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DAROJI SLOTH BEAR SANCTUARY

Das Daroji Sloth Bear Sanctuary liegt etwas mehr als 15 Kilometer von Hampi Bazaar entfernt, nahe einem kleinen Dorf namens Daroji im Bellary District, nach dem es benannt wurde. Es ist das einzige Schutzgebiet für Lippenbären (Melursus ursinus) in Asien.

Lippenbären, die meist nachtaktiv sind, können bis zu 150 Kilo wiegen und schneller laufen als Menschen. Somit gehören sie zu den gefährlichsten Tieren in einem asiatischen Dschungel, begegnungen mit Tigern sind oft harmloser. Wobei die Bären aber nur gefährlich werden wenn man sie bedrängt oder überrascht, im Normalfall laufen sie eher weg.

Die Tiere leben in den Wäldern von Indien und Sri Lanka, vereinzelt auch in Nepal, Buthan und Bangladesh. Obwohl der Lippenbär unter strengem Naturschutz steht wird sein Bestand in freier Wildbahn auf unter 10.000 Tiere geschätzt.

Traurig ist ihr Schicksal als Tanzbären. Seit mehr als 300 Jahren hat die umherziehende Volksgruppe der so genannten Kalander Gypsies Lippenbären in stark frequentierten Touristenzentren in Indien, speziell in Agra in der Nähe des Taj Mahal, in Delhi und Jaipur in Ketten gelegt und am Straßenrand als Attraktion vorgeführt. Seit 1972 ist es verboten, Tanzbären zu halten und einem Bärenhalter drohen bis zu 7 Jahre Gefängnis.

In Karnataka leben Sloth Bears in verschiedenen Nationalparks und Wildreservaten wie im Nagarahole National Park, dem Bandipur National Park, BRT Wildlife Sanctuary (BR Hills) und in den Wäldern der Western Ghats.

Doch hier bei Hampi, im Herzen von Karnataka, leben die meisten Tiere. Das Daroji Bear Sanctuary ist eines der jüngsten Naturschutzgebiete des Landes, es wurde im am 17.Oktober 1994 gegründet. Venkatesh, der Fahrer unserers Hotels, erklärte uns auf dem Weg, dass auf den 82 Quadratkilometern des Schutzgebietes rund um den ehemaligen Billikallu Forest heute etwa 150 Lippenbären leben.

Das felsige Terrain hier ist ihre Heimat seit ewigen Zeiten. Die lokalen Bäume und Sträucher tragen wilde Früchte, es gibt ausreichend Wasserlöcher und auch die vorhandenen Termiten und der Honig machen die Region für die Bären attraktiv.

Bedroht ist die Idylle durch die nahen Bergwerke, in denen Eisenerz abgebaut wird, und durch illegale Minenaktivitäten plus heftigen LKW Verkehr in der Region.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bären halten Sloth Bears keine Winterruhe, fallen aber während der Regenzeit in eine Phase verhältnismäßiger Inaktivität. Deshalb besucht man das Reservat am besten zwischen August und April.


Anfahrt

Nur wenige Besucher kommen aus Hospet oder Hampi hierher. Da wir im Sloth Bear Resort von Jungle Lodges gewohnt haben, war ein Ausflug im Preis enthalten. Am Nachmittag starteten wir, denn das Sanctuary hat nur von 13:00-18:00 Uhr geöffnet. Am Nachmittag werden die Bären mit einer Paste angelockt , die aus einer Mischung von Palmzuckersirup, Mais und Bananen hergestellt wird. Sie wird von Rangern bei den Felsen gegenüber vom Aussichtspunkt ausgelegt.

Bären, die im Laufe des Tages in den umliegenden Höhlen schlafen, werden in der Regel erst nach Mittag wach und kommen dann für ihre tägliche Dosis Zucker hierher. Dabei kann man sie dann gut ab ca. 14:00 Uhr beobachten.

Unser Resort grenzt zwar fast direkt an das Daroji Sloth Bear Sanctuary, aber die Anfahrt war doch länger als wir dachten, da der Eingang und er Aussichtspunkt ganz woanders sind. Über schlechte Straßen rumpelten wir zum Haupteingang, von dort fährt man noch ca. 400 Meter zum Aussichtspunkt.

Unsere Hoffnung, unterwegs schon ein paar Tiere zu sehen erfüllte sich nicht. Dafür war es im März viel zu trocken, wir sahen nur verdorrtes graubraunes Buschland und mit viel Glück ein paar Frankoline darin verschwinden.

Dabei leben hier im Reservat nach offiziellen Angaben auch Leoparden, Hyänen, Schakale, Wildschweine, Stachelscheine, Pangoline, Schildkröten, Warane und Mungos. Über 90 Vogelarten wurden gezählt und 27 Arten von Schmetterlingen.



Aussicht

Unterhalb des Aussichtspunktes gibt es einen kleinen Parkplatz, dann führen viele Treppen hinauf auf einem flachen Felsen mit Geländer und einem Wachturm. Auch auf den Felsen rechts und links vom Aufstieg regte sich nichts, nicht einmal eine kleine Agame kam zum Vorschein. Für Gehbehinderte ist der Besuch nicht geeignet, auch ich fühlte mich nach gerade überstandener Krankheit etwas schlapp, als ich oben ankam.

Wir hatten uns natürlich vorab im Internet informiert und viele Berichte und Fotos gesehen. Leider waren diese zum Teil von professionellen Fotografen, die zum einen zu einer anderen Jahreszeit vor Ort waren. Dann ist der Busch grüner. Dazu kommt, dann man eine Sondergenehmigung vom Karnataka Forest Departement in Bangaluru braucht, um näher an die Tiere heran zu kommen.

Es gibt nämlich direkt vor der Futterstelle einen extra Hochsitz, auf den man mit dieser Genehmigung klettern kann und so recht nah über den vom Süßkram angelockten Bären sitzt. Leider haben wir das erst vor Ort erfahren, aber zu dieser Jahreszeit hätten wir wegen der Jungtiere auch gar kein Permit bekommen.

Wer mal Bilder von einem Fotografen sehen möchte, der nah an die Bären heran gekommen ist, der sollte diese Seite besuchen: www.naturelyrics.com/galleries/wild_places/daroji

Ohne Fernglas und Teleobjektiv ist man jedenfalls arm dran und kann die Bären bestenfalls als kleine schwarze Punkte erkennen - der Standard-Aussichtspunkt ist 250 bis 300 Meter von den Bären weg. Selbst mit meinem 300mm Zoom waren sie noch weit entfernt. Unser Fahrer hatte extra ein Stativ mit einem Spektiv aufgebaut, durch das man etwa eine 12-fache Vergrößerung hatte. Damit war man schon recht nah dran, aber das Blickfeld war sehr klein. Der Eindruck durch unser eigenes Fernglas mit 10-fach Vergrößerung war doch angenehmer. Dabei hatten wir wirklich Glück, gerade als wir kamen war schon ein Bär am schlecken. Den verscheuchte dann eine Mutter mit zwei Bärenjungen, die Huckepack auf ihr saßen. Ich hatte schon Fotos von dieser Art Transport gesehen, aber wir waren sehr glücklich das mal live zu erleben.

Nach und nach kamen immer mehr Bären aus dem Busch, aber auch Pfaue liebten die Süßigkeiten. Die prächtigen Vögel saßen unerschrocken zwischen den Bären.

Am Aussichtspunkt waren wir zuerst alleine mit unserem Fahrer und einem Angestellten des Reservats. Irgendwann kann noch eine indische Familie, die aber relativ schnell wieder verschwand. Als wir das Reservat verließen, hatten wir insgesamt sieben verschiedene Bären gesehen, plus die beiden Jungtiere.

Das letzte Foto stammt aus dem Zoo von Mysore, damit man einen Lippenbären auch mal näher bewundern kann.



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