind - bekommt es etwas billiger als anderwo, da der kleine Laden keine Steuer mehr auf die ausgewiesenen Preise draufrechnet. Als Teil des Nationaldenkmals ist der Shop vielleicht davon befreit.
     Ausserhalb des Memorial-Geländes an der Hafenseite liegt ein kleiner Park. Wenn man den Parkplatz überquert, kommt man zu einer weiteren Gedenkstätte für die gesunkenen U-Boote der US-Navy. Daneben werden vor einem kleinen Museum verschiedene Typen von Torpedos ausgestellt. Der Eintritt in das Museum war mit 12 U$ pro Person aber recht happig. Für 6 U$ mehr konnte man zusätzlich das dort verankerte original Weltkriegs-U-Boot "Bowfin" auch von Innen besichtigen.
     Wenn man noch mal 6 U$ drauflegte, so gab es noch eine Besichtigung der berühmten "USS Missouri", auch "Mighty Mo" genannt, die jetzt hinter der "USS Arizona" festgemacht hat. Auf diesem Schiff wurde die japanische Kapitulation entgegengenommen, es war auch noch modernisiert 1991 im Golfkrieg gegen den Irak im Einsatz. Hier gibt es eine umfangreiche Führung, die ohne das oben beschriebene U-Boot-Packet alleine 12 U$ kostet.
     Wer sich für diese Dinge interessiert, für den ist das sicherlich eine einmalige Gelegenheit, solche Schiffe einmal von Innen zu sehen - auch bei diesen Preisen. Man kann damit fast den ganzen Tag verbringen.


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