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SHOPPING

Natürlich kann man überall in Indien einkaufen gehen. Wir haben in Jodhpur bei einigen Souvenirs zugeschlagen, weil wir die Auswahl gut fanden und möchten Euch hier ein paar Geschäfte vorstellen. Während man in Jaipur besser Schmuck und Blockprinting-Textilien kaufen kann, bieten die Geschäfte rund um den Uhrenturm eher Lebensmittel an. In der Altstadt findet man aber auch normale Souvenirgeschäfte mit dem üblichen Angebot wie Antiquitäten, Teppiche oder Möbel. Alles nichts Besonderes.

Bei unserem ersten Besuch in Jodhpur wurden wir ein wenig außerhalb der Stadt bei einem Teppich schwach. Unser Fahrer hielt irgendwo an der Straße südlich von Jodhpur, an der sich in einem kleinen Straßendorf ein Teppichweber an den anderen reiht. Schließlich hat jeder Fahrer seine spezielle Adresse, er bekommt beim Kauf auch Provision.

Unser Fahrer Saitan Singh schleppte uns hier zum ersten Mal überhaupt in ein Geschäft, mit der Versicherung, es wäre besonders gut und preiswert. Also taten wir ihm den Gefallen, bewunderten den Webstuhl mit einem halbfertigen Durrie und tranken heißen Chai. Dann begann die Vorführung, ein Teppich nach dem anderen wurde im Hof ausgerollt. Mal fanden wir das Muster schön, mal die Farben - aber beides zusammen nie. Der geschäftstüchtige Inhaber bot uns an, einen Teppich in Wunschfarben zu weben und nach Deutschland zu schicken. Einen Monat Zeit sollten wir ihm geben, um den Teppich zu weben. Es funktionierte hervorragend: In der Lehmhütte konnte man in einer Ecke die ausgehandelten 80 Euro plus Versandkosten mit der Kreditkarte bezahlen, die gewünschten Farben und Adresse wurden notiert und gut 6-7 Wochen später kam der gewünschte Teppich dann bei uns in Köln an.

Beim nächsten Besuch in Jodhpur kauften wir dann etwas anders, was sich leicht im Koffer transportieren lässt: Gewürze. In der Altstadt wetteifern verschiedene Händler um die Gunst der Touristen, meist mit Empfehlung diverser Reiseführer. Die Läden haben meist kleine Jungs als Schlepper und sind ordentlich und übersichtlich ausgestattet. Die Gewürze sind in Tüten abgefüllt und auf Regalen gestapelt. Wir kamen zufällig am neuen Ladenlokal von Mohanalal Verhomal vorbei, der auf verschiedenen Webseiten als bester Gewürzhändler von Jodhpur vorgestellt wird. Leider ist er vor kurzem verstorben und seine Töchter führen nun die Geschäfte, das ursprüngliche am Uhrturm und den neuen Laden in der Altstadt.

Man wird hereingebeten, bekommt Tee angeboten, die kleinen Jungs werden von der Tochter des Hauses herumkommandiert und dann kann man an allen Gewürzmischungen riechen. Man spricht auch ein wenig Deutsch und versendet die Gewürze per Internet unter www.mvspices.com auch auf Bestellung ins Ausland. Dann sind die Preise allerdings astronomisch. Uns war schon klar, dass wir hier auch trotz gutem Handeln noch einiges mehr als üblich bezahlten. Lose auf einem kleinen Markt gekauft wäre es sicherlich günstiger, aber hier bekommt man alle gewünschten Mischungen gut verpackt und gekennzeichnet und relativ frisch gemischt aus einer Hand. Masala für Huhn, Gemüse, Yoghurt und Tee, Safran, Muskatblüten, Mangopulver: mit 2,5 Kilo Gewürzen verließen wir das Geschäft und indischen Kochorgien in Deutschland seht nun nichts mehr im Wege.



Handarbeit

Für alle, die am Einkauf von hochwertigen Handarbeiten interessiert sind, habe ich nun noch einen ganz besonderen Tipp. Südlich von Jodhpur gibt es ein ganz besonders schönes Geschäft mit netten Inhabern, einer ist oben auf dem Bild zu sehen. Falls der Fahrer es nicht kennt, sollte man sich auf jeden Fall dorthin fahren lassen. Es heißt "Via Bishnoi Village Craft" und befindet sich einen Kilometer hinter dem Jhalamand Circle an der Pali Road im Süden von Jodhpur.

Der Laden, von den freundlichen Inhabern geführt, bietet zu 99% echte Handarbeit und guten Service sowie angemessene Preise. Alle Dinge, die man hier sieht, wurden aufwendig in den Bishnoidörfern der Umgebung hergestellt. Der Name Bishnoi bedeutet Neunundzwanzig, weil die Menschen dieser Sekte nach den 29 ökologischen und spirituellen Geboten leben, die ihr Guru Jambheshwar aufstellte. Diese Gebote verbieten etwa den Verzehr von Fleisch und das Fällen von Bäumen. Seit mehr als 500 Jahren konnten die Bishnoi so unter den schwierigen klimatischen Bedingungen der Wüste überleben. Sie leben strikt lakto-vegetarisch und vertreiben auch alle Jäger und Wilderer aus ihren Gebieten.

In den ordentlichen Laden mit der Rieseauswahl ist es schwer, standhaft zu bleiben und nichts zu kaufen. Wir wurden schwach bei einem handgearbeiteten Rock, der aus 8 Metern Stoff genäht wurde. Auch die Kissenhüllen hatte eine sehr gute Qualität, leider hatten wir im letzten Jahr schon schlechtere in Jaipur gekauft. Dafür waren die weißen Tischdecken ein Knaller. Von alten Männern werden Löcher in Baumwolle gestanzt und das ganze wird von hinten mit durchsichtigem Orgaza in Handarbeit gegengenäht. Von der echten Handarbeit zeugen kleine Unregelmäßigkeiten, man kann auch bei der Herstellung zuschauen.

Gerne hätten wir noch mehr gekauft, besonders die üppig bestickten Stoffe waren wunderbar. Leider haben wir dafür keine Verwendung und mussten uns schwer zusammenreißen, nicht gleich den ganzen Laden aufzukaufen. Auch die Besitzer von nahen Hotel Rohet Garh, in dem wir ein Jahr zuvor gewohnt hatten, sind hier Stammkunden und haben mit den hier gekauften Produkten alle Zimmer ausgestattet. Wer sich näher über den Laden informieren möchte, der besucht die Webseite www.vbvcraft.com.



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