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MEHRANGARH FORT

Die schöne Stadt Jodphpur am Rande der Wüste Thar wird beherrscht von einem mächtigen 130 Meter hohen Felsen und darauf thront beeindruckend und dominant das Mehrangarh Fort, die wohl eindrucksvollste Residenz Rajasthans. Zehn Kilometer misst die 125 Meter hohe Mauer des Mehrangarh Fort, auch die Zitadelle der Sonne genannt. Der Schriftsteller Rudyard Kipling nannte das Bauwerk "Das Werk von Engeln und Riesen". Hier geht man durch die Tore und erlebt 500 Jahre gloreiche, blutige und auch sensationelle Geschichte. Manchmal düster und unverständlich für uns Westler, aber der Stoff aus dem Mythen und Legenden sind.

Das Fort besteht aus einer kompakten Palastanlage umschlossen von rings um den Felsen verlaufenden Bastionen und Befestigungsanlagen. Einst lebten hier Könige und ihre Frauen, die behaupteten von der Sonne abzustammen. Es waren die Rathore-Krieger, einer der führenden Rajput Clans, die Rajasthan, das Land der Könige, für mehr als 1000 Jahre beherrscht haben. Ihr Königreich, hier am Rand der großen indischen Thar Wüste hieß damals wie heute Marwar. Wörtlich bedeutet dies "Das Land des Todes". Es war im Jahr 1459, als der 15. Herrscher von Marwar, Rao Jodha, mit dem Bau von Mehrangarh begann und seinen Hauptsitz hierher in diese Stadt verlegte. Er gründete so Jodhpur, Jodhas Stadt.

Von der Stadt aus fährt man über eine kurvenreiche faszinierende Straße zum Eingang hoch. Ständig hat man grandiose Ausblicke, leider meist mit Büschen und Leitungen davor. Der Parkplatz ist riesig, hier warten alle Fahrer auf ihre Kunden und auf dem Busparkplatz kamen ganze Schulen an. Doch innerhalb des Palastes verlaufen sich die Menschenmengen dann doch recht schnell. Vom Rand des Parkplatzes hat man schon den ersten Panoramablick auf die Altstadt von Jodhpur.

Eine Besonderheit findet man nur hier am Mehrangarh Fort: Statt zahlreicher Guides gibt es hier eine Audio Tour, mit viel Glück sogar auf Deutsch, und man kann in Ruhe mit Kopfhöher im Fort und im Museum herumlaufen. Sie ist im Eintrittspreis von 250 Rupien inbegriffen und nicht optional. 33 einzeln aufzurufende Stationen sind ausgewiesen, an denen man Informationen zu Geschichte und auch zu sozialen Aspekten von Gegenwart und Vergangenheit hören kann, dazu kommen an der passenden Stelle zum Anwählen noch 9 Kapitel Hintergrundwissen. Die 70 Minuten langen Audio-Kommetare gibt es in Hindi, Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch and Japanisch. Am Eingang ist ein Pfand zu hinterlegen, unser Fahrer gab dafür seinen Führerschein, den wir bei der Rückgabe der Geräte am Ende wieder abholten.


Tore

Jedes der insgesamt sieben Festungstore, die während des steilen, serpentinenartigen, von hohen Mauern begrenzten Aufstiegs zum Palast zu durchqueren sind, trägt Spuren der ereignisreichen Geschichte des Hauses Marwar. Die Tickets gibt es im Jai Pol, dem Siegestor, erbaut von Maharajah Man Singh. Das zweite Tor namens Ded Kangra Pol weist einige Kanoneneinschläge auf, man hat sie mit Kreisen markiert zum besseren Erkennen. Hier hatten Truppen am Anfang des 19. Jahrhunderts vergeblich versucht, die Festung zu erobern.

Dahinter saß ein Musiker mit seiner Familie und die traditionelle Musik begleitet einen beim Aufstieg. Natürlich erhoffen sie sich für ihre Darbietungen ein Trinkgeld. Schon die erste Terrasse mit einer riesigen Kanone bietet wieder schöne Aussicht auf die Stadt. Das nächste Tor heisst Amrit Pol und war der Eingang des ursprünglichen Forts. Daneben hatte der Legende nach ein Asket an einer Quelle seine Meditationshöhle, genannt "Herr der Vögel". Er wurde von Rao Jodha vertrieben, daraufhin belegte er den Herrscher mit einem Fluch. Die häufigen Dürreperioden der Region sollen die Folge sein. Um das Fort von diesem Fluch zu befreien ließ sich ein Gefolgsmann Rao Jodhas freiwillig lebendig in den Fundamenten einmauern.

Dann geht es weiter steil bergauf und der Blick hoch entlang der steilen Mauern ist überwältigend. Das letzte Tor ist das gewaltige Sonnentor Suraj Pol, dahinter schließen sich die Palastanlagen an. Sie beherbergen heute das Mehrangarh Museum, dem ich eine eigene Seite gewidmet habe.

Etwas Besonderes, wenn auch ein wenig schaurig, ist das Tor Loha Pol. Nicht nur die Türen mit ihren spitzen Eisenstacheln gegen Elefanten sind beeindruckend. An der Seite findet man 32 rote, leicht verblichene Handabdrücke und einen mit Blüten geschmückten Hände-Gedenkstein. Sie stammen von den Witwen des Maharadschas Man Singhdie in den damals üblichen Verbrennungstod gingen, als sein Leichnam 1843 verbrannt wurde. Diese Art Freitod wird Sati genannt, die Frauen verschenkten auf dem letzten Weg durch die Stadt all ihr Hab und Gut an die Armen und warfen sich bei der Verbrennung des Leichnams mit auf den Scheiterhaufen. Frauen, die Sati begingen, wurden im Anschluss in hohen Ehren gehalten und teilweise göttlich verehrt. Diese Art der Witwenverbrennung wurde in Indien bereits 1829 von den englischen Kolonialherren verboten, jedoch noch bis ins 20. Jahrhundert immer wieder praktiziert. Hier in Jodhpur soll sich noch 1953 die letzte Sati aus dem Königshaus selbst verbrannt haben.


Auf dem Plateau

Das Plateau auf dem Gipfel, den man durch die Tore nun erreicht hat,hat drei Bereiche: den Palast im Nordwesten, heute das Museum. Eine große Terrasse im Osten des Palastes mit wunderschönen Ausblicken und den stark befestigten Teil im Süden. Für einen ausgiebigen Rundgang sollte man schon ein paar Stunden reservieren, hier durchzuhetzen wäre wirklich eine Schande, denn es gibt eien ganze Menge zu entdecken.

Rechts hinter dem Tor mit den Sati-Handabdrücken befindet sich kurz vor dem Eingang zum Museum ein kleines Restaurant, das Café Mehan. Hier kann man wunderbar entspannen, im Schatten sitzen, die vorbeiziehenden Leute betrachten und auch zu zivilen Preisen etwas essen. Die Karte reicht vom Club Sandwich, Pizza oder Burger für 65 Rupien bis zu einem Nicht-Vegetarischen Rajsi-Thali zu 120 Rupien. Ein Fresh Lime Soda ist für 20 Rupien zu haben, Kaffee für zwei Personen kostetete 2006 35 Rupien. Im Jahr 2007 sahen wir eine Werbung, jetzt wird snscheinend auf einer der Terrassen auch am Abend ein Dinnerbuffet geboten, mit Blick auf die Stadt sicher sehr romantisch.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es bis hierher niemals ein Eroberer geschafft hat, auch wenn es zahlreiche Versuche und lange Belagerungen im Laufe der Geschichte gab.



Google Map zum Thema

Das mächtige Fort


Größere Kartenansicht

Video zum Thema

Nachvertontes Video über Jodhpur.

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