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GÖTTERWELTEN

Wer in Indien herumreist, der wird immer und überall mit der hinduistischen Götterwelt konfrontiert. Da ist es ganz nützlich, wenigstens einige der Gottheiten schon mal namentlich gehört zu haben. Denn die Führer bei den Sehendwürdigkeiten, vor allem bei Tempeln, erwähnen in jedem zweiten Satz Götternamen, die man nicht zuordnen kann und dann vermutet, man könne kein englisch mehr. Aber keine Angst, nicht alle muss man wirklich kennen.

Ca. 80% der indischen Bevölkerung gehören dem Hinduismus an und angeblich soll es sogar Millionen verschiedene Götter geben. Dies ist bedingt durch unterschiedliche ethnische Gruppen und Vermischung mit anderen Religionen, wie dem Buddhismus. Es steht jedem Menschen in Indien frei, an viele Götter, an einen einzigen oder auch am gar keinen Gott zu glauben. Es gibt keinerlei Dogmen oder vorgeschriebene Riten im Hinduismus. Man kann Gott im Tier, im Baum, in der Sonne, im Bild oder im Geist verehren. Wie man sich den Göttern nähert ist ebenfalls Privatsache, ob im Rausch festgeschriebener Zeremonien oder einfach mit inbrünstigen Gebeten. Manche betreiben sogar Blutopfer oder führen wilde Tänze auf. Andere laufen ständig nackt herum, leben in Askese und suchen Gott in der Meditation. Das Verehren des Göttlichen in bunten Bildern dient dem Gläubigen, Gott in einer einfacheren Weise anzubeten. Viele Hindus lehnen jedoch die Verehrung des Göttlichen in dieser Form ab. Wer mehr darüber wissen will, sollte in den passenden Wikipedia Artikel schauen, in dem die verschiedenen Richtungen des Hinduismus ausführlich beschrieben sind. Dort findet man auch Indormationen zu Themen wie Wiedergeburt und Erlösung, Kastensystem, Familie und der Rolle der Frau in Bezug zur Religion.

Die Menschen in Indien freuen sich, wenn man wenigstens die Hauptgötter erkennt, ihre Reittiere und Symbole einigermaßen zuordnen kann. Dann hat man auf der Sympathieskala auch als Andersgläubiger schnell ein paar Punkte gesammelt. Jeder Gott hat ein Reittier, ausserdem sind ihnen auch Frauen zugeordnet. Und um das Ganze noch ein wenig komplizierter zu machen haben alle noch verschiedene Reinkarnationen und Ausprägungen. Verschiedene Schreibweisen bei den Namen verirren noch ein wenig mehr. Auch wenn man am Ende oft ein a liest wie bei Shiva, Rama oder Ganesha, dann wird dies meist nicht mitgesprochen oder verschluckt, und es heißt dann Shiv, Ram und Ganesh.

Religion begegnet man in Indien wirklich auf Schritt und Tritt, es ist ein sehr spirituelles Land mit großer Akzeptanz an religiöse Ansichten und Bräuche des Einzelnen. Dem Reisenden begegnen an vielen Ort Sadhus, die heiligen Männer Indiens, er wird das das Hakenkreuz Swastika auf zahlreichen Ababildungen erkennen. Swastika ist Sanskrit und bedeutet Glück oder Wohlbefinden. Für Hindus, Jains und Buddhisten ist das Hakenkreuz verheißungsvoll und wird oft auf Bücher oder Häuserwände gemahlt. Auch in Tempeln ist das Swastika häufig zu finden.

Die wichtigsten Götter

Die wichtigsten Götter in der indischen Mythologie bilden die Trimurti, die Dreigestalt. Es sind Brahma, Shiva und Vishnu. Die Verehrung von Shiva und Vishnu, jeweils in unzähligen verschiedenen Formen und Namen, ist in Indien weit verbreitet. Brahma dagegen ist nur noch in der Mythologie präsent, in der direkten Verehrung spielt er fast keine Rolle mehr.

Brahma ist der Schöpfergott, der Leiter des Schicksals und Lehrer und Herr aller anderen Götter. Nach ihm hat sich die oberste Kaste der Brahmanen benannt. Sein Reittier ist eine Gans und er ist mit Saraswati verhieratet, der Göttin der Beredsamkeit und Weisheit.

Der nächste im Bund ist Shiva, der Gnädige Höchste Gott und Gott der Zerstörung, der Herr der Berge und verheiratet mit der Göttin Parvati. Er besitzt eine gute und eine furchtbare Seite und man kann ihn an den fünf Köpfen und drei Augen erkennen, von denen sich eines mitten auf der Stirn befindet. Er reitet auf einem Stier namens Nandi. In den Händen hält er einen Bogen oder einen Dreizack (Trishul) als Symbol für Askese. Diese Symbole findet man auch oft auf LKW aufgemalt. Auserdem wird er meist mit einer gewaltigen Haarpracht dagestellt.

Auch Vishnu, der Herr der Welt, ist recht einfach zu erkennen. Denn er wird mit meist blauem oder schwarzem Körper und 4 Armen dargestellt. Verheiratet ist er mit der Göttin des Glücks und der Schönheit namens Lakshmi und er reitet auf dem Vogelwesen Garuda. Lakshmi wird oft auf einer Lotosblume sitzend dargestellt.

Besonders beliebt ist der Gott Ganesha, man findet kleine Altäre für ihn überall, denn er ist der Gott der Weisheit und der Händler. Ihn betet man an, wenn man sich Reichtum erhofft. Ganesha erkennt man sofort, denn er wird mit einem Elefantenkopf dargestellt, hat einen dicken Bauch und reitet auf einer Ratte umher. Eigentlich hat jedes Haus seinen Ganesh-Schrein als Versicherung gegen schlechte Zeiten, und alle diese Elefantenköpfe tragen den Rüssel auf seiner linken Seite wie auf meinem Bild. Dies bedeutet einen wohlwollenden Ganesh, der ruhig und zufrieden ist. Ein Ganesh mit dem Rüssel auf seiner rechten Seite soll nachtragend sein und verlangt ständige Aufmerksamkeit und Anbetung.

Ein weiterer, sehr markanter tierischer Gott ist Hanuman, ein mit magischen Kräften ausgestatteter Affengeneral. Er half Brahma mit seinem Affenheer Rama und seine Gattin Sita zu befreien, dafür wird er von den Gläubigen verehrt. Affen, die sich meist in der Nähe von Tempeln aufhalten, werden in Indien von Pilgern und Tempelbesuchern oft gefüttert.

Kriegerisch ist Kali, sie trägt einen Kranz von Totenschädeln um den Hals. Mit ihrer Zerstörungswut bekämpft sie das Böse und wurde so zur Schutzheiligen vieler Rajputenclans, für die der Kampf Lebenszweck war.

Der Gott Indra gehöhrt zur jüngeren Göttergeneration und ist als Donnergott, Herr des Sturmes und des Firmamentes, des Regens und der Fruchtbarkeit für Wetter und Ernten zuständig. Er hält meist seine Waffen, Blitz und Donner, in seinen Händen und reitet auf einem Elefanten.

Andere Religionen

Obwohl der Hinduismus in Indien vorherrscht, haben auch andere Religionen ihre Anhänger. Allen voran der Islam, der schon im 8. Jahrhundert mit arabischen Händlern in den Westen Indiens kam. Aber erst im 12. Jahrhundert gewann er an Bedeutung, als er von den moslemischen Herrschern zur Staatsreligion erklärt wurde. Trotz des Auszugs nach Pakistan und der Teilung des Subkontinents im Jahr 1947 stellen die Moslems heute die zweitstärkste Religionsgemeinschaft in Indien.

Der Sikhismus hat derzeit über 20 Millionen Anhänger weltweit, aber die Mehrheit lebt in der Ursprungsregion im indischen Bundesstaat Panjab sowie in New Delhi. Männliche Sikhs sind meist am kunstvoll gebundenen Turban und ungeschnittenem Barthaar zu erkennen. Dies soll einen edlen Charakter sowie den Respekt vor der Schöpfung ausdrücken. Neben dem einheitlichen Erscheinungsbild durch den Turban tragen Sikhs auch gleichlautende Nachnamen, Sikh-Männer heißen mit Nachnamen Singh (Löwe), Frauen Kaur (Prinzessin). Achtung: Jeder Sikh ist ein Singh, aber nicht jeder Singh ist ein Sikh. Mehr Infos zur Religion findet man im Sikh Forum.

Auch der Budhismus ist in Indien verbreitet, Buddha gilt als neunte Inkarnation Vishnus. Ein Buddhist kennt keinen Gott und auch kein Selbst, sein Ego ist nur eine Last. Mehr dazu wurde schon an anderer Stelle ausführlich beschrieben, bei Wikipedia findet man ausführliche Infos.

Eine weitere in Indien beheimatete Regligion ist der Jainismus. Die Führer der Jainas waren Menschen und keine göttlichen Inkarnationen. Mahavira oder Vardhamana, der 24. und letzte Tirthankara (Wegbereiter), wurde in dem indischen Staat Bihar ca. 599 vor Christus geboren und wurde der Gründer der Religion. Dem Jainismus gehören weltweit ca. 6 Millionen Gläubige an, davon ca. 3,5 Millionen in Indien. Die Tempel gehören zu den schönsten ihrer Art in Rajasthan, so wie der in Ranakpur. Mehr Informationen unter www.jainworld.com.



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