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FELSENTEMPEL

Durch eine schöne, grüne Hügellandschaft windet sich eine Straße von Gaggal aus in Richtung Südwesten. Unser Fahrer, der noch nie in der Region unterwegs war, musste unterwegs öfters mal fragen. Der Verkehr war auf den Nebenstrecken im Kangra Valley sehr angenehm gering, die Straßen gut ausgebaut. Die Fahrt führt vorbei an grünen Terrassenfeldern und kleinen Dörfern.

Drei Kilometer vor Haripur, ca. 15 km südlich von Kangra hatten wir unser nächstes Ziel nach dem Besuch des Kangra Fort dann erreicht. Einen reich geschnitzten und quasi monolithischen Felsentempel aus dem 8. Jahrhundert, der nahe Masrur oder auch Masroor gefunden wurde. 40 Kilometer von Kangra und 42 Kilometer von Dharamshala entfernt.

Etwas außerhalb vom Ort führt dann eine immer schmaler werdende Straße zum Tempel, der Weg ist mit "Masroor Rockcut Temple" ausgeschildert. Direkt davor wird geparkt und man kann von hinten drei aus dem Felsen gehauene Tempelkuppeln sehen, ein Zaun rundum schützt die Anlage.

Wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts wurde einer der charakteristischen Sandsteinrücken in Kangra Tal auf mit viel Fleiß und Kunstfertigkeit neu geformt. Aus dem weichen Felsen entstanden 15 Pyramiden, so genannte Sikharas, im indoarischen Stil, die zudem reich verziert wurden. Früher sollen es einmal 19 Stück gewesen sein.

Teile der Anlage sind heute zwar verfallen, lassen aber immer noch die Verwandtschaft mit den viel bekannteren Tempeln von Ellora in Maharashtra erkennen. Dorthin werden wir eines Tages auch einmal reisen, bis dahin müssen wir uns mit der kleineren Ausgabe hier in Mansur zufrieden geben. Diese in Felsen gehauenen Schreine sind sehr selten und das einzige Denkmal dieser Art in Nordindien. Alles hier wurde aus einem einzigen Felsen gehauen, kein einziges Teil angesetzt.

Die einzigen beiden anderen vergleichbaren, aber wesentlich weniger beeindruckenden, Beispiele für solche Art von in Gestein gehauenen Tempel im nördlichen Teil von Indien sind der Dharmanath Tempel in der Nähe von Dhamnar in Rajasthan und der Thal Tempel in Uttar Pradesh.

Die Menschen vor Ort in Kangra Tal wussten natürlich von diesem erstaunlichen Werk, aber erst im Jahr 1875 erfuhren die ersten Europäer davon. Nur wenige hatten es geschafft diese entfernte Ecke von Indien zu besuchen. Im Jahr 1913 erkannte ein Herr Shuttleworth, dass diese pyramidenförmigen Tempel aus einem einzigen Felsen gehauen wurden. Die erste mehr oder weniger ausführliche Beschreibung dieser Tempel wurde erst 1915 von H.Hargreaves veröffentlicht.

Das extrem starken Erdbeben im Jahre 1905 hat nicht nur das Kangra Fort, sondern auch den wunderbare Masroor Tempel teilweise in Ruinen verwandelt. Trümmer davon liegen heute noch herum. Wesentlich langsamer, aber nicht weniger zerstörerisch, arbeitet die Erosion durch Wetter und Vegetation. Schritt für Schritt sind die wunderschönen Schnitzereien erodiert, so dass stellenweise nur eine langweilige ebene Fläche zurückbleibt.

Bereits im Jahr 1914 wurde Mansur ein nationales Denkmal und ist auf der vorläufigen Liste der UNESCO-Weltkulturerbe. Verwaltet wird der Tempel von der Archaeological Survey of India.

Leider gibt es eine Kluft zwischen den Notwendigkeiten für den Schutz des kulturellen Erbes und dem Wunsch nach freiem Zugang zum Tempel für die Menschen vor Ort. Die Einheimischen würden ihn gerne täglich als Hindu-Tempel besuchen, aber zur Restauration werden die Eintrittsgelder gebraucht. Nur zwei Tage im Jahr, zu den wichtigen Festlichkeiten Ram Navami und Janamashtmi, haben alle Menschen vor Ort freien Zugang. Allerdings ist die östliche Seite des Stauteichs und die im Norden liegende Schule nicht abgesperrt, sondern nur der eigentliche Felskomplex westlich des Teichs.




Rundgang

An der südwestliche Ecke des Teichs zahlt man seinen Eintritt und kann dort auch Fischfutter kaufen, denn im Teich unterhalb der Anlage leben Welse im trüben Wasser und lassen sich gerne von den Besuchern füttern. Neben dem Eingang stehen ein paar Bänke mit Blick auf das Wasser, auf denen man sich ausruhen kann. Weiter hinten neben dem Tempel liegt eine Schule, zu der ein Pfad am Teich entlang führt.

Wir waren bei unserem Besuch die einzigen ausländischen Touristen und nur ein paar Jugendliche Inder kletterten auf den Tempeln herum. Zuerst haben wir die untere Region erkundet, die ganze Anlage ist ca. 50 Meter lang. Dann haben wir den Aufgang entdeckt, der in die obere Region auf das Dach der Anlage führt. Der schmale Tunnel mit der steilen und engen Treppe wurde, so wie die ganze Anlage, per Hand aus dem Felsen herausgehauen. Auf den Fotos kann man schön erkennen wie steil das ist.

Oben angekommen hat man eine schöne Aussicht über die Anlage und auf die entfernten Dhauladhar Mountain Ranges. Leider waren die Berge, wie immer bei unserem Besuch, am Nachmittag im Dunst. Dafür kann man hier die zahlreichen Verzierungen aus der Nähe bewundern, es gibt reiche Ornamentik überall.

Der zentrale Schrein nennt sich Thakurdwara, der Eingang in diesem zentralen Bereich liegt in Richtung Osten. Am Eingang stehen vier massiven Säulen. Der weitere Eingang zum Hauptschrein führt durch eine besonders kunstvolle Steintüre. Im Inneren des Schreins sind schwarze Steinbilder von Lord Rama, Sita und Laxmana. Im Zentrum steht aber eine Figur von Shiva. Historiker sind der Meinung, dass dieser Tempel ursprünglich Mahadeva (Shiva) gewidmet wurde und früh nach einem Erdbeben dann zu einem Schrein für Rama umgestaltet wurde.

Neben Vögeln findet man hier auch andere kleine Bewohner, die überall auf dem blanken Fels sitzen. Es handelt sich um kleine Echsen, eine Agamenart die sich schnell über die senkrechten Felsplatten bewegt. Überall konnten wir sie entdecken und auch ein paar schöne Fotos machen.

Auf dem höchsten Punkt, dem Hügel neben dem Felsen, leben immer ein paar Angestellte die sich um die Anlage kümmern. Von hier oben hat man einen Blick auf die Goverment School direkt nebenan, hier lernen Lehrer und Schüler im Garten unter einem großen Baum. Sicher nicht schlecht, mit diesem beeindruckenden Ausblick.




Maharana Pratap Sagar

Nachdem wir das doch recht kleine Areal erkundet hatten, fuhren wir zurück zum Hotel Judge´s Court in Pragpur. Die Straße führt vorbei an einem riesigen Stausee namens Maharana Pratap Sagar, auch bekannt als Pong Reservoir oder Pong Dam Lake. Er entstand im Jahr 1975 durch den Bau eines Staudamms am mächtigen Beas River. Der See ist ein bekanntes Naturschutzgebiet und eines der 25 internationalen Feuchtgebiete in Indien laut der Ramsar-Konvention. Leider haben wir bis auf zwei Brücken kaum etwas davon gesehen, denn Pragpur liegt quasi an einem der oberen Enden des Sees an einem schmalen Ausläufer von einem der Zuflüsse. Der eigenliche See erstreckt sich über mehr 40 km und ist etwa 260km² groß, das ist fast die Hälfte des Bodensees. Die Bergstrassen hier sind aber fast immer weit weg vom steilen Ufer. In den Flüssen selbst wird bei Gelegenheit Kies abgebaut, wie man unten sieht.




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Felsentempel


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