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NAGARHOLE NATIONAL PARK

Der Nagarhole-Nationalpark wird auch als Rajiv-Gandhi-Nationalpark genannt und wir wollten ihn vom Jungle Retreat in Wayanad aus besuchen. Leider gab es dort im Monat vor unserer Ankunft schwere Buschbrände, daher war das gesamte Schutzgebiet für Besucher gesperrt.

Das umfangreiche Waldgebiet liegt eingebettet zwischen den Westghats und den Nilgiri-Bergen und erstreckt sich über ein Gebiet von rund 640 Quadratkilometern in den Distrikten Kodagu und Mysore im Staat Karnataka. Zusammen mit dem benachbarten Bandipur-Nationalpark (ca. 870 km²), dem Wayanad Wildlife Sanctuary und dem Mudumalai-Nationalpark (ca. 320 km²) kann man hier den größten Schutzgebietskomplex in Südindien besuchen. Mehr zum Mudumalai-Nationalpark auf der Auswahlseite B.R.Hills.

Doch was nutzt die schönste Natur, wenn man sie nicht besuchen kann? Auch in der Zeit des Monsuns und zur Paarungszeit ist hier geschlossen, am besten kommt man zwischen November und Januar zur Hochsaison.

Anil vom Jungle Retreat Wayanad hat uns trotzdem einen Kurzbesuch organisiert, der uns wenigstens einen kurzen Einblick und ein paar Tiersichtungen bescherte. Wir fuhren von Wayanad aus los mit einem der offiziellen öffentlichen Miet-Tuk-Tuks über die Grenze zwischen Kerala und Karnataka bis nach Kutta. Leider sitzt man da auf den Rückbänken mit dem Rücken zum Wald und mit eingezogenem Kopf, muss sich zum Fotografieren ziemlich verdrehen. Nicht gerade optimale Vorraussetzungen für einen Besuch im Nationalpark. Am Gate hinter Kutta angekommen nahmen wir dann einen Angestellten der Parkverwaltung und seinen kleinen Sohn ein Stück in den Nationalpark hinein mit bis zur nächsten Siedlung der Parkranger. So hatten wir eine offizielle Legitimation für den Aufenthalt innerhalb der Parkgrenzen. Dann sind wir noch ein paar Kilometer auf der Verbindungsstrasse weiter gefahren, um dann nach dem entsprechenem Zeitablauf wieder zu wenden, damit wir den Park vor Einbruch der Dunkelheit wieder verlassen konnten.

An der von uns befahrenen Hauptstraße befand sich ein Camp. Allem Anschein nach handelte es sich sowieso um eine offizielle Durchgangsstraße, denn es herrschte ziemlich viel Verkehr für einen angeblich geschlossenen Park. Busse mit Arbeitern und zahlreiche Jeeps fuhren hier durch, kamen uns auch noch entgegen als wir durch das Tor wieder zurück fuhren. Zwar sahen wir insgesamt mehr Menschen als Tier, trotzdem hat sich die kurze Fahrt gelohnt, auch wenn wir die nicht alphaltierten Waldwege nicht befahren durften.



Im Wald

Die Vegetation im Park besteht vor allem aus tropischen Wäldern und Busch- und Graslandschaften und ist Teil des Nilgiri Biosphere Reserve. Der Name Nagarhole bedeutet so viel wie Schlangenfluss in der Sprache Kannada.

Die nordwestlichen Bereiche des Schutzgebietes sind feuchter als die südlichen Bereiche, wo der Park an den Bandipur-Nationalpark angrenzt. Die meisten Luxushotels liegen rund um das Taraka Reservoir und bieten von hier aus Jeep-Ausflüge in den Wald an.

Das Reservat bietet zahlreichen Großtieren, die andernorts bereits ausgerottet sind, einen Lebensraum. In Nagarhole ist eine große Elefantenpopulation beheimatet, die sich während der trockenen Jahreszeit vor allem an den Stauseen sammelt oder in den feuchteren Mudumalai-Nationalpark wandert.

Hier kann man mit Glück auch Tiger, Leoparden, Lippenbären und Asiatische Wildhunde sehen. Mächtige Gaur(Bison), Vierhornantilopen, Sambarhirsche, Axishirsche, Muntjaks und Wildschweine vertreten die Fraktion der Huftiere. Ferner gibt es Affen, Malabar-Riesenhörnchen und natürlich zahlreiche Vögel.



Begegnungen

Schon kurz hinter der Einfahrt sahen wir den ersten Bison, einen mächtigen Gaur, der seelenruhig auf einer Wiese neben der Straße sein Gras kaute. Axishirsche und Wildschweine waren ebenfalls zahlreich vertreten. Leider raste unser Fahrer ziemlich und das Gefährt machte einen Höllenlärm. Wenn wir etwas sahen, mussten wir ihn regelrecht zum Anhalten und zum Ausschalten des Motors überreden - das Anhalten widersprach offenbar seinem Rechtsverständnis.

Nagarhole ist bekannt als einer der besten Orte um Asiatische Wildhunde zu beobachten. Und selbst wir hatten bei unserem lauten Kurzbesuch Glück. Auf dem abgebrannten Seitenstreifen direkt neben der Straße lag eine Gruppe indischer Wildhunde, die sich bei unserer Ankunft zwar erhoben, aber nur wenig Aufregung zeigten.

Ich konnte ein paar Bilder machen, weil der Motor aus war und selbst der Fahrer von dem Anblick fasziniert war. Als wir kurze Zeit später auf dem Rückweg wieder an der Stelle vorbeifuhren, waren die Tiere verschwunden.

Einen Tiger haben wir leider nur gemalt auf den Plakaten am Wegrand gesehen, aber ein Riesenhörnchen und einige Affen konnten wir noch beobachten, ebenso einen zweiten Gaur.

Und auf der Rückfahrt auf der Landstrasse hatten wir am Straßenrand noch eine ganz besondere Begegnung, die wir aber leider im Dunkeln nicht fotografieren konnten. Die scheuen und seltenen Tierchen waren viel zu flink. Aber man sieht auch hier nicht alle Tage die kleinsten Paarhufer der Welt, das scheue Hirschferkel (Tragulus meminna). Auf Englisch auch Mouse Deer oder Indian Chevrotain genannt. Unser Hauptproblem beim Fotografieren war, dass wir zunächst Mouse Bear verstanden hatten, und somit auf etwas viel größeres fokussiert waren, nicht auf Tiere in Hasengrösse.

Irgendwann fahren wir noch einmal zu einer besseren Jahreszeit, wie z.B. im November, hier hin und bleiben dann einige Nächte in dieser Region mit Safaris in die verschiedenen Schutzgebiete der Umgebung.



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