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BEKAL FORT

Von Belur aus war es mal wieder ein langer Fahrtag. Am schönsten war die Überfahrt über die Western Ghats auf einer kleinen Nebenstrecke mit vielen Kurven in steilen Bergen ohne viel LKW-Verkehr. Die Stadtdurchfahrt in Mangalore war dann sehr chaotisch und dort verbrachten wir viel Zeit im Stau. Unterwegs passierten wir die Grenze von Karnataka nach Kerala, an der unserer Fahrer bezahlen und seine Papiere zeigen musste. Nicht alle Fahrer dürfen die Grenzen überqueren, man braucht dazu ein spezielles Permit.

Am Meer angekommen machten wir 16 km südlich von Kasaragod eine kurze Pause und besuchten bei größter Hitze das riesige Bekal Fort, welches direkt am benachbarten Strand liegt. Nach der langen Sitzerei im Auto tut ein wenig Bewegung ja sehr gut. Nur noch eine Autostunde von unserem nächsten Übernachtungsort, dem Oyster Opera, entfernt, liegt das Bekal Fort. Diese Befestigungsanlage war einmal das größte Fort an der Küste von Kerala und diente einst Tipu Sultan, dem Tiger von Mysore, als Festung. Erbaut wurde die Anlage von Sivappa Nayaka aus Bednore im Jahr 1650.

Auf dem großen Parkplatz standen nicht viele Autos, kein Wunder bei der Hitze. Die Sonne brannte und es war sehr schwül. Am Eingang hatten sich einige Händler angesiedelt, die Kokoswasser, Früchte und andere Erfrischungen anboten.

Nachdem wir den Eintritt von 100 Rupien pro Person bezahlt hatten, Inder bezahlen nur 5 Rupien, betraten wir die beeindruckende Anlage. Sie ist täglich von 8:00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet, für Fotografie mit Stativ benötigt man ein Permit, 25 Rupien kostet es mit Videokamera zu filmen.

Man kann auf einem breiten Weg an der Mauer entlang gehen, immer wieder gibt es Bastionen und Schießscharten, durch die man ins Grüne oder auf das Meer schauen kann. Die Hitze war schwer zu ertragen, auch weil die dunklen Mauern die Sonne direkt reflektierten und auch gespeicherte Wärme abstrahlten. Nur an den Fenstern und leeren Kanonenöffnungen gab es einen angenehmen kühlen Luftzug vom Meer.




Meerblick

Bekal Fort ist eine der größten und besterhaltenen Burgen in Kerala, die wahren Ausmaße erkennt man nur, wenn man einmal herum läuft. Der imposante Bau aus Laterit erhebt sich ca. 130 Meter über dem Meeresspiegel und steht auf einem 35 Hektar großen Landzunge. Sie endet direkt im Arabischen Meer und es gibt an der Landspitze Bänke und Rasenflächen mit Palmen.

Im Inneren gibt es ebenfalls Rasenflächen und darunter ein ehemaliges Munitionslager. Die Lüftungsschächte kann man erkennen, hinein kommt man nicht. Mitten in der Anlage erhebt sich ein Aussichtsturm aus Stein, dessen Spitze man über Treppenstufen erreicht.

Von dort oben sieht man die benachbarten Orte an der Küste wie Kanhangad, Pallikare, Bekal, Kottikkulam und Uduma.

Der Tourismus in der Region wächst, die Inder werden von einem Aqua Park angezogen, der diverse Wassersportmöglichkeiten bietet. Ausländische Touristen finden Hotels am nahen Bekal Fort Beach, er ist nur ca. einen Kilometer vom Bekal Fort entfernt. Von den Mauern des Forts aus hat man auch einen schönen Ausblick auf den flachen Strand.

Bis auf ein einige Paare und ein paar Jugendliche war nicht viel los in der Hitze des Nachmittags. In einer Nische setzten wir uns hin und machten eine kleine Pause, was natürlich sofort drei Schuljungen anlockte, die uns neugierig anstarrten und sich immer weiter näherten. Zuerst wollten sie ein Foto machen, dann sollten wir sie fotografieren. Dann schauten sie zu, wie ein weißer Mann eine Banane isst. Das musste wahnsinnig spannend sein, sie kamen jedenfalls immer näher. Irgendwann wurde es uns zu bunt und wir baten sie zu gehen. Als das nichts nutze, überraschte Michael sie einem lauten und tiefen BUH-Ruf. Sie sind total erschrocken und zwei Meter nach hinten weggehüpft, als wäre ein Silvesterknaller in der Mitte explodiert, schade, dass ich das nicht filmen konnte. Danach ließen sie uns in Ruhe, denn sie hatten ein anderes Opfer entdeckt. Ein hellhäutiger Tourist, der ziemlich abgerissen aussah, schlief in einer Ecke. Das perfekte Opfer zum Anstarren und zum versuchsweisen Bewerfen mit Erdklumpen, worauf sich der Mann erhob und sie ebenfalls verscheuchte.

Nachdem wir die komplett Runde beendet hatten wollten wir noch auf den Aussichtsturm in der Mitte. Leider kam gerade in diesem Moment eine sehr große Gruppe Schulkinder an, die genau auf die Treppe zustrebte. Da wir keine Lust hatten zu warten, bis die alle weg waren, schlenderten wir zurück zum Parkplatz, wo uns Babu erwartete, um uns weiter zum nächsten Hotel mit dem netten Namen Oyster Opera zu fahren.




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