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LANDLEBEN

Der Name des Staates Punjab stammt aus dem Hindi und bedeutet wörtlich übersetzt "Fünfstromland". Dies ist eine Anspielung auf die fünf großen Flüsse, welche die Region durchfließen und somit für gute Bewässerung und fruchtbare Böden rund um das ganze Jahr sorgen. Jhelam, Chanab, Ravi, Beas und Satluj bilden eine keilförmige Ebene und münden in den Indus.

Landschaftlich hat die Region für Touristen eigentlich eher wenig zu bieten, man fährt vorbei an riesigen Ebenen voller grüner Weizen-, Reis-, Senf-, Bohnen- und Linsenfelder. Die Ziele für Ausländer liegen daher eher in den großen Städten, an erster Stelle wird Amritsar besucht und dann Chandigarh. Der Rest des Staates wird eher wenig beachtet.

Je nach Jahreszeit erlebt man die Felder anders, wir sahen während der Fahrt zwischen den einzelnen Orten viel Reis und Mähdrescher dazwischen, daneben wurde gerade frisch gepflügt für die nächste Aussaat. Wir haben auf dem Land in der Nähe von Gurdaspur zwei Tage in der Punjabiyat Lodge gewohnt, mit direktem Blick auf die Felder und als Attraktion gab es eine Fahrt mit dem Traktor zum nahen Tempel Gurudwara Ghalughara Sahib.

Von April bis Juni ist es hier sehr heiß, mit Temperaturen bis zu 43°C. Die Regenzeit dauert von Juli bis Oktober, wir haben am Ankunftstag in Amritsar noch die letzten Gewitterschauer erlebt, so ist unser Besuch der Wagah Border regelrecht ins Wasser gefallen. Die kühlere Jahreszeit beginnt dann nach dem Regen im Oktober und endet im März. In dieser Zeit gehen die Minimaltemperaturen herunter bis auf 4°C.

Mit 551 Einwohnern pro Quadratkilometer ist das Bundesland dichter bevölkert als der indische Durchschnitt, der bei 382 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt. So sieht man unterwegs zwar viele Felder, aber man kommt auch immer wieder durch Dörfer, die man bei uns schon Kleinstädte nennen würde. Dort unterscheiden sich die Straßenszenen nicht wesentlich von denen anderer Regionen in Indien, nur sieht man hier mehr Menschen mit Turban. Ab und zu begegnen einem unterwegs auch Sikh-Pilgern, die auf dem Weg zum nächsten Tempel sind.

Als unser Fahrer einmal eine kleine Pause brauchte, haben wir an einer Raststätte gehalten. Da wir keinen Hunger hatten, stellten wir uns an die Straße um den hier eher spärlichen Verkehr zu betrachten. Mopeds mit Familien, LKWs, Traktoren, Eselkarren und Mercedes - hier kam einiges vorbei. Wir hatten aber die volle Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer, fast alle haben gehupt und gegrüßt. Eine Familie hat das Moped sogar gewendet und kam noch einmal vorbei gefahren um uns zu winken. Einige haben sich den Hals nach uns verdreht und wären beinahe im Graben gelandet, nur um noch einmal einen Blick auf uns zu werfen. Viele Touristen stehen im Punjab offenbar nicht am Highway.




Bauernland

92 Prozent der Einwohner sprechen hier Panjabi als Muttersprache, es ist auch die Amtssprache. Sie wird außer in Indien nur noch im pakistanischen Teil des Punjab gesprochen. Aber nur hier wird das Panjabi in einer eigenen Schrift, die Gurmukhi heißt, geschrieben. Hindi wird im Punjab von den meisten Bewohnern ebenfalls verstanden und Englisch ist wie in ganz Indien als Verkehrs- und Bildungssprache verbreitet.

Mit einem Bevölkerungsanteil von 60 Prozent bilden die freundlichen Sikhs mit ihren bunten Turbanen die Mehrheit im Land. In den Städten wie Amritsar oder Patiala kann man historische Bauten und prächtige Sikh-Tempel bestaunen. Tempel findet man auch überall, wenn man mit dem Auto über Land fährt, der berühmteste und heiligste ist der Golden Temple Harmandir Sahib in Amritsar.

Meist sind es riesige weiße Gebäude mit Kuppel, die plötzlich außerhalb der Orte am Straßenrand stehen. Bekannt ist die Region auch für ihre gute Küche, die allerdings oft auch ziemlich fettig und gehaltvoll ist.

Die Wirtschaft im Punjab ist klassischerweise geprägt von der Landwirtschaft, daneben gibt es noch rund um die Städte wie der Hauptstadt Chandigarh ein wenig mittelständische Werkzeugindustrie und Büro- und Computerindustrie.

Der Bundesstaat Punjab gilt aber vor allem als die Kornkammer Indiens und steht für einen gewissen Wohlstand, auch weil viele Bauern technisch besser ausgerüstet sind als ihre Landsleute in anderen Bundesstaaten. Man aber aqb und zu auch mal hölzerne Eggen und Pflüge, die noch von Rindern gezogen werden.

Aber die meisten Bauern haben hier Strom, einen Brunnen und oft einen Traktor. Ein Knopfdruck genügt und die Pumpe im eigenen Brunnen springt an. Entsprechend sahen wir in vielen Orten ganze Straßen mit dem passenden Handwerk: Motorenwerkstätten, Eggen- und Pflugbau, Pumpen- und Generatorenhändler sowie allgemeiner Metallbau. Ein Ort hatte sogar einen starken Wettbewerb im Werkzeugmaschinenbau, etliche Werkstätten bauten einfache Drehbänke, Bohrständer und andere Ausstattung für die Kleinindustrie.

Durch den Einsatz von Dünger und moderner Technik haben die Punjabis die Erträge der Felder stark steigern können und das Land ist durchzogen von Bewässerungskanälen. Viele Bauern sind auch besser ausgebildet und kennen sich mit Dünger und Pflanzenschutz aus. Die öffentlichen Busse sind dagegen nicht viel besser als in anderen Teilen Indiens, unten im kurzen Video sieht man einen Goverment Bus, der sich auch noch mit gebrochener Hinterachs-Aufhängung steuern lässt. Er fuhr eine Weile ziemlich schräg vor uns her.





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