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KUMBHALGARH FORT

Kumbhalgarh ist eines der mächtigsten Forts in Rajasthan, das zweitwichtigste nach Chittorgarh. Benannt nach dem Maharaja von Mewar, Rana Kumbha, der die Festung in den Jahren 1443-58 durch seinen berühmten Architekten Mandan erbauen ließ. Vor Jahrhunderten stand an diesem Ort ein anderes Fort namens Macchindragarh, das angeblich von Prinz Samprati, einem Nachkommen des Kaisers Asoka, im 2. Jahrhundert v. Chr. erbaut worden war.

Kumbhalgarh Fort liegt so abgelegen in der Wildnis (Lat. 25º 09' N; Long. 73º 36' E), das selbst Kaiser Akbar es nicht einnehmen konnte. Alleine die düstere, scheinbar endlose Mauer mit ihren bauchigen Wehrtürmen muss auf jeden Angreifer, der noch geschwächt vom langen Anmarsch war, als unüberwindbare Barriere gewirkt haben.

Bei unseren ersten Reisen durch die Region hatten wir einen Besuch hier leider verpasst, man kann eben nicht alles sehen in drei Wochen. Daher stand es fest, das wir hier auch die Nacht im benachbarten Hotel The Aodhi verbringen würden, um in Ruhe das Fort am Nachmittag im schönen Abendlicht zu erkunden.

Ein Tagesausflug von Udaipur aus war uns viel zu stressig und in der glühenden Mittagshitze mit den anderen Besuchermassen hier den steilen Aufstieg zu bewältigen erschien uns wenig attraktiv. Eigentlich wollten wir auch am Abend die Sound und Lightshow sehen, haben dann darauf aber vor Ort noch kurzfristig spontan verzichtet. Um es vorweg zu nehmen: der Plan war gut, es hat alles gepasst.

Vom Hotel aus sind es zwar nur 3 Kilometer bis zum Eingang, aber als wir am Nachmittag starteten war es noch sehr heiß und wozu hat man ein Auto mit Fahrer? So ließen wir uns dann zum Haupteingang fahren, der folgende Aufstieg war noch steil genug.

Am Eingang steht ein Kassenhäuschen der Archeological Survey of India und dort zahlten wir unseren Eintritt, die üblichen 100 Rupien pro Person, für Ausländer natürlich wieder zwanzigmal soviel wie für Inder. Angeblich konnte man uns auf 500 Rupien nicht wechseln, obwohl vor uns schon zahlreiche Gäste an diesem Tag bezahlt hatten. Wir haben uns dann das Geld passend von unserem Fahrer Karan Singh geliehen. Dazu wollten wir gleich für den Abend die Karten für die Sound- und Lightshow kaufen, was aber nicht möglich war. Dazu sollten wir dann noch mal extra am Abend anstehen. Das war uns dann zuviel des Unsinns und spontan beschlossen wir auf diesen Event zu verzichten und den frühen Abend in unserem gemütlichen Hotel zu verbringen. Laut der anderen Gäste haben wir da auch nicht viel verpasst.



Im Inneren

Die imposante Festung liegt 64 Kilometer nordwestlich der Stadt Udaipur auf einem Bergrücken 914 Meter über dem Meeresspiegel im Aravalli Gebirge. Schon bei der Anfahrt wirkt sie sehr beeindruckend mit dem dicken Festungswall davor.

Dieser Wall ist etwas ganz Besonders, denn man kann bei weitem nicht alles davon sehen. Die gesamte Anlage wird von einer im Durchschnitt 12 Meter hohen und 8 Meter dicken Festungsmauer umgeben. In regelmäßigen Abständen wird sie von bauchigen Wehrtürmen strukturiert. Sieben große und imposante Tore ermöglichen den Zugang aus dem Umland und schützen zudem den Aufgang zum Fort.

Sehr beeindruckend und fotogen, egal ob man darunter steht und hoch guckt oder oben auf den Zinnen. Am Eingangsbereich wurde die Mauer wunderbar restauriert und ist noch hell, im weiteren Verlauf dann deutlich sichtbar älter und dunkel. So weit das Auge blickt zieht sich der Wall über die umliegenden grünen Hügel. Es wird natürlich behauptet, dies sei die längste Mauer der Welt nach "The Great Wall of China".

Der Wall zieht sich in etlichen Kurven und Schleifen entlang der Bergkämme und über Schluchten. Überall im Internet findet man eine Angabe von 36 km Länge. Die Karte des Archaeological Survey of India und die Beschreibung - in Stein gemeisselt 2010 neben dem Aufgang zur Burg - liefert allerdings weder Maßstab noch solche Längenangaben. Beim Blick auf die Karte und bei der Aussicht von der Burg über die Bergkämme fällt aber auf: Der Turm/Tempel/Eingang ist doch niemals 5 km weit weg! Höchstens zwei!

So ist Michael die Mauer auf Google-Maps abgelaufen und kommt dabei leider nur auf weniger als 10 km. Wenn man noch einige Ecken hinzuzählt, die im Schatten liegen sowie eine perspektivische Verzerrung der Satellitenaufnahme in N/S-Richtung, so erscheinen 11 km erreichbar. Damit löst sich auch das Rätsel der sonst veröffentlichten 36 km: 36.000 feet ergeben 10.973 m, aber nicht 36.000 Meter - offenbar ein Umrechnungsfehler zwischen englischen und internationalen Einheiten.

Innerhalb dieser Mauern befinden sich zahlreiche Gebäude, es gibt auch am Eingang ein paar Wohnhäuser, zahlreiche Tempelanlagen und über allem thront der ehemalige Fürstenpalast Badal Mahal. Die Gebäude sind über mehrere Hügel teilweise in größerem Abstand voneinander verteilt. Bestimmt kann man hier auch wunderbar wandern, wir haben wie die meisten anderen Touristen nur die Tempel nahe dem Eingang und die Festung besucht.

Insgesamt sollen innerhalb auf der Anlage 360 Tempel stehen, die bedeutendsten sind unter anderem ein Ganesha Tempel, Vedi Tempel, Parsvanatha Tempel, Neelkanth Mahadev Tempel, Bawan Devi Jain Tempel, die Golerao Group of Temples, Mamadeo Temple, Pitalia Dev Tempel und ein Hanuman-Tempel. Dazu kommen noch zahlreise Zisternen, Baoris und Chhattris. Von der Festung kaum zu sehen liegt noch ein ganzes Dorf namens Bheelwara mit Landwirtschaft und Stausee innerhalb der Mauern.




Tempel

Zwei der vielen Tempel haben wir am Ende des Besuchs noch besichtigt, sie sind beide fußläufig einfach zu erreichen und liegen in der Nähe des Eingangs. Außerdem sollte man wenigstens noch einen kleinen Spaziergang oben auf der Außenmauer machen.

Obwohl einer der Tempel ein hinduistischer Shiva Schrein ist, tragen alle die typischen Merkmale der Jain-Architektur. Sie haben üppige Verzierungen, Fresken mit Blüten, Ornamenten und Löwenköpfen und dazu Kuppeln, Türme, offene Säulenhallen und eine mehrstöckige Bauweise.

Einer der interessantesten Tempel ist der Vedi Mandir. Ein dreistöckiges Bauwerk mit Säulen und einer zentralen Kuppel. Hier hat man geschickt getrickst, denn die höheren Stockwerke werden immer niedriger, so dass dieses Gebäude von unten durch Vortäuschen der perspektivischen Verkleinerung wesentlich höher wirkt.

Vor dem Tempel ließ, sich gerade eine Schülergruppe mit ihren Lehrern fotografieren und weil alle so schön zuusammen saßen, habe ich mich offensiv davor gestellt und ebenfalls ein Foto gemacht. Das löste grosse Heiterkeit aus und ich wurde zu weiteren Fotos aufgefordert und wir mussten uns danach natürlich dazusetzen und uns noch mit allen zusammen fotografieren lassen.





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