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RANIKHET

Im Cantonment Ranikhet blieben wir für 2 Nächte in der Windsor Lodge, die sechs Kilometer außerhalb in der Nähe des 9-Loch-Golfplatz auf einer Höhe von ca 2.000 M.ü.M. liegt. Von hier aus hat man normalerweise eine tolle Sicht auf die Berge, an diesem Ort wurden viele Filme gedreht. Etwas weiter obern liegt Kalika, dieser Ort ist berühmt für seinen Tempel, der Göttin Kali geweiht. Bei unserem Aufenthalt war leider nichts normal, die Berge hüllten sich wie immer in Dunst und die Einkaufsmöglichkeiten im Ort waren beschränkt, weil gerade an unserem Ankunftstag alle Geschäfte geschlossen hatten. So besuchten wir die wenigen Sehenswürdigkeiten dann alle zusammen am nächsten Tag.

Nach Ranikhet kommt man wegen Ruhe, Natur und schöner Aussicht. Letzteres entfiel ja leider und so genossen wir ruhige Tage ohne Hektik in diesem sauberen und netten Ort, der komplett vom Militär beherrscht wird. Nainital ist von hier aus 59 km und Almora 50  km entfernt, wir fuhren nach unserem Aufenthalt hier schließlich weiter zum Corbett National Park. Der Name dieser Hillstation soll von Königin Rani Padmini stammen, die bei ihrem ersten Besuch so beeindruckt von der Schönheit des Ortes war, dass sie beschloss, zu bleiben. Daraufhin wurde der Ort zu Ranikhet, was übersetzt Feld der Koenigin heißt. Ein Palast existiert allerdings nicht.

Einst wurde die Region rund um Ranikhet von den lokalen Kumaoni Herrschern regiert, später kamen dann die Briten und gründeten hier die erste Kaserne im Jahr 1869. Bis heute ist Ranikhet eine vom indischen Militär beherrschte Kasernenstadt. Hier ist Stammsitz des Kumaon Regiment (KRC) und des Naga Regiments, hier wohnen auch die Angehörigen der Truppen und die Soldaten finden in der ühlen Bergluft Abkühlung nach einem Aufenthalt in den heißen Ebenen. Die Straßen sind gepflegt und alles wirkt aufgeräumt und sauber, denn die Armee hat genügend Menschen zu Diensten, um Ordnung zu halten. Wer durch Ranikhet fährt sieht joggende Soldaten, Exerzierplätze und Wachhabende an Toren, die dem Gast verschlossen bleiben.

In Dharwat, 38 km von Ranikhet entfernt, war einst die Hauptstadt der Könige der Katyuri Dynastie. Es gibt 55 Tempel, die zwischen dem 11. und dem 16.Jahrhundert erbaut worden sind, leider haben wir die nicht besucht. In dem kleinen Ort steht auch das einzige Ingenieurscollege von Uttarakhand.



Tempel und Golf

Eigentlich gibt es in Ranikhet nicht all zu viel zu tun. Man geht spazieren, macht Picknick in der schönen Natur rundum und genießt die kühle Bergluft. Und natürlich die Aussicht, wenn sie denn da ist. Besonders gut sieht man die Berge, wie schon erwähnt, vom Upat-Kalika Golf Course aus. Den können wir auch sehr empfehlen, allerdings insbesondere den nahen Wald an der Straße Richtung Ort und dann am frühen Morgen. Hier erlebten wir die größte Versammlung wilder Adler, die wir je sahen. Sie suchen Fressen auf der lokalen Müllkippe und wir zählten mindestens 15-20 der mächtigen Vögel, alleine in einem Baum saß ein halbes Dutzend.

Wer nach Ranikhet kommt, der sucht auch die Ruhe und findet sie hier. Hier gibt es keine Ponyritte, keine nervigen Fotografenhorden, keine Attraktionen der indischen Art, die man in fast allen Hillstations findet. Zuerst besuchten wir den ruhigen und grünen Ortskern, dort befindet sich direkt in einem historischen Gebäude die Shawl and Tweed Factory, die wir ebenfalls besuchten. Ein riesiger Raum in einer ehemaligen Kirche, in dem es kleine Shops und sogar Internet gibt. Hier kaufen die Armeeangehörigen Dinge des täglichen Bedarfs und im Hintergrund hört man die Webstühle klappern. Kaufen kann man die Produkte hier auch für recht wenig Geld, allerdings sind es meist großformatige Tücher die hier im Winter als Mantelersatz getragen werden. Mit den Maßen konnte ich als Kleidungsstück in Deutschland eher wenig anfangen, doch die traditionellen Muster sollte man sich mal ansehen. Anzüge werden ebenfalls hier gefertigt, das Ganze wird betrieben von der Army Wives and Widows Association. Geht man um das Gebäude herum, dann sieht man zwischen 8:00 und 17:00 Uhr die Arbeiter und Arbeiterinnen an den hölzernen Webstühlen arbeiten wir vor hunderten von Jahren.

Auf dem Weg zu den Chaubatia Ochards kamen wir an einem kleinen Tempel vorbei. Der faszinierende Jhula Devi, neu erbaut im Jahr 1935, ist der Göttin Durga auf einer Schaukel gewidmet. Rund um das Hauptgebäude befinden sich hunderte Messingglocken, die von Gläubigen gespendet wurden. In allen Größen hängen sie hier dicht an dicht. Einige alte Kirche kann man in Ranikhet ebenfalls besichtigen, auch ein Regimentsmuseum wartet auf Besucher.

Am Nachmittag stand dann noch ein Bummel auf den Sadar Market auf dem Programm, der sich entlang der Almora Road erstreckt. Hier wollten wir noch mehr Aprikosenkernöl kaufen. In Binsar hatten wir es bekommen, in Ranikhet fragten wir leider vergebens danach. Dafür kauften wir einige Gewürze und konnten an einem Stand mit Süssigkeiten auch nicht widerstehen.


Chaubatia Ochards

Rund um Ranikhet ist es sehr grün und die Umgebung ist noch ein wenig wild. Hier können dem Besucher, wenn man den Straßenschildern glaubt, auch schon Leoparden auf der Fahrbahn entgegenkommen. Nur 10 km von Ranikhet entfernt an der Bhowali Road befinden sich die Gärten und Obstplantagen von Chaubatia, die man über eine schmale und kurvige Straße erreicht. Der Name Chaubatia setzt sich zusammen aus vier (chau) und Wege (batia), weil es von hier aus nach Ranikhet, Bhargaon, Pilkholi und Dehrti geht. Der Blick auf die Berge von hier aus muss atemberaubend sein, aber natürlich war es bei unserem Besuch mal wieder diesig, so wie immer.

Hier befindet sich auch das Government Fruit Research Centre, inmitten von ausgedehnten Obstplantagen. Diese blühten teilweise schon im Mai und wir nutzten die Zeit für einen Spaziergang inmitten blühender Bäume und der umherfliegenden Insekten. Meist sind es Apfelbäume, aber auch Pfirsische, Kirschen, Feigen, Kastanien, Quitten oder Nüsse wachsen hier. In letzter Zeit experimentiert man sogar mit Kiwis. In einem kleinen Shop kann man Honig und frische Früchte kaufen. Einige Wanderwege beginnen innerhalb der Plantage, für die man auch einen lokalen Guide mieten kann. So zum 2,5 Stunden Fußweg entfernten Bhalu Damm, den die Briten einst anlegten und der heute ein beliebter Platz für ein Picknick ist. Unser Guide kannte sich hier leider gar nicht aus, für ihn war es eher eine Verlegenheitsbesuch, weil er sonst gar nicht mehr wusste, was er uns zeigen sollte. Die Sehenswürdigkeiten von Ranikhet hat man eben in einem Tag locker besucht.



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Ranikhet


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