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GELDGESCHÄFTE

Die indische Währung heisst Rupie (Rs, INR) und in der Mehrzahl Rupien. Eingeteilt in 100 Paise, aber so geringes Kleingeld hatten wir im gesamten Urlaub nicht einmal in der Hand. Banknoten gibt es im Wert von 1.000, 500, 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Rupien, wobei die kleinsten Noten nach und nach aussortiert werden. Die Münzen haben einen Wert von 5, 2 und 1 Rupien sowie 50, 25 und 10 Paise. 100 Indische Rupien entsprachen Ende 2006 ca. 1.75 Euro oder für einen Euro gab es zwischen 55 und 59 Rupien.

Die Einfuhr der Landeswährung ist untersagt, die Ausfuhr ebenso. Es sei denn, die Weiterreise erfolgt nach Nepal, Bangladesch, Pakistan oder Sri Lanka. Aber selbst dann sind die Beträge lächerlich gering, keine 100 Rupien Scheine nach Nepal und nur 20 Rupien pro Person in die anderen Länder. Kontrolliert worden sind wir bei der Ausreise allerdings nicht, obwohl die Sicherheitsvorschriften am Flughafen doch recht gut umgesetzt wurden.

Wer im Land herumreist sollte stets darauf achten ausreichend Kleingeld zu tauschen. Denn stets ist damit zu rechnen dass irgendwo jemand die Hand aufhält, sei es für Trinkgeld, Eintritt, Kameragebühr oder Spenden. Dann ist es ärgerlich, wenn man nur "große" Scheine oberhalb von 50 Rupien hat. Ein paar Münzen in der Tasche sind auch sehr hilfreich für alte Bettler an Tempelaufgängen und ähnlich Bedürftige.

Mit dem Umtausch von Geld hatten wir gar keine Probleme, jedes der von uns gewählten Hotels hatte eine offizielle Genehmigung zum Umtausch, denn dieser darf nur bei Banken oder offiziellen Wechselstuben erfolgen. Hier bekommt man auch keine alten und zerfetzten Scheine, die dann später eventuell nicht angenommen werden. Wichtig: den Beleg mit Passnummer aufbewahren, nur dann kann man bei der Ausreise wieder zurücktauschen.

Schon nach der Ankunft in Delhi befinden sich bei den Gepäckbändern zwei Wechselschalter mit identischen Kursen. Bargeld ist am einfachsten zu wechseln, Euro werden überall akzeptiert. Nur in Großstädten gibt es Automaten, an denen rund um die Uhr Geld abgehoben werden kann.

Die Banken haben Montag-Freitag von 10.00-14.00 Uhr und Samstag von 10.00-12.00 Uhr geöffnet. In Indien haben sie meist keine Prachtfassaden wie in anderen Ländern, sonder sind eher unscheinbar und nur an der Aufschrift als solche zu erkennen.

Wir haben in den 3 Wochen unserer Reise nur drei mal jeweils 100 Euro Bargeld eingetauscht. Den Rest der Ausgaben haben wir mit Kreditkarte bezahlt, was fast überall bis auf wenige Ausnahmen möglich war. Im Laufe des Urlaubs hat sich der Kurs leicht zu unseren Gunsten verbessert, wie wir später an den Kontoauszügen sehen konnten. Es ist einfach bequemer, in den Hotels die Rechnungen zu unterschreiben und beim Verlassen die Gesamtrechnung zu begleichen. Unstimmigkeiten hatten wir nie.

Nebenkosten

Indien ist kein Billigreiseland, obwohl die Dinge des täglichen Bedarfs auf den ersten Blick in Indien wesentlich billiger sind als in Deutschland. Als Ausländer, der es bequemer als ein Rucksacktourist haben möchte, sollte man dennoch mit Kosten rechnen, die in etwa leicht unter denen in Europa liegen. Zum einen ist man für indische Verhältnisse einfach extrem reich, nächtigt meist in entsprechend teuren Hotels und hat einen eigenem Fahrer. Mit weißer Nase ist man auch immer magischer Mittelpunkt aller Nepper, Schlepper und Bauernfänger und bekommt beim Feilschen selten indische Preise.

Auch bei Eintritten wird kräftig zugelangt, Touristen zahlen oft das Vielfache und werden zusätzlich noch mit Kameragebühren abgezockt. Schließlich sind wir ja so reich, dass jeder mit einer Kamera reist. Dabei spielt es keine Rolle ob teure Spiegelreflex oder kleine Digicam. Noch teurer wird es für Videofilmer, die Gebühren für bewegte Bilder liegen noch einmal um ein Vielfaches höher als die Kameragebühren. Teilweise sind bis zu 200 Rupien zu zahlen, unverhältnismäßig, wenn der Eintritt dann nur 50 Rupien kostet.

Selbst ein gemäßigt vorsichtiger Mensch isst in Indien nicht an einfachen Straßenständen, sondern in moderneren Restaurants. Da es in vielen kleinen Orten keine Restaurants gibt ist man auf das Hotel und seine Preise angewiesen. Die schwanken für ein Buffet zwischen 350 und 600 Rupien und die Bierflasche kostet zwischen 120 und 200 Rupien. Für uns immer noch preiswert, für indische Verhältnisse ist schon der Supermarktpreis von 50 Rupien im Staat Rajasthan für eine 650ml Flasche Kingfisher Beer recht hoch und für einen Großteil der Bevölkerung schon Luxus.

Hier ein paar Löhne, die vieles in die richtige Relation setzen: Bei einer Einwohnerzahl von rund 1,1 Milliarden betrug das Pro-Kopf-Einkommen 2004 in Indien nur gut 700 US-Dollar. Das Land gehört so in der Klassifikation der Weltbank noch zur Gruppe der Entwicklungsländer mit niedrigem Einkommen. Die Durchschnittseinkommen sind zwar gestiegen, das gilt aber nicht für die ärmsten Bevölkerungsschichten in den ländlichen Gebieten. Noch verfügen 80% aller Inder über weniger als 2 US-Dollar am Tag und rund ein Drittel über weniger als einen US-Dollar am Tag. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, denn nur 68 Prozent der Erwachsenen können lesen und schreiben. Vom viel propagierten wirtschaftlichen Aufschwung profitierten bisher nur die wachsende Mittelschicht und die Oberschicht. Einfache Landarbeiter haben 80 Rupien Tageslohn - wenn sie Arbeit haben...


Trinkgeld

Trinkgeld ist bei diesen Verhältnissen auch ein schwieriges Thema. Einige Hotels haben eine zentrale Tipping Box, dort haben wir immer eingeworfen und nur bei Extra-Service persönlich etwas gegeben. An anderen Orten wird Trinkgeld merklich erwartet, das ist sehr unterschiedlich. Ein Urlaub in Indien ist ein ständiges Abwägen zwischen zu viel und zu wenig, wann geben und wann nicht, wem geben und wem nicht und auch das Wie ist ein Problem. Meist ist ein fester Händedruck, verbunden mit einem freundlichen Danke und einem gefalteten Schein in der Hand verborgen die beste Wahl. Oft machen schon Sekunden später verborgene Handzeichen die Runde über die Größe des Scheins.

Bettlern und Kindern sollte man nichts geben. Kinder betteln oft als Wettbewerb ("One Pen, One Rupie, One Foto") und wenn man einem Bettler etwas zuviel gibt hat man in Minutenschnelle Hunderte um sich herum. Bettler gibt es hauptsächlich in den Städten, wer dort an einer roten Ampel wartet hat schnell jemanden an der Seitenscheibe stehen, der mit traurigen Augen und ausgestreckter Hand in den Innenraum schaut und auffordernd dezent ans Fenster klopft. Die meisten Großstadtbettler sind dort organisiert, gute Plätze werden von einer Art Mafia gegen Gebühr zugeteilt.

Auf dem Land trifft man eher den Gelegenheitsbettler, der gleich mal die Hand aufhält, wenn zufällig ein großes, fremdes Auto mit reichen Touristen neben ihm hält. Weiße Reisende sind in den Augen der meisten ein Goldesel auf zwei Beinen. Um nicht Horden von Bettlern anzulocken, sollte man entschieden "No" sagen, dabei aber nicht unfreundlich oder gar verächtlich wirken. Betteln ist in Indien ein Beruf, wenig gut angesehen - aber nicht unmoralisch. Auch die Inder selbst haben da kein Patentrezept wann man wem etwas gibt.

Wer Personen fotografieren möchte, der sollte damit rechnen, daß in manchen Fällen im Anschluss an das Foto die Hand aufgehalten wird - vor allen an touristischen Orten. Selbst wenn man dort Leute mit einem Teleobjektiv "abschießt" wird dies selbst aus großer Entfernung fast immer registriert und der Fotograf erntet wütende Blick, da der so Fotografierte sein Geld nicht einfordern kann.

Gibt man Tempelwächtern, Schlangenbeschwörern oder heiligen Männern gleich vorab etwas, so setzen sie sich gerne dafür in Pose. Besonders dort, wo viele Touristen und Busgruppen anhalten, finden sich immer einige Kameltreiber, Leute mit Affen und auf dem Land oft auch niedliche Kinder, die ganz zufällig kleine Zicklein im Arm halten oder Frauen mit Brennholz auf dem Kopf. Sie alle hoffen darauf, für ein paar Rupien fotografiert zu werden.

Andererseits bitten einige auch darum, weil es eine Ehre für sie ist oder weil sie einfach gerne fotografiert werden. Dann stellen sie sich meist stocksteif hin, wie das Mädchen auf dem Foto rechts. Herauszufinden, wo da die Grenze ist, fällt oft schwer und erfordert einiges an Einfühlungsvermögen. Generell haben wir es meist so gemacht: ein herzliches Lächeln zaubert gleich auch ein Leuchten auf das Gesicht der zu fotografierenden Person, dann zeigt man die Kamera und guckt fragend. Ein Nein als Antwort sollte auf jeden Fall akzeptiert werden, bei einer geöffneten Hand kann man dann entscheiden, ob man ein Foto machen möchte oder nicht. Auf keinen Fall "heimlich" fotografieren um sich so ums Bezahlen zu drücken, das fällt auf jeden Fall auf und erzeugt berechtigten Unmut.


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