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KOTA UND BUNDI

Die Nationalstrassen rund um den eher unattraktiven Ort Kota waren 2006 in einem desolaten Zustand und unser armer Fahrer musste Umwege fahren, durch staubige Orte, die hauptsächlich vom Sandsteinabbau leben. Wir haben im ganzen Leben noch nie so schmutzige Menschen gesehen wie unterwegs auf der Nationalstrasse 76 in Richtung Kota. Als wir nach Einbruch der Dunkelheit dann endlich das Hotel erreichten, waren wir froh.

Kota ist Distrikthauptstadt und liegt an der Einmündung des Shahi Dehra in den Chambal River. Am Flussufer ist es ganz nett, aber sonst ist die Stadt Rajasthans wichtigster Wirtschafts- und Industriestandort mit einem Atomkraftwerk und einer riesigen Düngemittelfabrik vor den Toren. Die Umgebung ist bekannt für den hervorragenden Sandstein, der hier abgebaut wird. Nur innerhalb der Altstadt konnte Kota noch etwas vom ehemaligen Charme zu bewahren.

Nach dem sehr anstrengendenden Fahrtag von Udaipur über Chittorgarh nach Kota und einer unruhigen Nacht im Hotel Brijraj Bhawan brachen wir am Morgen ganz früh auf. Unser nächstes Ziel war der Nationalpark Ranthambore. Von den 8 Fahrstunden vom Vortag noch stark gebeutelt, war die Müdligkeit groß.

Doch auch der nächste Tag in Richtung Ranthammbore sollte recht heftig werden. Hier haben wir uns zum ersten Mal eine Zugfahrt gewünscht, denn damit wären wir in gut 2 Stunden in Ranthambore gewesen, inclusive Transfers von den Hotels zum Bahnhof. Mit dem Auto mussten wir hingegen wieder einige Umwege fahren, durch recht uninteressante Regionen. Am Ende waren wir insgesamt 5 Stunden unterwegs.

Eine Erinnerung wert war der einzige Halt während der gesamten Reise an einer Tankstelle, an der wir Bauern mit Kamelkarren trafen, die gerade Benzinfässer abluden. Die Männer auf dem angrenzenden LKW waren recht neugierig auf uns, scheinbar sieht man in der Region wenig Touristen. Unser Fahrer hat sonst immer während unserer Abwesenheit getankt und das Auto gewaschen, aber bei der langen Strecke ging es nicht mehr ohne Tankstopp zwischendurch. Die ganze Tankstelle wurde von einem recht lauten Generator betrieben und Michael hat natürlich gleich ein Foto davon gemacht.

Doch das eigentlich Highlight des Tages war der kleine Ort Bundi, der oft auch in Reiseführern als Geheimtipp gehandelt wird. Da wir wenig Zeit hatten, konnten wir uns hier leider nicht länger aufhalten, sondern mußten uns mit einer Besichtigung von der Fernstraße aus begnügen.


Bundi

Das ummauerte Städtchen Bundi liegt eine Fahrstunde nördlich von Kota, inmitten grüner Hügel. Die gezackten Felsen der Arawalli-Kette bilden einen imposanten Hintergrund und der Ort selbst soll sehr sehenswert sein. Die Straße nach Bundi führt von der gegenüberliegenden Talseite aus an die Stadt heran. So hat man bereits bei der Anreise einen schönen Ausblick. Obwohl es hier nur wenige einfache Unterkünfte und Havelis gibt, sollte man eine Übernachtung einplanen. Hätten wir hier anstatt in Kota gebucht, dann wären uns mindestens 80 km Fahrerei erspart geblieben, aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer.

Im Norden von Bundi erheben sich die schroff aufragenden Mauern der imposanten "Sternenfestung" Taragarh über dem Ort. Der Palast darunter gehört zu Rajasthans spektakulärsten Baudenkmälern. Das Besondere an Bundi ist das fast vollständige Fehlen moderner Bauten innerhalb der ummauerten Altstadt, nur ein hässlicher Fernsehturm auf dem Berg verschandelt das Ortsbild. Schon der Blick von der Hauptstrasse aus lässt auf die Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit des Ortes schließen. Der Schriftsteller Rudyard Kipling schrieb im Jahr 1899: "Der Palast von Bundi wirkt selbst am hellen Tag noch wie ein Palast, der in unruhigen Träumen erbaut wurde, ein Werk von Kobolden und nicht von Menschen. Er ist in und an den Berg gebaut, gigantisch, Terrasse über Terrasse, und dominiert die ganze Stadt wie eine Lawine aus Mauerwerk, die jeden Augenblick hinabgleiten und die Schlucht blockieren kann."

Macht es nicht wie wir und ärgert Euch am Ende, nur daran vorbeigefahren zu sein. Vergesst Kota und geht nach Bundi, wir würden es beim nächsten Besuch der Region auch machen, auch wenn die Infrastruktur wenig für Touristen bietet und man außer dem Ambiente wenig geboten bekommt. Denn der Palast ist wohl wegen Erbstreitigkeiten nur teilweise zugänglich und wird stark vernachlässigt. Auch sonst haben Besucher in Bundi nicht überall Zutritt. Hier sind ein paar Bilder vom Ort mit seiner Festung, dem Palast und dem großen, künstliche Stauteich Naval Sagar mit einem Tempel für den Regengott Varuna in seiner Mitte.




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