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ALLGEMEINES

Delhi ist die Metropole Indiens, die Hauptstadt und der erste indische Boden, den viele Reisende betreten. Die Zahl der Einwohner schwankt je nach Quelle, in der eigentlichen Stadt leben rund 11 Millionen Menschen und in der Agglomeration der Kernstadt mit dem einen suburbanen Umland sind es dann sogar 17 Millionen. Damit ist Delhi nach Mumbai die zweitgrößte Stadt des Landes. Delhi ist eigentlich der Name der früheren Hauptstadt von Indien, seit 1931 ist die offizielle Hauptstadt aber die Reißbrettstadt New-Delhi.

Genau genommen besteht das National Capital Territory aus drei Städten: Delhi, die alte Mogulstadt; New Delhi, 1920 von den britischen Kolonialherren angelegt, und Delhi Cantonment. Alle Teile bilden eine zusammenhängende urbane Einheit und werden im Volksmund der Einfachheit halber nur Delhi oder Greater Capital Area genannt.

Die meisten Flüge kommen rund um Mitternacht auf dem 23 km südwestlich des Stadtzentrums liegenden Indira Gandhi International Airport an und so sieht man Delhi meist zuerst durch das Autofenster bei Nacht. Wir kamen mit der Lufthansa aus München und landeten am frühen Morgen um 7:30 Uhr, wurden am Flughafen abgeholt und verließen Delhi erst einmal in südliche Richtung. Eine Millionenmetropole wollten wir uns die ersten Tage im noch unbekannten Indien nicht antun, einen Aufenthalt legten wir daher ans Ende der Reise.

Als eines der wichtigsten Wirtschaftszentren des Landes besitzt die Stadt eine vielfältige verarbeitende Industrie. Hier werden Textilien, elektrische und elektronische Anlagen, Präzisionswerkzeuge und Kraftfahrzeuge hergestellt – teilweise unter schlechten Arbeitsbedingungen. Die umliegenden Dörfer werden Schritt für Schritt von aufstrebenden Kleinbetrieben verdrängt, und überall sind Fabriken aus dem Boden geschossen. Wir kamen von Agra aus dem Süden in die Stadt und kilometerlang reihen sich hier die internationalen Betriebe entlang des Highway auf. Menschenmassen strömen mittags zu dem Imbissständen an der Strasse. Die Menschen in Delhi gehen sehr gerne essen und man kann aus einer großen Anzahl an Restaurants wählen. Küchen aus aller Welt sind hier vertreten, auch kulturell hat die Stadt einiges zu bieten.

Ausserdem ist Delhi ein wahres Einkaufsparadies, in dem es nichts gibt, was es nicht gibt. Wir waren leider nur 2 Tage in der Stadt unterwegs, viel zu kurz um das wichtigste zu sehen, aber genug, um einen Eindruck zu bekommen.


Geschichte

Die erste Stadtgründung lag am Yamuna, einem großen, schiffbaren Fluss im Norden von Indien. Er fließt später auch durch Agra, vorbei am Red Fort und am weltberühmten Taj Mahal und mündet später in den Ganges. Der Fluß schützt die eine Seite der Stadt, während die Aravalli-Berge auf der anderen Seite eine natürliche Barriere bilden.

Eine erste Blütezeit erlebte Delhi unter der Herrschaft der Tughlak. Dann kam Timur Leng im Jahr 1398 mit seinem Mongolenheer, verwüstete die Stadt und tötete über 100.000 Bewohner. Es folgten die islamischen Dynastien der Sayyid und Lodi und ab 1556 die Mogulherrscher, aus deren Regierungszeit das Rote Fort und die Moschee Jama Mashid stammen. Die Vertreter der Großmoguln waren Akbar und Shah Jahan. Im Jahr 1739 wurde Delhi vom Perserkönig Nadir Shah ausgeraubt, er stahl auch den prunkvollen Pfauenthron. Auf ihm sitzend wurde der persische Schah berühmt.

Die ersten Weißen in der Stadt waren die Vertreter der britische Ostindienkompanie. Mitte des 18. Jahrhunderts gründeten sie eine Handelsniederlassung in der Stadt Es gab in der Folgezeit immer wieder Kriege gegen die Hinduheere aus dem Süden, die Briten kämpften dabei auf der Seite der Moguln.

Ab 1803 eroberten die Briten Delhi und setzten einen britischen Verwalter ein. Der Mogulherrscher wurde zunächst noch nicht abgesetzt, behielt bist 1856 Titel und Privatzbesitz. Dann beschlossen die Briten, dass der damalige Mogulkaiser der letzte sein sollte. Sein Nachfolger wurde zum Fürsten degradiert und musste das Rote Fort verlassen.

Als die Briten sich dazu entschlossen, Delhi 1911 zur Hauptstadt zu machen, errichteten sie New Delhi als Regierungsstadtviertel nach einem weitläufigen imperialen Bauplan mit prunkvollen und repräsentativen Gebäuden. Nach der Unabhängigkeit und Teilung Indiens 1947 gab es heftige Unruhen in der Stadt. Innerhalb kurzer Zeit verwandelte sich die Stadt: die überwiegend muslimische Bevölkerung von weniger als einer Million Einwohner wanderte nach Pakistan aus und Delhi verwandelte sich in eine größtenteils von Hindus bewohnte Stadt mit fast zwei Millionen Einwohnern. Die Mehrheit der Bevölkerung stellen stellen heute Zuwanderer aus dem Distrikt Punjab im Nordwesten.

Stadtverkehr

Delhi besitzt ein extremes Klima mit heißen Sommern und strengen Wintern, bei unserem Besuch Anfang Dezember war es ideal zum Erkunden: Tagsüber warm und sonnig, abends ein wenig kühler. Der meiste Niederschlag fällt im Monat August, am trockensten ist es im November.

Der Verkehr in Delhi ist zur Rush Hour genau so chaotisch wie in allen anderen Millionenstädten weltweit. Leider ist Delhi das "Road Death Capital of the World". Die Stadt hält traurige Rekorde bei der Zahl der Verkehrsopfer pro Einwohner. Denn hier fährt jeder, als gäbe es kein Morgen. Wir waren froh, mit unserem besonnen und ruhig fahrenden Mr. Singh unterwegs zu sein. Nach 3 gemeinsamen Wochen quer durch Rajasthan konnten wir uns entspannt zurücklehen wenn er mit uns durch Delhi fuhr.

Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den gesamten Norden Indiens mit Überland-Busterminals, einer neuen Metro und zwei Flughäfen . Es gibt in Delhi allein vier Bahnhöfe, die alle recht weit voneinander entfernt liegen: Old Delhi Railway Station, New Delhi Railway Station, Nizamuddin Station und Sahai Rohilla.

Eigentlich kommt man in Delhi ganz gut rum, kein Vergleich zu dem stundenlang stehenden Stop-and-Go Verkehr der thailändischen Metropole Bangkok in den frühen 90ern. Auch im Gegensatz zu den meisten anderen größeren indischen Städten herrscht in Delhi nicht so ein großes Verkehrschaos, wenn man einmal von der hohen Umweltbelastung des Straßenverkehrs absieht. Die Luft war einst in Dehli sehr schlecht, die Abgase waberten über der Stadt und in alten Reiseberichten ist von der grauenhaften Verschmutzung und von Atemproblemen die Rede. Wir empfanden die Luft allerdings als gar nicht so extrem. Im Gegenteil: der öffentliche Nahverkehr in Delhi wurde seit Ende 2002 komplett auf Erdgas (CNG: Compressed Natural Gas) umgestellt. Diese Maßnahme betraf die alle öffentlichen Busse sowie Taxis und Motor-Rikschas. Zudem dürfen schwere LKW nur von 23 Uhr bis 6 Uhr am Morgen in die Stadt.

Öffentliche Verkehrsmittel sind zwar vorhanden, für einen westlichen Reisenden aber nicht immer die erste Wahl. Die meist altersschwachen Busse und die wenigen Vorortzüge sind oft heillos überfüllt, Fahrpläne gibt es nicht. Dafür gibt es aber überall Taxis und Motor-Rikschas. Allerdings sind die Fahrer auch für ihre Geschäftstüchtigkeit berüchtigt. Der Fahrpreis ist meist Verhandlungssache, da sie sich oft weigern das Taxameter einzuschalten, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet wären. Man muß also einen Festpreis aushandeln. Die Rikschas sind meist offen und man ist dem Fahrtwind und den Abgasen ausgesetzt.

Die Metrorail wird ständig weiter ausgebaut, bis zum Sommer 2006 konnten drei Linien in Betrieb genommen werden. Verlängerungen und weitere Linien sind geplant.



Video zum Thema

Verkehr in einer Seitenstraße in Delhi

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