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AM GANGES

Von Mussoorie kommend, mussten wir leider erst einmal unseren neuen Guide in Rishikesh abholen. Nach einem Blick auf die Karte hatten wir eigentlich gehofft, quer durch die Berge zu fahren um dann irgendwann zum Gangestal zu kommen. Leider hatten wir auf die Route keinen Einfluss, also mussten wir zuerst die recht langweilige Strecke von der Hauptstadt Dehradun bis nach Rishikesh zum zweiten Mal fahren. Der Guide stieg dann zu uns ein und wir fuhren auf der linken Seite am Fluss aufwärts. Ein wenig wunderten wir uns schon, weil wir in Rishikesh nicht noch einmal anhielten, obwohl der Blick auf das gegenüberliegende Ufer mit Tempel und Brücke recht nett war. Da wir dort aber schon herumspaziert waren, war uns das erst einmal egal.

Leider ging das dann so weiter. Die Straße war sehr eng und üüberallber lange Strecken wurde etwas ausgebessert oder ganz neu gebaut. Die Bautrupps machten eine Menge Staub und Lärm und immer wenn ein netter Ausblick kam, dann konnte man gerade nicht anhalten und/oder die Fenster öffnen. Ein paar Meter weiter ging es dann, dort war dann aber immer ein Baum, ein Busch oder einer der allgegenwärtigen Strom- oder Telefonmasten im Weg. So fuhren wir Kilometer um Kilometer, vorbei an einigen liegengebliebenen Unfall-LKW´s, immer am Fluss entlang.

Die Ganga ist hier noch jung und rauh, was die jungen Wilden anlockt. Zahlreiche Anbieter für Rafting haben sich am Fluss entlang engesiedelt. Auf fast jeder größeren Sandbank befindet sich ein Zeltcamp, welches jeweils für eine Saison aufgebaut wird. Da der Fluss nach dem Hochwasser zur Monsunzeit immer wieder die Landschaft verändert, werden die neu entstandenen Sandbänke in einem harten Wettbewerb jedes Jahr neu vergeben. Da geht es um eine Menge Geld, denn viele junge Leute aus aller Welt kommen zum White River Rafting nach Rishikesh und zum Oberlauf der Ganga.

In Rafting-Kategorien gemessen gehört das Revier nach der Regenzeit zu den mittelschweren Gewässern. Im März, als wir dort entlang fuhren, wirkte der Fluss allerdings wenig gefährlich und hatte auch nicht sehr viel wildes Wasser. Für alle, die schon mal eine heftige Rafting-Tour mitgemacht haben, ist es hier wohl eher langweilig. Die Einstufung der Rafting Strecken geschieht je nach Gefahrenklasse von eins bis fünf. Internationale Wettkämpfe finden immer in Stromschnellen der Klasse fünf statt, zwischen Shivpuri und Rishikesh hat die Ganga aber nur zwei als Klasse vier eingestufte Wildwasserpartien, welche aber für diese Klasse schon sehr schwierig zu bewältigen sind. Die meisten Camps lagen auch verlassen da, nur hier und da trieben mal ein paar Gestalten im eiskalten Wasser hinter den Booten her. Immerhin hatte von 16. -18.März 2008 gerade ein großer Rafting und Kajak Wettbewerb stattgefunden. Vielleich war auch der Bau des riesigen Staudamms von Theri, an einem der Zuflüsse der Ganga, für den niedrigen Wasserstand verantwortlich.



Devprayag

Auf der Strasse im Gangestal befindet man sich auf einer alten Pilgerstrecke. Von Haridwar, einem der vier heiligsten Orte für Hindus, führt die Strevke in den Norden zu den ebenfalls heiligen Orten Badrinath und Kedarnath, sowie zu den Quellen der beiden heiligesten Flüsse des indischen Subkontinents, der Ganga und der Yamuna. Auch wenn es immer noch Pilger gibt, die die Strecke zu Fuß zurücklegen, die Mehrzahl der heutigen Gläubigen reist in klapprigen Bussen. Auf dem Rückweg schleppt man dann in überall feil gebotenen pastellblauen Plastikbehältern heiliges Wasser aus der Ganga mit nach Hause.

Hier, wo der Ganges sich noch relativ sauber durch die Schluchten stürzt und in hellem Türkisblau fließt, sind die Berge steil und üppig begrünt. Leider war es sehr diesig. Immer wieder Zeltcamps am Ufer, ansonsten gab es ausser Landschaft nicht viel zu sehen und der Blick zum Fluss war oft von der Strasse aus durch Büsche und Bäume versperrt. Nach vielen Kilometern hielt unser Guide dann an einer Stelle, an der man einen schönen Ausblick auf den Ort Devprayag hat. Hier befindet man sich im District Tehri Garhwal und auf einer Höhe von knapp 700 Metern. Tief unter uns konnte wir den Zusammenfluss der beiden Quellflüsse Bhagirathi und Alaknanda sehen. Natürlich befindet sich dort, wie an jedem Zusammenfluss, auch ein Tempel und Ghats.

Genau an dieser Stelle beginnt der Ganges, eigentlich sollten wir den Ort laut unserer Reisebeschreibung auch besuchen. So fuhren wir über eine Brücke über einen der Quellflüsse - und dann an ihm vorbei. Während wir noch dachten, die Strasse führt um eine Berg oder den Ort herum und gleich biegen wir ab, dämmerte es uns langsam, dass wir einfach daran vorbeigefahren waren. Unse Guide kannte offenbar unseren Reiseplan nicht und war eiskalt an der wichtigsten und vielleicht einzigen Sehenswürdigkeit dieser Tagesetappe vorbeigefahren. Umdrehen und etwa 15 Kilometer enge, kurvige Bergstraßen wieder zurückfahren wollten wir auch nicht, da wir nicht genau erfahren konnten, wie weit es noch bis zum Hotel war, dem Monal Resort in Rudaprayag.



Es geht weiter

Ziemlich angesäuert fuhren wir dann weiter, uns still ärgend dass wir nicht doch auf eine Rückfahrt bestanden hatten. Manchmal ist man eben zu doof, schnell und angemessen zu reagieren. Unterwegs hielten wir dann doch an, vor einem Hotel, in dem kein Mensch wohnte. Ein wenig unschlüssig standen wir herum und dachten, hier gibt es Lunch. Unser Fahrer hatte inzwischen großen Hunger. Aber das Hotel hatte geschlossen und der Guide hatte nur angehalten, damit wir hier auf die Toilette gehen konnten. Wir hofften auf eine weitere Pause zum Lunch an einem anderen Ort, mussten aber schon nach ein paar Kilometern Fahrt erkennen, dass der schmutzige, kleine Ort durch den wir gerade fuhren schon Rudaprayag war. Viel zu sehen gab es hier wirklich nicht, angehalten wurde natürlich auch nicht und so kamen wir schon am frühen Nachmittag im Hotel an. Kein Lunch, nur ein Fotostopp ohne Nachfrage und keinerlei Besichtigung zwischen Mussoorie und dem Monal Resort.

Im Hotel zeigten wir dem Guide erst einmal unseren Reiseverlauf und erklärten ihm, dass wir mit seiner Leistung als Führer gar nicht zufrieden seien. In den nächsten Tagen besserte er sich dann, aber dieser eher trübe Reisetag bot außer dem Ganges-Anblick nicht viel Sehenswertes und war für uns eher ein verlorener Tag.

Was haben wir daraus gelernt: Am Morgen ein paar Minuten opfern und mit Guide und/oder Fahrer nochmal kurz durchsprechen, wie der Tagesablauf in etwa aussieht: Strecke, Orte, Fotostops, Timing für Besichtigungen und Pausen. Je nach Ortskenntnis können dabei immer noch Alternativen und bislang Unbekanntes in den Plan eingebaut werden. Selbst dann gibt es noch genug ungeplante Überraschungen...



Google Map zum Thema

Deoprayag


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