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NIMBESHVAR MAHADEV MANDIR

Auf dem Weg vom Jalore Wildlife Sanctuary zu unserem nächsten Ziel, dem kleinen Ort Ghanerao, kamen wir durch Falna. Dies ist eine Stadt im Pali Distrikt, sie profitiert von ihrem wichtigen Bahnhof, der an der Strecke Ahmedabad-Jaipur liegt. Falna ist die nächste Bahnstation für alle Besucher, die zu dem 35 Kilometer entfernten, berühmten Jain Tempel von Ranakpur möchten. Da wir ein paar Jahre zuvor schon dort waren, haben wir diesmal auf einen Besuch verzichtet.

Falna Village liegt 5 Kilometer von Falna Station entfernt und ist berühmt für seinen bunten Markt. Während sich rund um den Bahnhof Industrie angesiedelt hat, ist das Dorf noch ziemlich idyllisch.

Ein paar Kilometer außerhalb vor Falna befindet sich ein wichtiger Hindutempel, der Shri Nimbeshwar Mahadev Mandir. Er liegt, umgeben von ein paar Pilgerunterkünften und kleinen Geschäften, direkt neben der Straße. Wir haben angehalten, um den Tempel zu besuchen und uns ein wenig die Beine zu vertreten, während unserem Fahrer eine Pause mit Tee und Zeitung geniessen konnte. In der näheren Umgebung gibt es noch viele andere Tempel, aber dieser ist der bedeutendste.

Der bunte Eingang wird flankiert von zwei großen hellen Elefanten, die bunt bemalt sind und auf denen Reiter sitzen. Ein älterer Mann verkauft Amulette rechts vom Eingang. Auf dem staubigen Platz davor stehen ein paar Händler mit Handkarren, die Erfrischungen und religiöses Zubehör verkaufen.

Danach betritt man den ersten Innenhof, in dem man auch die Schuhe abstellt. Im Tempel wird gerade viel investiert, überall waren Arbeiter mit der Restauration beschäftigt und an einigen Stellen standen Gerüste aus Bambus. Marmor wurde geschliffen und Malereien erneuert.

Es ist ein sehr schöner Tempel, auf dem dunkel und hell karierten kühlen Marmorboden kann man prima barfuß laufen. Im ersten Innenhof stehen auch noch ein schwarzer Elefant und ein Pavillon, in dem zwei Kobrastatuen stehen. Wir wurden von einem alten Mann und ein paar Kindern herzlich begrüßt und wurden dann natürlich die ganze Zeit beobachtet. Sie freuten sich sichtlich über unseren Besuch, der alte Herr gab uns zum Abschied noch mal extra die Hand und stellte sich für ein Foto in Positur.

Hoffentlich haben wir uns nicht falsch benommen, wir haben einfach alles nachgemacht was die einheimischen Besucher machten. Und wenn diese keine Scheu haben, die verschiedenen Ganesha-Statuen im zweiten Innenhof zu fotografieren, dann haben wir das auch gemacht.

Nur ins Tempelinnere sind wir natürlich nicht gegangen, haben das bunte Kommen und Gehen nur von einem Schattenplatz aus eine Weile beobachtet. Und die wunderschöne bunte Kuppeldecke des zentralen Pavillons haben wir natürlich auch bewundert, was die Anwesenden freute.

Die Wände sind hier mit wunderschönen Bildern verziert. Sehr bunt, dreidimensional und hinter Glas mit Silberrahmen. Dazwischen üppig verzierte Säulen aus Marmor, sicherlich ein sehr reicher Tempel. Kleine Streifenhörnchen liefen hier die Wände rauf und runter und auf den Simsen entlank, eines davon kam dabei mit einer Körperseite auf die Glasabdeckung eines großen Bildes. Da war es aber sehr irritiert: zwei Pfoten hatten gute Haftung am Stein der Säule, und zwei Pfoten rutschten auf dem Glas ab. Sehr verwirrend!

In der Ecke befindet sich ein Modell des Tempels in einer Nische, sehr liebevoll gestaltet. Sogar mit kleinen Schafen und Ziegen, Stromleitungen und Bäumen und natürlich zum Schutz ebenfalls hinter Glas. Oben auf dem Eingangsbild ist die kleine Anlage zu sehen, die Darstellung der Gebäude arbeitet dabei mit mehreren schrägen Perspektiven gleichzeitig. Auch sehr verwirrend.







Maisnudeln

Auf dem weiteren Weg in Richtung Ghanerao besuchten wir am Straßenrand noch eine Familie, die ein für diese Region bekanntes Gericht herstellt. Das hatten wir im Jalore Wildlife Sanctuary zum Abendessen bekommen und es schmeckt sehr gut. Leider haben wir den indischen Namen vergessen. Es handelt sich um eine Art Pasta, allerdings aus Maismehl. Diese Maisnudeln sind farblich und geschmacklich von Weizennudeln kaum zu unterscheiden, auch die Konsistenz war in Ordnung. Unsere Portion war rötlich, was aber an der Soße lag.

Mit Wasser und Sesamöl wird Maismehl zu einem Teig verarbeitet, ausgewalzt und dann zum Trocknen in die Sonne gelegt. Die welligen Platten werden später gebrochen und gekocht und mit Gewürzen und Soße serviert. Die Fertigung erfolgt entweder für den Hausgebrauch oder in größeren Mengen in Handarbeit für den Verkauf auf dem Markt oder im Laden. Dort, wo wir angehalten haben, wurde in der Hofanlage eine größere Menge produziert.

Auf dem Gelände zwischen Straße und Hof standen einige uralte Sesam-Mühlen. Sie bestehen aus einem etwa einen Meter hohen Baumstamm mit einem Loch von ca. 40 cm Durchmesser oben in der Mitte. Das Holz wird oben von einem Holzrahmen zusammengehalten. Im Baumstamm ist das Loch nach unten kegelförmig etwa ebenso tief wie weit. In dem Loch steht ein langer Zaunpfahl schräg an die Kegelwandung gelehhnt. Mit einem passenden Geschirr werden Ochsen im Kreis herum geführt und wälzen den Pfahl in dem Loch herum. Dort wird Sesam eingefüllt und zwischen der Kegelwandung und dem Pfahl gequetscht und ausgedrückt. Mit etwas Geduld kann man nach einer Weile das reine Sesamöl von den öligen Sesamkuchen trennen.

Sowohl das Öl als auch der Sesamkuchen sind begehrte Qualitätsprodukte. Unser Fahrer kaufte hier auch lokale Süßigkeiten in einem Plastikbeutel beim Sohn der Familie - diese werden aus einer Mischung von Zucker und dem frisch gemahlenem Sesambrei hergestellt. Die Großmutter trieb die Ochsen an, stellte sich anschließend für ein Foto zur Verfügung und hielt die Hand auf um den Lohn dafür zu kassieren. Die Männer arbeiten nebenan.

Ein typischer Straßenstopp im ländlichen Rajasthan, der im Durchschnitt 20 Rupien kostet.



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