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ALSISAR

Da wir zwei Nächte im schönen Heritage Hotel Alsisar Mahal verbrachten, hatten wir auch genügend Zeit, um zu Fuß die Umgebung zu erkunden. Der Ort gehört zur Provinzhauptstadt Jhunjhunu, die 23 km entfernt liegt. Die Geschichte der Herrscher von Alsisar beginnt mit Thakur Kishen Singh (1709-1749) und endet vorerst mit dem aktuellen Thakur Gaj Singh, geboren am 18. März 1958, Thikanedar von Alsisar seit dem 23. November 1987 und verheiratet mit der Tochter von Bhishamchandra Singh aus Amargarh.

Im Ort findet man viele staubige und sandige Straßen, Pflasterung sucht man außerhalb des Hotels vergeblich. Einige Ecken sehen doch ziemlich vernachlässigt aus und wir wurden von vielen Blicken verfolgt, kaum hatten wir das Hotel verlassen. Touristen ist man hier durch das Alsisar Mahal ja schon gewohnt. Wenn dieses seine Kapazität erweitert, dann werden die Menschen im Ort wahrscheinlich noch eher "Rupien auf zwei Beinen" sehen, so wie in Mandawa. In Alsisar konte ich jedenfalls noch Esel, Häuser und Kühe fotografieren, ohne dass jemand die Hand aufhielt.

Auch so fingen uns irgendwann einige clevere Bewohner ab, die uns unbedingt ihr Haveli zeigen wollten, nachdem wir einen Tempel besucht hatten. Kinder sind wie überall die Schlepper, leider war das eher einfache kleine Haveli, auf das wir uns einließen, ein moderner Nutzung angepasster nüchterner Zweckbau mit einer freundlichen Familie, die Tee anbot. Fließend Wasser, ein Elektroboiler, ein Kühlschrank und ein Fernseher zeugten schon beim flüchtigen Blick in den Innenhof vom Wohlstand. Der Einzug der Moderne hatte hier aber nicht nur zum Einbau diverser Wasser- und Stromleitungen geführt, zusätzliche Wände und eine einheitliche gelbe Farbe brachten jegliche irgendwann mal vorhandene künstlerische Bemalung zum Verschwinden...

Wie der indische Zufall es will kam dann auch gleich der Hausherr, der - oh Wunder - an der schmalen Hauptstraße einen kleinen Laden hatte. Er war jedoch so nett und bemüht, das wir ihm folgten. Es gab das übliche Angebot an Klamotten und Handarbeiten, aber ganz hinten im dunklen Laden entdeckten wir einige preiswerte Miniaturmalereien mit Krishna und den Gopies, die wir sowieso irgendwann kaufen wollten. Leider war gerade im gesamten Ort der Strom ausgefallen und der emsige Besitzer brachte so viele Kerosin-Lampen, dass es in der engen Bude bald unerträglich heiß wurde. So handelten wir schnell für zwei Bilder einen guten Preis aus.



Innenräume

Der Kauf hatte sich aber in anderer Hinsicht gelohnt, denn in Alsisar gibt es nicht viele Havelis, die innen prachtvoll ausgestattet sind und die man auch besichtigen kann. In einem waren wir vorher schon gewesen, nun wurden wir zu einem weiteren Haus in der Nähe des Ladens geführt, in dem behutsame Bauarbeiten stattfanden. Der Wächter führte uns nach kurzer Absprache mit dem Ladenbesitzer in die oberen Räume und als wir fotografierten wurde er deutlich nervös. Denn eigentlich soll er keinen reinlassen, die reichen Besitzer wohnen in Mumbai. Die Wandmalereien sollen angeblich zu den prächtigsten in der Region gehören und wir waren auch entsprechend beeindruckt.

Hier hatten sich die Farben im Inneren sehr gut erhalten und die wunderbaren Malereien waren noch zusätzlich kunstvoll mit Spiegeln und Blattgold dekoriert. Es handelt sich hier eindeutig um alte Originale und nicht um restaurierte Bilder, denn an einigen Stellen gab es durchaus Macken und fehlende Stücke. Besonders die üppig verzierte Decke beeindruckte, hier waren deutlich talentiertere Künstler am Werk als an den Außenfassaden. Eine Prozession aus Elefanten, Tänzerinnen, Tänzern, Kühen und Blumenranken zieht sehr farbenfroh am Auge des Betrachters vorbei. Natürlich bekam der ängstliche Wächter sein Trinkgeld, er war aber froh, als wir dann endlich wieder weg waren.

Wir sind dann in der Folge ein wenig unbehelligt durch Alsisar spaziert und haben noch einige schöne bemalte Fassaden entdeckt. Vor allem Elefanten sind hier sehr beliebt, leider war sehr viel zerstört und verfallen und wie überall in der Region stimmte uns die Besichtigung eher traurig. Daneben sahen wir einige kleine Tempel, viele Kühe und Eselchen. Nach gut 2 Stunden hatte wir zwar noch nicht den ganzen Ort, aber genug Staub, Verfall und Dreck gesehen und zogen uns in die abgeschiedene Welt unseres schönen Hotels zurück. Von der Dachterrasse aus hat man einen wunderbaren Blick über Alsisar. Dort oben genossen wir den Sonnenuntergang und zählten die Pfaue auf den Häusern.



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