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SARDAR SAMAND

Nur 60 km südlich von Jodhpur im Distrikt Pali befindet sich ein großer See inmitten trockener Halbwüste. Kilometermäßig nicht sehr weit entfernt vom quirligen und lauten Jodhpur, tatsächlich aber eher in einer anderen Welt: in der der Ruhe und Entspannung.

Man fährt viele Kilometer durch kleine Dörfer, vorbei an einsamen Gehöften und kann unterwegs mit Glück sogar einige der scheuen Antilopen beobachten. Hier käme eigentlich nie ein Tourist freiwillig her, hätte nicht der Maharaja von Jodhpur, Umaid Singh direkt am Seeufer in den 30er Jahren seine Jagdresidenz errichtet. Diese ist heute ein schönes Hotel der WelcomHeritage Gruppe im Original Art Deco Stil und wir haben dort eine Nacht verbracht. Der Bau thront hoch über dem Seeufer, daneben befindet sich ein kleines Dorf.

Beim Sardar Samand - Sardar oder Sagar bedeutet See oder Teich - handelt es sich um ein großes Binnengewässer. Es zieht alljährlich zahlreiche Zugvögel an, die hier überwintern. So kann man je nach Jahreszeit seltene Enten und Wasservögel auf der spiegelglatten Wasseroberfläche beobachten. Wir waren im November dort, eigentlich eine gute Zeit. Am Ufer konnten wir Pfaue, kleinere Singvögel und Eisvögel beim Fischen beobachten. Dazwischen huschen die putzigen Streifenhörnchen umher. Die Enten und größeren Wasservögel kamen jedoch höchstens mal fliegend in Ufernähe, denn der See ist riesig und die Tiere rasten auch gerne auf den kleinen Inselchen und abgestorbenen Bäumen, die aus dem flachen Wasser ragen. Ab und zu kam mal eine Gruppe Vögel vorbei, die sich aber zu unserem Ärger immer weit außerhalb unserer Zoom-Reichweite entfernt niederließ.


Stille Wasser

Am gegenüberliegenden Ufer konnten wir an beiden Tagen eine große Gruppe Pelikane mit dem Fernglas beobachten. Leider hofften wir vergeblich darauf, dass sie sich mal ein wenig weiter in unsere Richtung bewegten. So konnten wir nur mit unserem 400er Zoom ein paar Aufnahmen machen und waren ein wenig enttäuscht, denn gerne hätten wir die prächtigen Vögel ein wenig näher betrachtet. Die kleinen, weißen Punkte auf dem mittleren Bild unten, das sind die Pelikane.

Dies galt ebenso für die Eule, die am Abend nach Einbruch der Dunkelheit laut rufend am Ufer saß. So einen Vogel im Hellen zu beobachten, dazu gehört schon eine ganze Menge Glück. Aber auch die typischen Laute, die über den ruhigen See schallten, waren etwas Besonderes für uns Städter.

Am Morgen hüllte sich der See in feine Nebel und gegen die Sonne konnten wir von unserem Standpunkt aus nicht so gut fotografieren. Wie anders war das Licht am Nachmittag. Ein Boot mit Fischern kam auf uns zu, der Bug zerteile die stillen Wasser und alles wurde malerisch von der Abendsonne ausgeleuchtet. Bei diesem Licht ließen sich auch die Pelikane am anderen Ufer besser erkennen. Irgendwo verbrannte ein Bauer etwas, die Rauchschwaden waren noch lange am Himmel zu sehen.

Am Sardar Samand hat man vielleicht nicht so unmittelbaren Kontakt zur Vogelwelt wie an kleineren Gewässern wie dem Stausee in Chhatra Sagar. Aber die Ruhe und Einmaligkeit dieses Gewässers lohnt schon die weiteste Anfahrt.



Google Map zum Thema

Der See Sardar Samand


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