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ARAVALLI HILLS

Am Morgen haben wir erst einmal in Ruhe in unserem Hotel Ghanerao Jungle Lodge gefrühstückt um dann ganz in Ruhe unsere Koffer zu packen. Denn die Fahrstrecke an diesem Tag war nicht weit, es sind nur 50 Kilometer von Ghanerao bis zum nächsten Hotel namens The Aodhi am Kumbhalgarh Fort.

In den Bergen liegt der Kumbhalgarh National Park, er erstreckt sich über eine Fläche von 586 km² entlang der Aravalli Hills. Verschiedene Tiere wie Leoparden, Lippenbären, Wildschweine, Vierhörnige Antilopen und sogar Wölfe leben in diesem Naturschutzgebiet. Wissenschaftlich gezüchtete Krokodile gibt es ebenfalls, eines haben wir ja während der Jeep Safari von der Ghanerao Jungle Lodge aus gesehen. Von dort aus sieht man auch die 15 Kilometer entfernte Festung Kumbhalgarh von der anderen Seite des Schutzgebietes.

Es gibt laut Google Maps einen etwas kürzeren Weg nach Kumbhlagarh, der über Sadri ist nur knapp 40 Kilometer lang. Laut unserem Fahrer hat die Strecke dort aber sehr viele Kurven. Da wir genug Zeit hatten, war es für uns kein Problem, die etwa 10 Kilometer längere und auch wesentlich abgelegenere Strecke zu fahren.

Die Fahrt führt uns zunächst nach Ghanerao und dann in Richtung Norden zum nächsten Ort namens Desuri. Hier liegt ein altes Fort auf einem Hügel, der mit dicken Steinen bedeckt ist. Leider konnten wir es nur von unten fotografieren, auf dem Eingangsbild oben ist es zu sehen. Dabei musste ich noch aufpassen, dass mich kein Auto oder Bus überfuhr, denn Fahrer und Gäste waren durch meine Anwesenheit ziemlich abgelenkt und fuhren wild hupend und winkend vorbei.

Kurz hinter Desuri zweigt die Straße dann nach rechts ab und führt in Richtung Berge. Überall sitzen hier Affen am Wegrand. Als wir kurz angehalten haben um einen zu fotografieren, saßen die anderen schon auf dem Autodach und unser Fahrer hatte Angst um seinen Lack. Also fuhren wir lieber schnell weiter, wild hupend, damit die freche Bande Angst bekommt. Wirklich beeindruckt waren die Affen im Land der ständig hupenden Autos davon aber nicht.





Landleben

Die Straße führte vorbei an gut gefüllten Seen, denn es hatte die Wochen zuvor noch gut geregnet. Die Aravalliberge sind die meiste Zeit karg, verwandeln sich aber während der Regenzeit. Überall war es im Oktober noch grün und der Wasserstand hoch. Die Berghänge zogen sich kleine Mauern aus aufgeschichteten Steinen hinauf, mit denen die Flurstücke voneinander getrennt werden. Deutlich konnte man erkennen, auf welchem Feld die Zahl der Ziegen und Schafe zu hoch war, dort wuchs viel weniger als auf dem Nachbargrundstück.

Es war kaum Verkehr auf dieser Strecke, andere Touristen haben wir hier nicht gesehen. Die Dörfer am Wegrand zeigen kaum Zeichen des einundzwanzigsten Jahrhunderts, hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Man sieht Hirten und primitive Brunnen, die von Ochsen betrieben werden. Die Straße führt fast ohne Verkehr durch die kargen Hügel, an einem See haben wir angehalten und den badenden Wasserbüffeln zugesehen. Die kleine Herde ist eine lange Strecke durch den See geschwommen und hat den Badeausflug sichtlich genossen. Während wir noch fotografierten, entdeckten wir im Strauch direkt vor uns eine ziemlich große Echse, die uns misstrauisch musterte. Natürlich haben wir sie auch ausgiebig fotografiert.

Die Menschen leben hier noch viel traditioneller als an den meisten Orten in Rajasthan. Frauen in bunten Saris, die natürlich immer die härtesten Arbeiten verrichten, wirken von der Straße aus wie bunte Vögel beim Sammeln von Feuerholz im dornigen Akaziengestrüpp. Der Kontrast zwischen der ein wenig trostlosen Landschaft und der tristen dörflichen Umgebung zu den würdevoll schreitenden Inderinnen in den farbenfrohen Gewändern ist ein bleibender faszinierender Eindruck einer Indienreise.

Junge Mädchen holen Wasser an einem der Seen und waschen am Ufer, alte Frauen hüten die Herden aus Ziegen und Schafen. Auffällig ist, wie viele Menschen in dieser Region unter einer Fehlstellung des Oberkiefers leiden. Der Oberkiefer ragt zu weit nach vorne (Antemaxillie), wir haben das hier besonders oft gesehen.

Am Zhilwara Lake, einem großen Stausee, kamen wir wieder in touristische Regionen. An der Staumauer machten wir eine kurze Pause. Auf dem Hügel oberhalb befindet sich ein Hotel, das Palace Anjali. Die Lage ist nicht schlecht, es handelt sich aber nicht um einen echten Palast, sondern um einen Neubau. In der Mitte des Stausees dümpelten ein paar Boote, darunter auch ein oder zwei in Schwanenform. Sicherlich ein beliebtes Ziel für Hochzeitsreisende.

Von hier aus sind es noch 30 Kilometer bis zum Kumbhalgarh Fort und die Anzahl der Hotels am Wegrand nimmt zu. Gegen Mittag hatten wir dann unser Ziel, das Hotel Aodhi, erreicht.



Ziehbrunnen

Besonders faszinieren die zahlreichen Ziehbrunnen in der Region. Jeder Fahrer hat seine ihm bekannte Familie, bei der er hält. Dann kann man Fotos machen so viel man möchte und zahlt davor meist 20 Rupien. Hier wird Wasser immer noch mit Rinderkraft aus den tiefer gelegenen Brunnen oder Teichen geholt. Der im Kreis laufende Ochse bewegt per Zahnradtechnik eine Kette, an der Eimer befestigt sind, diese holen das Wasser aus der Tiefe und werden oben automatisch in die Bewässerungskanäle entleert. Wer wann wie viel Wasser bekommt ist seit Jahrhunderten genau festgelegt, bei unserem Besuch gab es genug für alle. In der Trockenzeit ist eine solche Regelung aber unbedingt notwendig.



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Ghanerao bis Kumbhalgarh

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