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ASIRGARH FORT

In beeindruckender Lage im Satpuragebirge etwa 22 km nördlich der Stadt Burhanpur und 48 Kilometer südlich von Khandwa befindet sich das etwa 700 Meter über dem Meerespiegel gelegene Asirgarh Fort.

Von der Ebene rundum ragt das Fort auf seinem Berg steile 260 Meter hoch vom Boden auf. Es wird kaum besucht von ausländischen Touristen, ist aber trotz seines ruinösen Zustands durchaus noch sehr beeindruckend und sehenswert.

Dieses Fort wurde im Mittelalter als Babe Deccan, das "Tor zum Süden Indiens" bezeichnet. Es besteht eigentlich aus drei separaten Teilen, eigenen Fort-Konstruktionen, die übereinander liegen. Asirgarh ist der obere, größte und älteste Teil, darunter liegen Kamargarh und Malaygarh. Die Legende besagt, dass diese Festung niemals mit Gewalt erobert wurde. Die Lage der Festungen zeigt die Bedeutung des Wortes "uneinnehmbar". Jede Stufe des Berges ist eine Festung in sich. Die Mauern laufen rund um den Hügel und sind mit Wachtürmen an allen Ecken gesichert. Niemand, der sich hier näherte, blieb unbemerkt. Um Asirgarh zu stürmen hatte man nicht eine, sondern drei Festungen zu erobern. Der Hauptgrund, warum die Festung auf diesem Hügel erbaut wurde war die Anwesenheit von einer Reihe von natürlichen und ganzjährigen Wasserquellen, eine wichtige Voraussetzung für die Versorgung einer Garnison.

Die als Sultane herrschende Faruqi-Dynastie kam erst mit der Eroberung des Sultanats durch Akbar im Jahr 1601 zu einem Ende. Aber selbst der größte der Moguln erkannte, dass er das Fort nicht durch direkten militärischen Angriff erobern konnte. Die Kanonen, stationiert hoch auf dem Hügel, waren außerhalb seiner Reichweite und es regnete Feuer und Schwefel auf Akbars Armee.

So versuchte er eine andere Taktik. Er zog sich mit seiner Armee gerade aus der Reichweite der Faruqi-Kanonen zurück und belagerte die Festung mit seinen 5.000 Männern. Innerhalb eines Jahres gaben die Garnison-Truppen in der Festung auf und kapitulietrten. Wie sich herausstellte hatte die königliche Familie es zusammen mit einer Handvoll treuer und tapferer Krieger geschafft über einen unbekannten Weg zu entkommen und sie wurden nie wieder gesehen. Die Moguln versuchten seit 1612 immer wieder in den Dekkan vorzudringen. Die Verteidiger belagerten im Gegenzug 1620 das noch nicht ummauerte Burhanpur, unser Tagesziel mit Übernachtung im Hotel Ambar.

Unser Fahrer war noch nie hier und fragte unten im Dorf Ghaser die Einheimischen, die ihm den richtigen Weg zeigten. Eine schmale Straße führt von Westen aus hinauf zum Fort, beginnend an einem modernen Gebäude, das wohl mal so etwas wie ein Besucherzentrum werden soll. Sie wurde einst von den Briten erbaut schlängelt sich 7 Kilometer lang entlang des Berghangs nach oben und wird immer holperiger, je höher man hinauf fährt. Der Blick auf die Mauern des Fort von unten ist sehr beeindruckend, unser Fahrer brauchte aber die volle Konzentration für den Weg. Mit einer sehr scharfen Kuve geht es weiter bergauf, einmal am Fort entlang und der Weg endet auf einem Vorplatz unterhalb der Eingangstore. Hier endet auch ein zweiter Zugang von Westen, also vom Highway aus, der von der Vorfestung Malaygarh unten am Berg über steile Treppen nach hier oben führt.

Unterwegs war keine Menschenseele zu sehen und wir dachten, wahrscheinlich sind wir ganz alleine hier oben. Aber als wir fast oben in Kamargarh angekommen waren machten gerade grössere Gruppen von Arbeitern am Rand des Weges Mittagspause im Schatten. Frauen und Männer in der typischen Tracht der Region waren damit beschäftigt, die Zufahrt etwas zu verbreitern, Ausweichstellen anzulegen und die dicksten Steine beiseite zu schaffen. Hier wurde eindeutig in das historische Erbe investiert, das schafft auch Arbeitsplätze für dioe lokale Bevölkerung. Wir wurden natürlich bestaunt wie bunte Hunde, schließlich waren wir die einzigen Europäer weit und breit. Oben angekommen zischte es und unser armer Fahrer musste einen Reifen wechseln. Er fand aber genug Helfer uns wir machten uns auf den Weg die nächsten Treppen hinauf durch die Tore ins Fort Asirgarh. Eintritt zahlt man hier (noch) nicht, aber in einem alten Wachgebäude neben dem Eingang saß jemand, der die Herkunft der Besucher erfasste. Auch ein paar indische Touristen hatten den Weg nach oben gefunden, aber die meisten Menschen im Inneren des Fort waren Arbeiterinnen.






Hoch oben

Während die Arbeiterinnen im Schatten Pause machten latschten wir Touristen in der Mittagshitze mit Wasser und Sonnenschutz durch das Fort. Von Kamargarh aus führt der Weg steil bergauf über Steinstufen und durch mächstige Tore. Es war unglaublich heiß hier oben, kein kühlendes Lüftchen sorgte für Erfrischung. Einen Teil des Forts haben wir gar nicht gesehen, die Wege waren uns einfach viel zu weit - und wir hatten uns nicht gut genug informiert. Auf Google-Maps betrachtet haben wir etwa die Hälfte der Fortanlagen gar nicht gesehen.

Innerhalb des Forts befinden sich die für den entlegenen Standort relativ große und prächtige Asir Masjid Moschee mit zwei Minraretten und ein Shiva-Tempel, der Gupteshwar Mahadev Tempel, das sind auch die am besten erhaltenen Gebäude. Es gibt noch drei tiefe Zisternen, aber wir waren in der Trockenzeit hier und Gras und Büsche waren ziemlich Braun. Bilder aus der Regenzeit, die man im Internet findet, zeigen üppig grünen Grasbewuchs, selbst auf den Mauern. Sonst gibt es hier nur Ruinen, in einem Kellergewölbe hörten wir aus der Tiefe das Fiepen zahlreicher Fledermäuse. Bei Ausgrabungen wurden Funde hier aus vorchristlicher Zeit gemacht.

Die Moschee am Rand der Klippe ist auf massiven Granitfelsen erbaut. An klaren Tagen kann man von hier aus hunderte Kilometer weit in die Nimar-Ebene hinaussehen. Die schmalen Minarette der Moschee sieht man schon aus der Ferne, der Zugang zu den Treppen war leider abgeschlossen.

Hier gab es schattige Plätze unter großen, prunkvollen Bögen und zwischen Säulen. Von den Fenstern aus hat man eine schöne Aussicht auf die Umgebung, leider war die Sicht nicht sehr klar. Hier machten wir eine kurze Rast. Leider hatten alle indischen Besucher ihr Handy dabei und machten natürlich mit uns ein paar Fotos. Ich revanchierte mich mit Gegenfotos, so wie immer. An einem kleinen Kiosk konnten wir sogar Tüten mit Chips kaufen, die salzigen Kartoffeln taten gut in der Hitze. Auch hier machten die Arbeiterinnen gerade Mittagspause und packten ihr Essen aus.

In die Nähe von Asirgarh befindet sich noch das Grab von Shah Nomani Asiri, einem Heiligen des Sufismus. Ein dritter Weg aus Richtung Westen endet am Fuß des Berges an einem Asra Devi Tempel.







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