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AM UHRTURM

Ein Besuch in Jodhpur ist nicht komplett ohne einen Besuch des geschäftigen Viertels rund um den Uhrturm, Hier schlägt das Herz der Stadt und zu allen Tageszeiten ist eine Menge los. Das Viertel rund um den im Jahr 1912 erbauten Uhrturm nennt sich Sadar Market und hier zweigen die zahlreichen engen Gassen der Altstadt ab. Im Süden führen das Jalori Gate und das Sojati Gate aus der Altstadt heraus, dann steht man unvermittelt in dichtem Verkehr. Direkt am Uhrturm bieten fliegende Händler billige Kleidung an, in den festen Ständen rundum findet man hauptsächlich Lebensmittel. Wer guten und preiswerten Tee kaufen möchte findet ihn in dem kleinen Miniladen direkt am Durchgang vom Jalori Gate auf der rechten Seite.

Ansonsten sind die Geschäfte hier auch ziemlich auf ausländische Touristen ausgerichtet, fast alle werben damit, laut Lonely Planet oder anderen ähnlichen Reiseführern das beste Geschäft am Platz zu sein. So findet man dann auch recht viele Traveller, die mit dem Führer in der Hand auf der Suche nach den Geheimtipps sind. Gleich hinter dem Durchgang auf der linken Seite ist ein gutes Beispiel: der stets von langhaarigen Ausländern bevölkerte Omelette Shop.

Die Reisegruppen laufen eher grimmig guckend durch das Chaos und scheinen sich nicht so klar zu sein, ob sie es mögen oder nicht. Nachdem wir dauernd in grimmige Gesichter geschaut hatten, nahm ich meine Kamera, rief "One Photo please" und tat so, als ob ich fotografieren wollte. Die meisten guckten erst mal total genervt und lachten erst, als sie merkten dass sie nur von einer Touristin belästigt wurden. Hat Spaß gemacht, der Versuch die Besucher mal zum Lachen zu bringen. Wer dafür in den Keller geht, der ist in Indien doch irgendwie fehl am Platz.

Auch die Markthändler sind nach einem Lächeln und ein paar netten Worten lockerer und lassen sich dann auch fotografieren. Immer noch besser, als sie mit dem Teleobjektiv aufs Korn zu nehmen, was sie selbstverständlich bemerken. So vergeht ein Rundgang um den Uhrturm wie im Flug, hier kann man sich stundenlang aufhalten, in den Läden und an den Marktständen die Auslage bewundern oder einfach nur still stehen und die Menschen beobachten. Dazwischen stehen unbeirrt die Kühe herum.



Jodhpurs Kühe

Die Basare von Jodhpur sind wie überall in Indien in Bezirke eingeteilt und den jeweiligen Branchen zugeordnet. Direkt an unserem Hotel befand sich eine Mopedwerkstatt und die Angestellten waren richtig stolz, als wir von ihrem schmutzigen Gewerbe ein Foto machen wollten. Noch etwas spielte sich direkt vor unserem Hotel ab, was wir so nur in Jodhpur beobachten konnten: Früh am Morgen kam ein Karren und lud frisches Grün ab. Dann folgten Fußgänger und Mopedfahrer, gaben einem Verkäufer Geld, der nahm einige Büschel Grün hoch, welche von seinen Kunden berührt wurden, und schmiss das Grünzeug dann hinter sich auf einen Haufen. Irgendwann kam dann ein Wagen und holte alles wieder ab.

Ein paar Kühe standen direkt daneben, machten aber keine Anstalten sich über das Grünzeug herzumachen. Erst als wir einen Mann dabei beobachteten, wie er selbst das Grün entgegennahm und direkt an eine Kuh verfütterte und diese dann berührte, verstanden wir das Ganze. Die Gläubigen kaufen das Grünzeug für die Kühe als gute Tat. Und wer nicht selbst füttern wollte, der ließ es sammeln und die bezahlten Haufen wurden dann gegen Mittag in der ganzen Stadt an bestimmten Futterstellen verteilt.

Als wir am nächsten Morgen aus dem Hotel kamen, stand der Verkäufer mit dem Grün wieder davor. Ein Büschel kostete auf Nachfrage eine Rupie. Michael kaufte 10 Büschel, wie viele Inder auch, denn unter den Kühen, die auf der Straße herumlungerten, gab es auch ein schwarz-weißes Exemplar. Es erinnerte an eine Holsteiner und die wollte Michael mit frischem Grün füttern. Doch er lockte damit auch noch andere Kühe an, und so waren die Büschel schnell verputzt. Wenn man sieht, was die armen Tiere an anderen Orten so an Abfällen oder Essenresten fressen, dann ist der Anblick einer schmatzenden Kuh mit frischem Grün im Maul eine Wohltat.



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Uhrturm und Markt


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