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BHATNER FORT

Hanumangarh war Teil des Reichs der Bhati Rajputen und daher war der frühere Name Bhatner, manchmal auch Bhatnair geschrieben.

Die mächtige alte Festung namens Ka Bhatnair Quila am Ufer des Flusses Ghaggar gelegen wurde im Jahr 295 von Bhupat, dem Sohn des Königs Bhatti von Jaisalmer, erbaut. Der Fluss war damals noch unter dem Namen Saraswati bekannt. Das Bhatner Fort wurde im Laufe seiner Geschichte von vielen beherrscht. Es steht genau auf der alten Trasse der Invasion von Zentralasien nach Indien und wurde als einer der wichtigsten Hochburgen des Landes angesehen. Zu den Eroberern gehörte Mahmud Gaznavi im Jahr 1004.

Vor der ersten Trian-Krieg war Bhatnair unter der Kontrolle der Türken und während des Krieges im Jahre 1191 besiegt Prithvi Raj Chauhan dann Muhammad Ghauri und etablierte seine Herrschaft.

Es folgten Qutub-ud-din-Aybak und Akbar. Timur hat das Fort von Bhatner in seiner Biographie Tuzuk-i Timur erwähnt. Dort hat er geschrieben, dass er noch nie eine so stark gebaute und gesicherte Festung in Hindustan gesehen hat.

Das Fort war berühmt im ganzen Land wegen seiner Unbesiegbarkeit. Auch verschiedene Rajputen Clans wie die Bhatti, Sohias, Chayab und Rathore wollten dieses Fort erobern. Denn der Besitz dieser Festung galt als Schlüssel der Macht in die Wüste und im ganzen nördlichen Rajasthan.

Im Jahr 1805 wurde der Ort von Maharaja Surat Singh aus Bikaner erobert, der ihn umtaufte in Suratgarh. Da dies an einem Dienstag geschah, dem religiösen Tag für den Hindu-Gott Hanuman, wurde es später dann in Hanumangarh umbenannt.

Das etwa 1.720 Jahre alte Bhatner Fort liegt in der Mitte von Hanumangarh-Stadt, eine Rampe führt hinauf zum Haupteingang. Auch heute noch sind die Mauern mächtig und beherrschen das Stadtbild, auch wenn die Bastionen an einigen Stellen schon eingefallen sind. Sehr schön sind die Ausmaße der Festung auf dem Luftbild von Google Maps unten zu erkennen.

Das Fort steht auf einem kleinen Hügel, es hat große und starke Wälle mit abgerundeten massiven Bastionen in regelmäßigen Abständen und imposante Tore. Es verfügt über 52 Zisternen für die Lagerung von Regenwasser, das war für eine große Garnison für ein Jahr genug Vorrat.

Im Inneren stehen sechs kleine Tempel (Hanuman Mandir, Karni Mata Mandir, Mama Bhanja Mandir, Radha Krishna Mandir, Ramdeo Mandir und Shiv Mandir), die wichtigsten und größten sind jeweils dem Lord Hanuman und Lord Shiva geweiht. Ein altes Gebäude mit dem Namen Jain Pasara und 3 antike Statuen mit Inschriften stehen ebenfalls im Inneren der Festung. Es gibt auch ein Grab von Sher Khan, dem Gouverneur des Forts und dem Neffen von Sultan Ghiyas-ud-din-Balban (1266-1290).

Heute wird das historische Gebäude von der Archaeological survey of india verwaltet und restauriert, kostet aber im aktuellen Zustand keinen Eintritt. Nach Fertigstellung darf man auch hier die üblichen 100 Rupien pro Tourist bezahlen.

Das Haupttor der Festung stammt aus der Frühzeit und sieht auch sehr alt aus. Das andere andere hohe Tor wurde von Rao Manohar Kachhawa im Auftrag der Moghul-Herrscher errichtet. Die eleganten Minarette der alten Zeiten wurden bei der Renovierung ersetzt. Am Gate gibt es einen Guide, der für die Archaeological Survey arbeitet. Er sprach sehr rudimentäres Englisch und die Verständigung war etwas schwierig, aber er begleitet uns auf dem ganzen Rundweg und versuchte so viel zu erklären wie möglich.




Rundgang

Die Anlage ist ein etwas krummes Quadrat von über 250 Meter Seitenlänge mit zwölf hervorstehenden halbkreisförmigen Bastionen auf jeder Seite, dazu gibt es noch vier Ecktürme. Diese Bauweise ist ein Grundmerkmal der Mogul Festungs-Achitektur. Die Mauern sind geschätzt je nach Himmelsrichtung und Lage zum ausgetrockneten Flussbett etwa 15-20 Meter hoch. An einigen Stellen gibt es zwischen zwei Bastionen keine Mauer, sie ist eingefallen und die Ziegel sind bergab gerutscht. Dort schmiegen dich die Häuser der Einheimischen direkt an den Hügel, sie wurden sicherlich teilweise mit den alten Ziegeln erbaut.

Die leichte Abweichung vom quadratischen Grundriss - in manchen Quellen sogar explizit als Parallelogram bezeichnet - fällt nicht auf, wenn man sich oben auf der inneren Ebene der Festung befindet. Vermutlich wurde die Mauer nur an den schon vorhandenen Hügel angelehnt um Material und Zeit zu sparen. Wenn es gewollt gewesen wäre so hätten die Architekten sicher ein exaktes Quadrat ausmessen können, oder dem Parallelogram wirklich gerade Mauern gegeben.

Es gibt oben auf dem Fort einen Weg, der ungefähr einen Kilometer an der Außenmauer entlang führt. Ein paar Jugendliche folgten uns die ganze Zeit, sie brauchten aber lange, bevor sie uns angesprochen haben und um ein Foto mit Michael baten. Da hatten wir die Hälfte des Weges schon hinter und machten erst einmal einen Fotostopp mit Shooting zur Begeisterung aller.

Die gesamte Festung wurde aus Ziegeln erbaut. Während der Herrschaft von Maharaja Ganga Singh wurde die Bhatnair Festung zwar repariert. Nach der Unabhängigkeit wurde das Fort dann auch unter Denkmalschutz gestellt, aber dennoch verfiel es, weil es nicht mehr gewartet wurde. Sowohl der regelmäßige Monsunregen als auch leichte Erdbeben setzen den Mauern zu.

Bei unserem Besuch sahen wir Männer mit Eseln und Maultieren, die ständig Baumaterial zu den Stellen trugen, die gerade restauriert werden. Einen Teil der Mauer hat man schon wieder komplett aufgebaut, der Rundweg wurde gerade mit Ziegeln neu gepflastert. Aber ein Großteil der Anlage ist immer noch in einem traurigen Zustand und hat noch ihren verfallenen Charme. Unser Guide erzählte, wir wären die ersten westlichen Touristen die er herum führen darf, die meisten Besucher wären Inder aus anderen Landesteilen. Ob das stimmt wissen wir nicht, aber wir waren mit Sicherheit seit längerer Zeit die ersten westlichen Besucher im Hotel und somit sicher auch im Fort.

Wir konnten von oben die Vorbereitungen zu Divali beobachten. Überall wurde neu gestrichen und aufgeräumt, so wie auf dem Bild rechts. Von oben konnten wir auch unser schönes Rajivi Palace Hotel erkennen, das nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt liegt.

Unser Guide war sichtlich erstaunt und erfreut über das Trinkgeld, das er sich verdient hatte. Das nahe Kalibangan Archaeological Museum in der Stadt hatte leider schon geschlossen, als wir am späten Nachmittag kurz vor Einbruch der Dunkleheit das Fort verließen.





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