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PUSHKAR

Der kleine Ort Pushkar hat ca. 15.000 Einwohner und liegt an einem Höhenzug des Aravalligebirges, 11 km nordwestlich von Ajmer. Besondere Bedeutung hat Ajmer als ein heiliger Ort der Muslime, da sich hier das Grab von Khwaja Muin-ud-din Chishti, einem als heilig verehrten Sufi, befindet. Von hier aus windet sich der so genannte Schlangenpass in vielen Serpentinen die Berge hinauf zum hinduistischen Wallfahrtsort Pushkar.

Gläubige Hindus pilgern hierher, um sich rein zu waschen; dies wird in speziellen Zeremonien, die Pujas genannt werden, vorgenommen. Ausgeführt werden diese Zeremonien nur von den Männern der in Pushkar ansässigen Kaste der Brahmanen.

Trotz der Pilger ist Pushkar eher ein gemütlicher und vergleichsweise ruhiger Ort, der Reisende zum Verweilen einlädt und natürlich auch viele Aussteiger und Rucksacktouristen anzieht. Hier kann man schön abhängen, trifft Gleichgesinnte und genießt das zahlreiche Angebot an Cafés, Unterkünften und Shops. In Pushkar findet man auch Restaurants mit internationaler Küche, sogar ein deutsches und israelisches. Überhaupt ist man hier sehr auf Besucher aus Israel eingestellt, ich habe in den Straßen viel Iwrith gehört und sogar Hinweisschilder auf Hebräisch gefunden. Der überwiegende Rest der Besucher kommt oft aus Deutschland, Frankreich oder Japan. Trotz der Besucherzahlen ist Pushkar immer noch ein Geheimtipp in Rajasthan, das ändert sich nur einmal im Jahr: zur absoluten Hochsaison, wenn die Preise in den Himmel schnellen und die Besuchermassen den kleinen Ort erdrücken. Dann ist Pushkar Mela, ein Volksfest, und gleichzeitig findet hier der große Kamelmarkt statt. Zu diesem Ereignis habe ich eigene Seiten.

Wir waren ja kurz vor Beginn der Mela in Pushkar und daher war alles recht voll. Von einem ruhigen und ursprünglichen Ort können wir hier nicht berichten, wohl aber vom Zauber rund um den See.

In Pushkar gibt es zwei schöne große Tempel, unter anderem den einzigen Brahma-Tempel Indiens aus dem 14. Jahrhundert. Dieser gilt als einer der heiligsten Hindutempel, weil hier der einzige Ort auf Erden sein soll, wo sich Brahma manifestiert hat. Auch für seine Gemahlin Saraswati wurde auf dem steilen Ratnagiri-Hügel oberhalb des westlichen Seeufers Tempel errichtet, hier ist der Link zu einer schönen Seite mit Panorama vom Savitri Temple. Von dort aus einfach den roten Punkten folgen und man sieht viele scöne Panoramen von Pushkar. Ansonsten gibt es natürlich noch unzählige kleinere Tempelchen und einen sehr schönen, weißen Sikh Tempel am Ortseingang.

Vor dem Brahma Tempel reihen sich lange Ladenzeilen mit Opfergaben aneinander. Hier war es sehr voll, Pilger und Reisegruppen drängelten sich durch die engen Gassen und zum Tempeleingang, dauernd wurden wir von selbst ernannten Guides angesprochen oder angebettelt. In den Läden kann man alles mögleiche kaufen, von kunstvollen Blütengirlanden über Götterstatuen, Räucherwerk, Öllampen, Farbpulver, Ritualgeräte und Kultbildchen.


Legende

Mittelpunkt des Ortes sind die heiligen Seen. Dazu gibt es natürlich auch eine Legende, die hier hier nur in Kurzform erzählen möchte: Nach der Padma Purana, der heiligen Erzählung, flog einst Brahma auf seinem göttlichen Reittier, der Wildgans Hansa, über die Erde. Denn er hatte eines Tages entdeckt, daß er, im Gegensatz zu allen anderen Göttern, noch keinen Wohnsitz auf Erden hatte. So war er nun auf der Suche nach einer geeigneten Stelle und ließ drei Lotosblüten auf den Boden fallen. Dort, wo die Blätter landeten, sprudelten sogleich drei unterirdischen Quellen hervor, die Seen inmitten einer Sandwüste entstehen ließen. Brahma vollzog an diesen Platz eine lange Meditation und nannte ihn nach dem Lotos Pushkar.

Als er nach Ablauf der Meditationszeit zu seinem himmlischen Wohnsitz zurückkehren wollte, verlangten die Götter, dass er zuvor eine Yagna, so nennt man ein heiliges Ritual, auf Erden zelebriert. Als Zeitpunkt wurden die letzten fünf Tage im Monat vor dem Vollmond im Monat Kartik bestimmt. Dazu kamen unzählige Götter und Heilige nach Pushkar, unter anderem musste aber auch seine Frau Saraswati an dem Ritual teilnehmen und Brahma schickte einen Boten, um sie zu holen. Dieser log jedoch, sie wäre viel zu beschäftigt, und da Brahma nun keine Frau hatte, diese aber wesentlicher Bestandteil des Rituals war, heiratete er auf die Schnelle ein junges hübsches Hirtenmädchen namens Gayatri.

Die Zeremonie hatte kaum begonnen, als Saraswati mit ihrem Gefolge erschien. Sie verfluchte den untreuen Ehemann: nie solle Brahma in einem Tempel oder an einem heiligen Ort auf Erden verehrt werden, mit Ausnahme eines Tages im Jahr. Danach zog sie sich traurig zur Meditation auf einen nahen Hügel zurück, auf dem heute der ihr geweihte Tempel steht. Später kam es zwar laut Legende zur Versöhnung zwischen ihr und Gayatri, doch der Fluch blieb bestehen. Der Brahmatempel in Pushkar ist der einzige in Indien geblieben.

Die Gläubigen, die an Kartik Purnima (zum Vollmond im Monat Kartik) hierher kommen, suchen, wie einst Brahma, Erlösung von ihren Sünden in den von ihm geheiligten Wassern.


Am See

Vor allem der größte der Seen namens Jayeshta-Pushkar besitzt für die Hindus herausragende religiöse Bedeutung und liegt zentral im Ort. Von allen Seiten ist dieser See mit Treppenstufen, den Ghats umgeben. Hierher kommen die Gläubigen für ein Bad, es sollen 52 Ghats sein, die von den Fürsten von Rajasthan erbaut wurden. Fotografieren ist dort verboten und rund um die Zugänge warten einige Nepper und Schlepper auf die Touristen. Besonders beliebt ist die Segnung, die dann natürlich Geld kosten soll.

Von den vielen Badeghats gilt der Varah-Ghat als besonders heilig, da hier einst Vishnu in Gestalt eines Keilers erschienen sein soll. Die zwei anderen Hauptghats heißen Brahma-Ghat und Gau-Ghat, sie sind für die rituellen Waschungen gleichfalls besonders wichtig. Die Pilger vollziehen ihre Rituale in dem festen Glauben, sich damit von den Sünden ihres Lebens rein zu waschen. Heilige Männer, die Sadhus, kommen sogar vom Himalaja herab nach Pushkar. Fromme Pilger beten zum Klang von Versen aus den heiligen Schriften, die zur Reinwaschung ihrer Sünden rezitiert werden.

Einen schönen Blick über den See hat man vom Hotel Pushkar Palace aus. Leider haben wir außerhalb des Ortes im Zeltcamp gewohnt, aber falls wir noch einmal nach Pushkar kommen sollten, die Lage dieses Hotels ist nicht zu übertreffen. Auch wenn es leider ziemlich heruntergekommen sein soll und mittlerweile unverschämte Preise nimmt. Direkt nebenan befindet sich das beliebte Sunset Cafe. Hier gelangt man schnell ans Ufer und zur Fußgängerbrücke, dort sind Schuhe und fotografieren nicht erlaubt, ebenso wie auf den Ghats selbst. Wenn man Bilder machen will, dann sollte man sich immer im Hintergrund und im ausreichenden Abstand vom Seeufer halten, und auch das direkte Fotografieren der Badenden ist nicht gestattet. Wie man an meinen Bildern sieht kann man sich leicht an diese Gebote halten und dennoch die Stimmung des Ortes einfangen. Die gläubigen Pilger und die Badenden sollten immer nur eine Nebenrolle im Bild spielen.

Wir besuchten den See und die Ghats einmal am Nachmittag im goldenen Licht und dann hatten wir am nächsten Morgen noch einmal die Gelegenheit vom Pushkar Palace aus einen Blick über den See im Morgenlicht zu werfen. Dann ist es hier am stimmungsvollsten und man vernimmt den Klang des Muschelhorns, mit denen zum Aarti, dem gesungenen Gebet geblasen wird. Dazu ertönt überall Glockengeläute zur Ehre von Brahma. Man könnte den ganzen Tag an den Ghats sitzen und sich trotzdem nicht langweilen.

Um zum See oder zu den Tempeln zu gelangen muss man immer durch die Gassen mit den vielen Shops. Dort gibt es alles, was das Touristenherz begehrt: Silberschmuck, Schlabberklamotten im Hippielook, Masken und alle Arten von Souvenirs. Meist für den kleinen Geldbeutel der Traveller und Pilger und dem entsprechend in minderer Qualität. Die meisten Klamotten sehen schon beim Angucken so aus, als ob sie gleich auseinander fallen.

Zur Zeit der Mela ist es hier natürlich besonders voll. Und man wäre nicht in Pushkar, wenn einem beim Bummel durch den Ort nicht die absonderlichsten Gestalten entgegenkommen würden. Da sieht man heilige Männer, als Affengott Hanuman verkleidete Gestalten, merkwürdig gekleidete Hippie-Traveller und Gruppen von Touristen mit ihren Guides.



Google Map zum Thema

Pushkar Lake


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