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DUBARE ELEPHANT CAMP

Um es gleich am Anfang vorweg zu nehmen: Wer noch niemals einen Elefanten von nah gesehen hat oder wer kleine Kinder hat, der ist im Dubare Elephant Camp genau richtig. Für alle anderen Besucher lohnt sich die Anfahrt eher nicht.

Da es in der Region Coorg eher wenig touristische Highlights gibt, wird wohl jeder Fahrer seine Gäste zum Elefantencamp fahren, um ihnen etwas Gutes zu tun. Auch wir kamen vollkommen unbedarft und ohne Vorurteile hierhin. 18 Kilometer von der quirligen Stadt Kushalnagar entfernt befindet sich das Camp auf einer Insel am Ufer des Kaveri River, auf Englisch auch oft Cauvery geschrieben. Dieser große Fluss entspringt in den Westghats westlich von Madikeri und fließt dann in zumeist in östlicher oder südöstlicher Richtung durch Karnataka und Tamil Nadu bis zur Koromandelküste. Hier mündet er nach 60 Kilometern in einem breit gefächerten Delta in den Golf von Bengalen und wird oft auch poetisch der "Ganges des Südens" genannt.

Hier in Coorg fließt er flach, ruhig und träge dahin, wir waren auch zu einer sehr trockenen Jahreszeit vor Ort. Nach einigen Kilometern ziemlich enger und schlechter Zufahrt fand unser Faher vor ein paar Buden und Restaurants einen Parkplatz und schickte uns zum Flussufer. Dort stand schon eine größere Gruppe Touristen, sowohl Inder als auch Ausländer und ein paar Gummiboote pendelten ans gegenüber liegende Ufer. Dort waren Elefanten im Wasser zu erkennen, ebenfalls auch recht viele Menschen. Eigentlich hatten wir bei dem Gewühle schon gar keine Lust mehr, aber ein paar Italiener steigen gerade in eines der Boote und man holte uns an der Warteschlange vorbei nach vorne, damit wir dort mitfahren konnten.

So hatte man alle Europäer zusammen, denn wir sollten pro Person 100 Rupies bezahlen. Die wartenden Inder hatten sicherlich andere Konditionen für die gleiche Leistung, so wie überall. Für den höheren Preis bekamen die Italiener dann einfach die Paddel in die Hand gedrückt und durften selbst für unsere Beförderung sorgen.

Na ja, dachten wir uns, für 200 Rupien zwei Bootsfahrten und ein wenig Elefanten gucken und fotografieren ist schon in Ordnung.

Nach wenigen Minuten hatten wir das andere Ufer erreicht und gelangten mit Mühe trockenen Fußes auf den Strand. Dann schlenderten wir langsam zu den Elefanten hinüber. Ein Inder mit Flecktarn-Uniform herrschte uns im barschen und sehr unfreundlichen Kommandoton an, wir sollen nach oben auf den Hügel klettern und dort irgendwo ein Ticket kaufen. So haben wir zumindest seine Handbewegung mit dem Aufruf "Ticket! TICKET!" gedeutet. Das vom Ufer aus nicht sichtbare Camp gehört zu den staatlichen Jungle Lodges.

Was für ein Ticket? Am Ufer hattn wir wohl fälschliherweise angenommen, im Preis für die Überfahrt wäre alles inklusiv. Die Elefanten hatten wir schon vom Boot aus fotografiert und die Gruppe Menschen am Ufer wurde immer größer. Dann eben nicht.

Wir wollten gleich das nächste Boot zurück nehmen, aber der "Skipper" fragte uns ebenfalls gleich nach unserem Ticket, ohne würde er uns offensichtlich nicht mehr mitnehmen. Was für eine Abzocke, ein Ticket hatten wir nie bekommen, oder meinte er das Ticket vom Elefantencamp? Wir haben es nie erfahren...



Anfahrt

Uns war egal, was so ein Ticket kosten sollte, wir wollten angesichts der ausnehmenden Art des Geschäfts hier nur noch weg. Als hätten wir noch nie einen Elefanten beim Baden gesehen. Hier gab es immerhin fünf Stück, Wahnsinn! Zwei verschwanden gerae über den Hügel und drei blieben im Wasser zurück. Die Kinder hatten sichtlich Spaß, sie mit Wasser zu bespritzen. Später hörten wir von anderen Besuchern, dass man hier alles extra zahlen soll: Elefanten füttern, Elefanten schrubben und streicheln oder Elefanten fotografieren, alles hat seinen Preis...

Während wir noch überlegten war wir tun, kamen am anderen Ufer zwei Busse und luden eine große Gruppe uniformierter Menschen in Khaki aus. Es handelte sich aber nicht um Militärpersonal, sondern um Angestellte des Forest Departement. Und sie kamen nicht im Boot für 100 Rupien, nein - sie kamen alle zu Fuß.

Was die können, das konnten wir auch!

Also nichts wie weg, denn etwas weiter flussaufwärts ging nämlich eine Felsbarriere aus kleineren Inseln und großen flachen Steinen quer durchs Flussbett, über die man relativ bequem gehen konnte. Die Stelle, an der die Boote übersetzten, war tiefer, weil das Flussbet hier in der Regenzeit von der Stromschnelle ausgewaschen wird. Die flachen Steine konnte man während der Überfahrt hinter grünen Büschen nicht sehen.

Von Stein zu Stein hüpfend konnten wir dank des niedrigen Wasserstandes relativ schnell das andere Ufer erreichen. Etliche Inderinnen in Saris taten es uns gleich, an einigen Stellen staute sich der Verkehr durch die vielen schicken jungen Männer, die uns entgegen kamen. Krokodile, die es hier auch geben soll, haben wir dabei nicht gesehen. An einigen Stellen wurde sogar gebadet oder gewaschen, ab und zu musste man kurz mal springen. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir auf diesem Weg auch gekommen.

Babu staunte, als wir nach kurzer Zeit wieder an seinem Auto standen und weg wollten. So eine Touristenabzocke wollten wir ganz schnell hinter uns lassen. Bei unserer Abfahrt kam gerade noch ein großer Bus mit Franzosen an. Und natürlich musste Babu beim Verlassen des Parkplatzes noch mal extra bezahlen...

Wir sind dann lieber weiter zum goldenen Tempel in Bylakuppe gefahren.



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