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DER STUPA NR.1

Die archäologische Stätte von Sanchi umfasst rund 50 durchnummerierte Bauten bzw. Strukturen, darunter drei große und viele kleinere Stupas sowie eine Reihe von Tempel- und Klosteranlagen.

Das berühmteste dieser Monumente innerhalb der Anlage ist der Sanchi Stupa 1, er ist auf allen Fotos und Werbeprospekten der Region abgebildet und wurde ursprünglich vom Kaiser Ashoka erbaut. Der war damals der Gouverneur von Ujjayini und wurde Buddhist. Seine Frau Devi war die Tochter eines Kaufmanns aus dem benachbarten Vidisha, die Stadt war bereits im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. eine bedeutende Handelsstation an der Kreuzung zweier Karawanenstrassen. Einen wichtigen Beitrag bei der Errichtung von Stupas leisteten die reichen Kaufleute dieser Stadt. Die Kaufleute Vidishas sponsorten auch die Klosteranlage.

Ashoka und Devis Sohn Mahindra und ihre Tochter Sanghamitra wurden in Ujjayini geboren und dann später nach Sri Lanka geschickt. Dort bekehrten sie den König, die Königin und deren Volk zum Buddhismus. Die Anlage wird heute unter anderem auch durch Spenden von Gläubigen aus Sri Lanka erhalten und wir sahen auch eine große Reisegruppe von der Insel vor Ort, die in Begleitung buddhistischer Mönche reiste.

Das älteste steinerne Bauwerk in Indien hat heute einem Durchmesser von 36,5 Meter, eine Höhe von 16,4 Meter ohne den Schirmaufsatz namens Chattra und formt eine wuchtige Halbkugel. Dieses Bauwerk wurde aber erst in der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. neu aufgebaut und dabei auf die jetzigen Maße vergrößert, wobei vor Ort befindliche Felsen integriert und an die Form angepasst wurden.

Da in jenen frühen Zeiten viele Bauten aus Holz, Lehm oder Ziegel errichtet wurden, deren Haltbarkeit nicht besonders hoch war, wurden auf die Ziegelstupas später eine komplette Verkleidung aus Sandstein aufgetragen, umgeben von einem weitgehend dekorlosen steinernen Zaun den man Vedika nennt. Bei dem großen Stupa wurde noch ein erhöhter Umgang samt Balustrade erbaut und durch einen befestigten Prozessionsweg rundum ergänzt, der von Pilgern im Laufe der Jahrhunderte glatt getreten wurde. Die für den buddhistischen Verehrungsritus so überaus wichtige Umschreitung (pradakshina) des Stupa im Uhrzeigersinn war somit auf zwei Ebenen möglich. Man geht davon aus, dass die obere Ebene normalerweise nur den Mönchen oder hochgestellten oder wohlhabenden Gläubigen vorbehalten war.

Etwa um das Jahr 75 v. Chr. folgten dann vier steinerne Tore (toranas) mit detailreich ausgeführten Reliefs. Sie wurden kurz nacheinander errichtet, denn an unterschiedlichen Toren finden sich dieselben Stifternamen. Sie geben eine Vorstellung von der hohen Meisterschaft der Steinmetzkunst im alten Indien.

Jeder der über 8 Meter hohen Torbögen besteht aus zwei seitlichen Pfeilern, die oben mit jeweils drei monolithischen Bögen verbunden bzw. verzapft sind. Die seitlich vorstehenden Bogenenden wurden jedoch separat gefertigt und sind nicht mit dem jeweiligen Mittelstück verbunden. Man vermutet, dass hier nach nicht erhaltenen, hölzernen Vorbildern gearbeitet wurde. Fehlende Stücke wurden bei den Restaurierungsarbeiten durch schlichte Steine ersetzt, um die Form der Tore zu ergänzen.

Eine Abbildung am Osttor zeigt Buddhas Eingang ins Nirwana. Gegenüber der Front der mitleren Balkenstütze ist die Darstellung des großen Abschieds. Buddha, symbolisiert durch ein Pferd ohne Reiter, entsagt dem fleischlichen Leben und begibt sich auf die Suche nach der Erleuchtung

Das Westtor zeigt die Inkarnationen des Buddha. Die Rückseite einer Säule zeigt Buddha, wie er der Versuchung durch Mara entgeht. Dabei fliehen die Dämonen, während die Engel frohlocken, dass Buddha standhaft blieb.

Das Nordtor wurde gekrönt von einem Dharma-Rad. Von allen vier Toren ist dieses am besten erhalten, aber unglücklicherweise ist das Gesetzesrad oben drauf zerbrochen. Dazu stellt dieses Tor jene Wunder dar, die mit Buddha in Verbindung gebracht werden. Eine Szene zeigt einen Affen, der Buddha einen Krug mit Honig anbietet.

Das Südtor ist das älteste Tor und enthält Bilder von Buddhas Geburt und von Begebenheiten aus dem Leben des Ashoka als Buddhist.

Betrachtet man den Grundriss des Stupa, sind schnell dessen Mandala-Qualitäten erkennbar: Kreise, Quadrate und die vier Tore.

Während der Gupta-Periode im 4.–6. Jahrhundert war es üblich geworden, Buddha auch in menschlicher Form darzustellen. Zuvor wurde er nur repräsentiert durch Symbole wie das Rad der Lehre (dharmachakra), den Fußabdruck des Buddha (buddhapada), den Bodhi-Baum oder eben den Stupa. Während dieser Zeit wurden vier Steinskulpturen des sitzenden und meditierenden Buddha an den Stupa-Außenmauern aufgestellt. Sie befinden sich jeweils gegenüber der Tore.





Weitere Stupas

Über den Hügel verstreut stehen noch viele andere Stupas, einige von ihnen kaum einen Meter hoch. Sie stammen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Acht dieser Stupas ließ Ashoka errichten, aber leider sind davon nur noch drei vorhanden. Eine davon ist die Stupa Nr.2, sie steht am äußeren Rand eines Hügels. Der Weg dorthin führt 300 Meter bergab und man muss bei grosser Hitze danach auch wieder den Hügel hinauf. Besonders bemerkenswert ist hier die steinerne Balustrade, die sie umgibt. Es gibt keine freistehende Torbauten, dafür aber vier abgewinkelten Zugänge. Bei den Restaurierungsarbeiten gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier ein kleiner Reliquienbehälter mit Überresten wichtiger buddhistischer Lehrmeister des 3. Jahrhunderts v. Chr. gefunden.

Auf dem Weg dorthin kommt man auch an der Great Bowl vorbei. Diese riesige Schale wurde aus einem einzigen Steinblock gemeißelt. Sie enthielt einst das Essen, das unter den Mönchen von Sanchi verteilt wurde. Direkt daneben stehen die Grundmauern einer Klosteranalage und daneben die bei unserem Besuch leider trockene Zisterne.

Der Stupa Nr.3 steht direkt neben dem großen Stupa. Mit seinem Durchmesser von etwa 15 Metern bei einer Höhe von etwas über 8 Metern ist er ein verkleinertes Abbild des großen Nachbarn. Als Zeichen ihrer besonderen religiösen Bedeutung wird die halbrunde Kuppel von einem Schirm aus poliertem Stein gekrönt. Die Reliquien von Sariputta und Mahamogallena, zweier Lieblingsschüler Buddhas, wurden hier in der innersten Kammer gefunden. Im Unterschied zum den beiden kleineren Stupas wurden im Innern von Stupa Nr.1 keinerlei Reliquien oder Votivgaben gefunden.






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