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DIE ALTSTADT

Von besonderem Reiz für Touristen ist die Altstadt von Jaipur. Sie ist vollständig von der ursprünglichen Stadtmauer umschlossen und durch die Tore zur Neustadt brandet heute der Verkehr. Dieser Teil der Stadt wurde von modernen Bauten verschont, so dass man sich hier gut in die Vergangenheit zurückversetzt fühlt. Durch den rosaroten Anstrich wirkt hier alles wie aus einem Guß.

Ursprünglich hatten die Häuser vorwiegend einen hellen, cremefarbenen Anstrich, den man heute noch in vielen Hinterhöfen, Nebengassen und auch am Stadtpalast findet. Aber im Jahr 1876 kam der Prinz von Wales, Gatte der Königin Victoria, zu Besuch. Die Herrscher wollten die Stadt anhübschen und gaben den Auftrag, zumindest alle Häuser entlang der Hautpstrassen und die Stadtmauern neu anzustreichen. Aber für den dringend notwendigen einheitlichen Anstrich konnte der Auftragnehmer in der kurzen Zeit nur die Farbe Rot-Pink in ausreichender Menge liefern, weil der nötige Farbton aus dem lokalen Sandstein gewonnen werden konnte. Überspitzt ausgedrückt wurden die vom Straßenstaub verschmutzten Häuser mit einer Farbe gestrichen, die zum größten Teil selbst aus Straßenstaub hergestellt wurde. Seither gilt in dieser Region Pink auch als Symbol für die Gastfreundschaft. Die Farbgebung wurde bis heute beibehalten, auch wenn mal wieder frisch gestrichen wird.

So erstrahlen die meisten Gebäude der Altstadt in dieser für unser Farbempfinden eher braunrosa Farbe, die abends beim Sonnenuntergangslicht jedoch durchaus pinker wirken kann. In den engen Gassen zwischen den Häusern ist immer etwas los, egal zu welcher Tageszeit man sie durchstreift. Am Morgen kommen die Bauern der Umgebung mit ihren Milchkannen an den Mopeds, um die Milch auf dem Markt am Strassenrand zu verkaufen. Ein steter Strom von Fußgängern, Motorradfahrern, Rikshas, Fahrradfahrern, Autos und kleinen Bussen verstopft sogar die breiten Hautpstrassen. Sichtbar zieht allerdings auch in der Altstadt das moderne Leben ein. Dort, wo es früher Gewürze und Blumen gab, werden heute Klimageräte oder Fernseher verkauft. Ein Blick in die Höhe lohnt sich meist auch, um über die abenteuerlich kreuz und quer verlegten Leitungen zu staunen. Im Labyrinth der Altstadtgassen kann man leicht die Orientierung verlieren, aber man muss nur immer geradeaus laufen, um irgendwann eine Hauptstrasse oder die Stadtmauer zu finden. Verlaufen kann man sich also nicht und wenn man müde ist, nimmt man einfach ein Gefährt zurück zum Hotel.



Handel und Wandel

Jaipur ist eine eher orientalische Stadt und hat teilweise arabisches Flair. Dazu trägt auch der Muezzin bei, dessen Ruf die Bewohner der Altstadt am Morgen weckt. Leider haben wir es zeitlich immer noch nicht nicht geschafft, uns im berühmtesten Kino der Stadt, dem Raj Mandir am Panch Batti an der M.I. Road gelegen, einen Hindi-Film anzuschauen. Die dauern ja auch meist über 3 Stunden.

Die Altstadt beeindruckt besonders am späten Nachmittag, wenn die Hausfassadenschön im Licht der untergehenden Sonne in einem zarten Rosa erscheinen. Leider ist dann auch der Vekehr besonders schlimm und von den Hauptstraßen aus sucht man schnell den Weg zurück in die engen Gassen. Aber auch hier fahren Mopeds und teilweise stinkt es dann gewaltig. Da wir 2007 kurz nach Divali in der Altstadt waren, hatte man die Gassen noch mit silberfarbenen Rüschen geschmückt, was sehr schön aussah.

Der malerische und ein wenig altmodische Eindruck wird noch verstärkt durch die immer noch vorbeiziehenden geschmückten Kamelkarren und die farbenfrohe Kleidung der Menschen. Dazu kommen noch die alten Handwerke, die Dinge des täglichen Gebrauchs noch für alle Augen sichtbar am Straßenrand anfertigen. An der Zuordnung der einzelnen Stadtteile an die verschiedenen Handwerks- und Händlerschichten hat sich bis heute in der Altstadt nichts geändert.

Besonders bunt und turbulent geht es bei den Stoffhändlern zu. Ein Blick in die meist vollen geschäfte voller Regale mit bunten Stoffen ist ein Augenschmaus. Da sitzen dann die Frauen in großen Gruppen auf dem Boden und lassen sich beraten, indem alle knallbunten Saristoffe ausgewickelt und befühlt werden. Natürlich gehört außer der Meinung der Verwandten und Freundinnen zum Stoff auch die Hoffnung dazu, in einer Gruppe einen besseren Preis aushandeln zu können.

Neben all der Pracht von Jaipur haben wir an keinem anderen Ort so viele Menschen auf dem Bürgersteig schlafen sehen. Fotos mache ich von so einem Elend natürlich nicht, denn es ist so schon entwürdigend genug für die Betroffenen. Aber es Schockiert schon, wenn man mit solcher Not direkt konfrontiert wird. Die angekündigte Bettelei, die in Jaipur laut diversen Quellen besonders schlimm sein soll, haben wir nicht bemerkt. Ab und zu wurden wir mal angesprochen, es hielt sich aber in Grenzen. Einfach ignorieren ist die beste Taktik.

Erstaunlich war beim Wandeln unter den Arkaden der größeren Straßen die perfekte Koordination und Körperbeherrschung der Besucher: Über eine Stunde lang haben wir uns vorsichtig durch die dichteste Menge in der Einkaufs-Stoßzeit geschoben, und dabei hat uns nur einmal ein anderer Mensch berührt: Michael wurde von einem Kleinkind getreten, welches auf dem Arm seines Vaters herum zappelte. Ansonsten halten alle Menschen sehr genau etwa einen halben Zentimeter Abstand voneinander.



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